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Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 05.08.08

Mit Öl waschen und Kunststoffe produzieren ¬- pflanzliche Öle als Rohstoff der Zukunft

Mit abnehmenden Erdölvorräten ist die chemische Industrie stärker auf nachwachsende Rohstoffe angewiesen. Bereits heute decken sie elf Prozent des Rohstoffbedarfs der Chemie. Pflanzenöle rangieren dabei auf Platz Eins. Das Produktspektrum reicht von Schmierstoffen über Reinigungsmittel bis hin zu Kunststoffen. Die "Nachrichten aus der Chemie" stellen pflanzliche Öle als Rohstofflieferant der Gegenwart und der Zukunft vor.

30 Prozent aller nachwachsenden Rohstoffe für die chemische Industrie sind pflanzliche Öle, also Triglyceride aus Glycerin und langkettigen Fettsäuren. Die Kettenlänge der Fettsäuren variiert dabei ebenso wie Zahl und Lage der Doppelbindungen. Die Fettsäurezusammensetzung ändert sich mit der Pflanzensorte, den Anbaubedingungen und der Saison: So entsteht ein breites Spektrum von Rohstoffen für die chemische Industrie.
Der Großteil der pflanzlichen Öle, beispielsweise Fettsäuren aus Palmkern- und Kokosöl, dient der Produktion von Tensiden für Wasch- und Reinigungsmittel. Diese waschaktiven Substanzen aus Pflanzenölen wie die Alkylpolyglucoside sind biologisch abbaubar und hautverträglich.
Schmierstoffe auf Grundlage von Pflanzenölen sind weniger toxisch als solche auf petrochemischer Basis, entflammen erst bei höheren Temperaturen und eignen sich daher sogar als Schmiermittel für Kettensägen.
Der Chemiker Michael Meier gibt in seinem Artikel in der Juliausgabe der "Nachrichten aus der Chemie" einen Überblick über die Anwendungen von pflanzlichen Ölen in der Industrie und stellt Schwerpunkte der gegenwärtigen Forschung zu diesem Thema vor. Im Blickpunkt der Untersuchungen steht beispielsweise die Synthese von Monomeren, die an beiden Enden funktionelle Gruppen tragen. Solche Moleküle sind Grundlage für Polyester und Polyamid, aber möglicherweise auch für neue Kunststoffarten.
Die PDF-Datei des Artikels gibt es bei der Redaktion der "Nachrichten aus der Chemie" unter nachrichten@gdch.de.
Nahezu 80.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den "Nachrichten aus der Chemie" über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.

Weitere Informationen:


Dr. Ernst Guggolz, Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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