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Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität,..., 11.10.06

Patient mit schwerer Lassa-Infektion: Frankfurter Uniklinikum beendet Behandlung erfolgreich

Nach SARS-Fällen 2003 beweist Isoliereinheit des Frankfurter Universitätsklinikums wiederholt ihre Funktionstüchtigkeit und Berechtigung

Nach fast dreimonatiger Behandlung in der Isolier- und Infektionsstation des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main konnte der Patient mit schwerer Lassa-Infektion diese Woche von seiner Infektionserkrankung als geheilt entlassen werden. Es ist davon auszugehen, dass der Patient nach einem Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik seine schwere Infektion ohne Folgeschäden überstanden haben wird. Die lange Behandlung in Frankfurt war unter anderem notwendig, da Patienten nach einer überstandenen Lassa-Erkrankung noch einige Wochen zum Teil infektiöse Viren ausscheiden.


Seit langem ist bekannt, dass Lassa-Infektionen auch in Afrika nur bei circa jedem fünften bis sechsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung führen. Diese Wahrscheinlichkeit nimmt jedoch erheblich zu, wenn an Lassa infizierte Patienten im Krankenhaus behandlungsbedürftig sind. Selten überleben sie, wenn es zusätzlich zu einem Organversagen wie beim Frankfurter Fall kommt. "Von allen Infektionsfällen der letzten 20 Jahre mit einer - aus Afrika importierten- Lassa-Infektion, ist dieser Patient einer der wenigen und in Europa sicher der erste, der eine schwere, intensivmedizinisch behandlungsbedürftige Erkrankung überleben konnte", erklärt Professor Dr. Reinhard Brodt, Leiter der Isolierstation des Frankfurter Uniklinikums. Neben einer frühzeitigen Diagnose, die dann noch eine wirksame Behandlung gegen Lassaviren ermöglicht, ist es für die Prognose der schweren Erkrankung entscheidend, dass für die Patienten das gesamte Spektrum der Intensivmedizin trotz der Ansteckungsgefahr zur Verfügung steht.

Auch der Frankfurter Lassa-Patient wurde zunächst in einem anderen Krankenhaus wie viele andere aus Afrika (zurück-) kommende Erkrankte auf solche Krankheiten hin behandelt, die wie zum Beispiel Malaria in Afrika häufig auftreten. Erst sehr spät konnte infolge ständiger Verschlechterung, typischer Krankheitssymptome und der Kenntnis der Aufenthaltsgebiete die richtige Diagnose gestellt werden.

Der bestätigende Virusnachweis darf jedoch wegen der hohen Ansteckungsgefahr nur in speziell dafür eingerichteten, so genannten L4-Laboratorien wie in Hamburg oder Marburg erfolgen. Nicht nur der Nachweis, sondern auch jegliche Behandlung eines Patienten mit einer hochansteckenden, lebensbedrohlichen hämorrhagischen Viruserkrankung sollte unter den Bedingungen eines strengen, so genannten "barrier nursings" erfolgen. So wurde auch dieser Patient sofort nach Frankfurt in eine der wenigen hierfür vorgesehenen medizinischen Isoliereinheiten Deutschlands verlegt.

Nach erfolgreicher Behandlung von Patienten mit SARS 2003 hat die Isoliereinheit des Frankfurter Universitätsklinikums wiederholt ihre Funktionstüchtigkeit und Berechtigung bewiesen. Sie hält ständig ein infektiologisch, intensivmedizinisch und für die Handhabung der Isoliereinheit ausgebildetes Team von Mitarbeitern bei 24-stündiger Bereitschaft vor. Die Infektiologen des Klinikums leiteten den Transport und die lange intensivmedizinische Behandlung des Patienten. Erst unter solchen technischen und organisatorischen Voraussetzungen ist die hierfür nötige intensivmedizinische Versorgung und erfolgreiche Behandlung solcher hoch ansteckenden Infektionsfälle adäquat möglich. Dies gilt auch für den Schutz des Personals und der weiteren Umgebung.

Frankfurt am Main, 11. Oktober 2006

Für weitere Informationen:

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/ Main
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de
Internet http://www.kgu.de


Ricarda Wessinghage, Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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