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Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 21.02.06

Für eine Partnerschaft zwischen Arzt und Apotheker

"In Amerika", sagt Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe, "gehen die Apotheker mit den Ärzten in Krankenhäusern zur Krankenvisite und beraten den Arzt darüber, was den Patienten an Medikamenten zu geben ist." Für eine solche "Partnerschaft zwischen Arzt und Apotheker" macht sich die Inhaberin des Lehrstuhls für Pharmazeutische Chemie an der Uni Würzburg stark.

Ein Schritt in diese Richtung wurde nun in Würzburg gemacht: Unipräsident Prof. Dr. Axel Haase und der Präsident der Bayerischen Landesapothekerkammer, Johannes M. Metzger, unterschrieben eine "Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei der Ausbildung und Fortbildung von Apothekern auf dem Gebiet der Klinischen Pharmazie" und gründeten damit eine "Bayerische Akademie für Klinische Pharmazie".

Das Fach Klinische Pharmazie ist im Rahmen der Apothekerausbildung noch neu. Seine Inhalte umschreibt die Chemikerin mit den Worten: "Der Klinische Pharmazeut wendet sich dem Patienten zu. Er sorgt nicht nur für die Medikamente, sondern betreut den Patienten auch in vielfältiger Weise, indem er beispielsweise die Verträglichkeit verschiedener Medikamente prüft, die der Patient nehmen muss, oder Nebenwirkungen, den ökonomischen Einsatz von Medikamenten oder die Form von Medikamenten, wie sie Kindern am besten verabreicht werden." Dabei, so stellt Prof. Holzgrabe klar, "geht es nicht darum, die Ärzte zu ersetzen, sondern die Patienten durch den Arzneimittelspezialisten professionell zu begleiten bei Krankheiten wie etwa Asthma oder Krebs".

Im vergangenen Herbst gingen die ersten Apotheker, die in Klinischer Pharmazie ausgebildet wurden, aus den Universitäten. Aber, sagt Prof. Holzgrabe, "über 99 Prozent der aktiven Apotheker haben diese Ausbildung noch nicht bekommen und da müssen wir ansetzen." Deshalb hat sie eine Initiative gestartet, sich mit der Bayerischen Landesapothekerkammer einen Partner gesucht und ist so auf die jetzt gegründete Akademie zugesteuert.

In der Vereinbarung sind die Ziele der Akademie festgelegt:

* die Harmonisierung der Fortbildungsinhalte für Apotheker mit den Ausbildungsinhalten für Pharmaziestudenten,

* die Kooperation bei der Fortbildung approbierter Apotheker auf dem Gebiet der Klinischen Pharmazie,

* die wissenschaftliche Begleitung dieser Fortbildung

* und die gemeinsame Weiterentwicklung des Faches Klinische Pharmazie.

Es gehe darum, "die Patientenversorgung zu optimieren, indem kontinuierlich das neueste Wissen der Klinischen Pharmakotherapie sowie neue Erkenntnisse über den rationalen, effektiven, sicheren und ökonomischen Einsatz von Arzneistoffen am und durch den Patienten in die Praxis übersetzt und integriert wird." Die Aus- und Fortbildung erfolgt in regelmäßig stattfindenden Vortragsreihen, Seminaren, Workshops und Symposien. Dabei sollen auch vermehrt innovative Formen wie etwa E-Learning-Module zum Einsatz kommen: "Wir wollen weniger ermüdende Vorträge zum Konsumieren anbieten als vielmehr interaktives Lernen."

Weitere Informationen: Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe, T (0931) 888-5461, Fax (0931) 888-5494, E-Mail: holzgrab@pharmazie.uni-wuerzburg.de


Robert Emmerich, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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