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Universitätsklinikum Heidelberg, 02.05.06

Für den Organempfänger zählt jede Minute

Qualitätssiegel für Transplantationszentrum der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg / Ausgezeichnete Abläufe bei Übertragung von Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse

Übergabe des Zertifikats an das Transplantationszentrum Heidelberg
Universitätsklinikum Heidelberg

Als erstes Transplantationszentrum seiner Art in Deutschland ist die Sektion Viszerale Organtransplantation an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg nach ISO 9001 ausgezeichnet worden. Am 26. April 2006 übergab Professor Dr. Jürgen Kleditzsch vom unabhängigen Zertifizierungsunternehmen EQ ZERT das begehrte Qualitätssiegel an Professor Dr. Jan Schmidt, Leiter der Sektion.

"Bei Transplantationen müssen alle Abläufe in der Klinik schnell und sicher vor sich gehen. Für den Organempfänger zählt jede Minute: Je rascher das Organ eingesetzt werden kann, desto besser ist seine Funktion nach der Transplantation", betonte Professor Jan Schmidt. Deshalb wurden in den vergangenen zwei Jahren alle Arbeitsabläufe der Sektion gezielt hinterfragt, beschrieben und das interdisziplinäre Zusammenspiel aller Beteiligten optimiert.


Behandlungsleitlinien und Checklisten erhöhen Qualität und Sicherheit

Mitarbeitern und Behandlungspartnern stehen nun umfangreiche Behandlungsleitlinien in Buch- und elektronischer Form zur Verfügung. Besonders komplexe Arbeitsabläufe werden durch Checklisten unterstützt. Dies entlastet den Mitarbeiter und verspricht ein höchstes Maß an Sicherheit für den Patienten. Beschwerden und Anregungen nicht nur von Patienten, sondern auch Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter werden systematisch bearbeitet.

An der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg warten derzeit mehr als 600 Patienten auf die Transplantation einer Leber, Niere oder Bauchspeicheldrüse. Gespendete Organe werden durch die unabhängige internationale Vergabestelle Eurotransplant mit Sitz in Leiden, Niederlande, anhand des Wartelistenrangs und der Verträglichkeitsdaten zugeteilt.

Während das Spenderorgan auf dem Weg ist, läuft die Organisation in der Klinik auf Hochtouren. Fast zwei Drittel der Transplantationen erfolgen nachts - eine enorme Herausforderung für die Ablauforganisation und die Bereitstellung von Personal. Die aufnehmende Station wird informiert, Krankenunterlagen bereitgestellt. Ein Operationssaal wird freigehalten und alle Instrumente vorbereitet. Das OP-Team wartet schon, während der Patient nach seiner Ankunft auf die Narkose vorbereitet wird. Auch die Versorgung des Patienten nach dem Eingriff erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Kollegen der verschiedenen Heidelberger Universitätskliniken (Nephrologie: Professor Dr. Martin Zeier, Hepatologie: Professor Dr. Wolfgang Stremmel, Privatdozent Dr. Peter Sauer), niedergelassenen Ärzten und Rehabilitationseinrichtungen.

"Ob Arzt, Pflege oder Verwaltung, alle arbeiten gut zusammen", sagte Gertrud Friess-Ott, Pflegedienstleitung der Klinik bei der Zertifikatsübergabe. Dies sei Grundlage des Erfolges. Und Andreas Wagner, Qualitätsmanagement-Beauftragter der Klinik betonte: "Das Zertifikat ist für uns kein Endpunkt, sondern Ausgangspunkt für weitere Anstrengungen. Wir werden weiterhin Patienten fragen, ob sie mit uns zufrieden sind, und wir werden uns weiterhin deren Antworten zum Maßstab nehmen."

Eines der traditionsreichsten und größten Transplantationszentren in Deutschland

Die Sektion Viszerale Organtransplantation bildet den Kern eines der traditionsreichsten deutschen Transplantationszentren. 1967 fand hier eine der ersten Nierentransplantationen in Deutschland statt. Im Jahr 2005 gehörte es mit erstmals mehr als 100 Übertragungen von Nieren (118), 81 Lebertransplantationen und 7 Übertragungen von Bauchspeicheldrüsen zu den führenden Zentren.

Auch auf dem Gebiet der Transplantationen bei Kindern hat Heidelberg eine große Expertise. "Bei den Nierentransplantationen bei Kindern ist das Zentrum sogar deutschlandweit Spitze", betont Professor Dr. Burkhard Toenshoff, leitender Oberarzt an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin. Tradition hat in Heidelberg auch die Nierenlebendspende, die etwa ein Drittel aller Nierentransplantationen ausmacht. Sie hilft den Betroffenen, die oftmals lange Wartezeit zu vermeiden und zeigt sehr günstige Langzeitergebnisse.

Kontakt:
Prof. Dr. Jan Schmidt
Tel. (Sekretariat): 06221 / 56 62 05
E-Mail: jan.schmidt@med.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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