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Biologische Bundesanstalt für Land- und..., 09.10.06

Ist die Pflanze gesund, freut sich der Ökolandwirt

BBA-Wissenschaftler geben Buch heraus, das als erstes im deutschsprachigen Raum einen kompakten Überblick über alternative Pflanzenschutzmaßnahmen gibt


Braunschweig (04.10.06) Die Krankheiten und Schaderreger, die dem Öko-Landwirt auf dem Feld zu schaffen machen, sind dieselben, die auch sein konventionell arbeitender Kollege bekämpft. Da jedoch im Ökoanbau keine synthetischen Pestizide zum Einsatz kommen, stehen ökologisch wirtschaftende Betriebe vor anderen, teils neuen, teils altbekannten Problemen. Vorbeugende Maßnahmen wie Bodenbearbeitung, Standort- und Sortenwahl, Fruchtfolgegestaltung oder die Einbindung von Nützlingen sind das Fundament, auf denen die Pflanzengesundheit im Ökologischen Landbau ruht. Pflanzenschutz- und Pflanzenstärkungsmittel natürlicher Herkunft bilden hingegen die Spitze der Maßnahmenpyramide. Bisher musste man sich das nötige Wissen über die Regulierung der Unkräuter, Krankheiten und Schädlinge im Ökolandbau aus verschiedenen Quellen mühsam zusammensuchen. Das erübrigt sich nun, dank des kürzlich erschienenen Buches "Biologischer Pflanzenschutz im Freiland", das Wissenschaftler der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) herausgegeben haben. Es richtet sich an Landwirte, Gärtner, Berater, Studierende aber auch all jene Landwirte, die nach Alternativen zur Chemie suchen.


"Zum ersten Mal liegt damit das Know-How aus diesem Sektor gebündelt vor", erklärt Dr. Stefan Kühne. Der Wissenschaftler von der BBA freut sich, als einer der drei Herausgeber und Autor quasi Geburtshelfer der im Ulmer-Verlag erschienenen Publikation zu sein. "Es ist das erste Buch im deutschsprachigen Raum zum Pflanzenschutz im Ökolandbau, das sich wirklich mit allen Kulturen von Ackerpflanzen über Obst bis zum Weinbau beschäftigt", so Kühne.

Eine weitere Besonderheit ist das Kapitel über Vorratsschutz, als wichtiges Bindeglied zwischen Erzeuger und Verbraucher. "Durch unsachgemäße Lagerung entstehen große wirtschaftliche Verluste im Ökosektor und in der Literatur finden sich kaum Informationen darüber", erklärt der BBA-Wissenschaftler. Solche Lücken haben die Macher aufgespürt und geschlossen. Dazu galt es, den richtige Experten zum jeweiligen Thema zu finden. Fündig wurden die Herausgeber bei den Beratungsdiensten und Landesanstalten der Länder, an den Universitäten Bonn, Göttingen, Kassel-Witzenhausen und Tübingen sowie der Forschungsanstalt für Landwirtschaft in Trenthorst.

Gut die Hälfte der 41 Autoren stammt aus der Biologischen Bundesanstalt, in deren Instituten die Suche nach alternativen Methoden seit längerem professionell betrieben wird. "Die Herausforderung bestand darin, die verschiedenen Experten unter einen Hut zu bringen", so Kühne. Herausgekommen ist ein 288 Seiten starkes, gut strukturiertes Handbuch für die Praxis. Geordnet nach Kulturen und Schaderregern, illustriert mit rund 250 farbigen Abbildungen, beschreibt es vorbeugende und alternative Maßnahmen, Mechanismen der biologischen Selbstregulation, listet Mittel und gibt Hinweise auf weiterführende Literatur. Neben dem modernen Wissen aus der Forschung erschließt es auch den alten bäuerlichen Erfahrungsschatz, der bei einer ganzheitlichen Betrachtungsweise nicht fehlen darf.

Bibliografische Angaben:
Stefan Kühne, Ulrich Burth, Peggy Marx (Hgr.), "Biologischer Pflanzenschutz im Freiland. Pflanzengesundheit im Ökologischen Landbau", Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart, 2006 (ISBN-13: 978-3-8001-4781-6), 288 S.; 250 Abbildungen, 59,90 Euro


Stefanie Hahn, Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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