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Westfaelische Wilhelms-Universität Münster, 04.08.06

Personalmanagement im Krankenhaus: Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Das Centrum für Krankenhaus-Management (CKM) an der Universität Münster hat seine neueste Studie "professionelles Personalmanagement in deutschen Krankenhäusern" vorgelegt. Insgesamt 95 Personalmanager haben an der Befragung teilgenommen. In der Stichprobe sind Häuser mit unterschiedlicher Bettenzahl, Trägerschaft und regionaler Wirtschaftskraft vertreten.

Die Studie zeigt, dass in der Praxis derzeit das Personalwesen im Sinne einer verwaltenden Aufgabe wahrgenommen wird. Ein professionelles, gestaltendes Personalmanagement ist bislang nur in wenigen Kliniken etabliert. 28 Prozent der Kliniken haben keine Personalstrategie definiert und nur 14 Prozent entwickeln Unternehmensstrategie und Personalstrategie in wechselseitiger Abhängigkeit. Erstaunlich ist, dass 63 Prozent der Kliniken auf eine Steuerung des Personalmanagements mit Kennzahlen verzichten.


Für 50 Prozent der Personalmanager ist das Thema Personalentwicklung und Qualifizierung das wichtigste Zukunftsthema. An letzter Stelle auf der Agenda von Personalmanagern stehen der Mangel an Pflegekräften und die Altersversorgung. Erstaunlich ist, dass das Thema demografischer Wandel von keinem der Personalmanager genannt wurde. Die Studie zeigt, dass das Durchschnittsalter in der Verwaltung bei 41 Jahren, im ärztlichen Dienst bei 39,6 Jahren und in der Pflege bei 38,4 Jahren liegt. Allerdings gibt es offensichtlich Kliniken, bei denen das Durchschnittsalter bereits heute deutlich höher liegt: Verwaltung 55 Jahre, ärztlicher Dienst 55 Jahre und Pflege 47,4 Jahre.

Die Personalmanager sind sich einig, dass eine gute Führungskraft vor allem über Sozialkompetenz verfügen muss. Umso alarmierender ist es, dass 42 Prozent der Kliniken die Sozialkompetenz in der Karriereentwicklung nicht berücksichtigen.
Auf Basis der Befragung konnte auch gezeigt werden, dass Leitbilder in Krankenhäusern erfolgreicher sind, wenn Personalstrategie und Führungsgrundsätze definiert sind.
In 25 Prozent der Kliniken wird den Mitarbeitern keine aktive Möglichkeit zur Kommunikation gegeben, d. h. in diesen Krankenhäusern werden weder Mitarbeiterbefragungen durchgeführt noch gibt es Feedbackgespräche.

Zielvereinbarungen werden in 79 Prozent der Kliniken mit den Mitarbeitern getroffen. Überwiegend werden Ziele mit Führungskräften vereinbart. 86 Prozent der Kliniken treffen Zielvereinbarungen mit Verwaltungsmitarbeitern in Führungsverantwortung, 83 Prozent mit den Chefärzten und 65 Prozent mit der Pflegeleitung. Weniger als die Hälfte der Kliniken trifft Zielvereinbarungen mit den leitenden Oberärzten oder mit der Stationsleitung. Rund ein Viertel vereinbart auch mit den Pflegekräften und den Verwaltungsmitarbeitern ohne Führungsverantwortung Ziele.

Weitere Informationen:


Jutta Reising, Westfaelische Wilhelms-Universität Münster
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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