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Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 10.01.08

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Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 10.01.08

Neurologische Universitätsklinik Halle (Saale) eröffnet Parkinson-Ambulanz

Das Parkinson-Syndrom ist eine der häufigsten chronischen neurologischen Erkrankungen. In Deutschland wird die Zahl der Kranken auf etwa 200.000 geschätzt. Die Erkrankung beginnt am häufigsten um 60. Lebensjahr, aber auch Menschen im Alter von 30-40 Jahre

Foto v.l. (Daniel Gandyra): Prof. Zierz, Dr. Krasnianski und Dr. Korchounov.

Das Parkinson-Syndrom ist eine der häufigsten chronischen neurologischen Erkrankungen. In Deutschland wird die Zahl der Kranken auf etwa 200.000 geschätzt. Die Erkrankung beginnt am häufigsten um 60. Lebensjahr, aber auch Menschen im Alter von 30-40 Jahre können betroffen sein. Im Rahmen der Erweiterung des Behandlungsangebots der Neurologischen Universitätsklinik Halle (Saale) und zur Verbesserung der Behandlungssituation Betroffener im südlichen Sachsen-Anhalt wurde eine Parkinson-Ambulanz am Universitätsklinikum Halle (Saale) errichtet.


Der Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Professor Dr. med. Stephan Zierz erklärte dazu: "Die Neurologische Universitätsklinik Halle beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Erkrankungen des Nervensystems, bei denen die Bewegungskontrolle gestört und eine normale Freisetzung der Bewegungen nicht möglich ist." Sowohl die neuromuskuläre Erkrankungen als auch das Parkinson-Syndrom zählen dazu. "Mit der Eröffnung der Parkinson-Abteilung wird das breite Spektrum unserer Leistungen ergänzt und ein hochprofessionelles, bundesweit einzigartiges Versorgungsangebot bei der Erkrankungen der gesamten Bewegungsachse von Muskeln bis zu den tiefen Gehirnstrukturen, die beim Parkinson-Syndrom betroffen sind, erschaffen." Diese Ambulanz wurde errichtet, um die Diagnostik und Therapie der sämtlichen neurologisch bedingten Bewegungsstörungen unter einem Dach anzubieten.

Die Spezialisten der Parkinson-Ambulanz verfügen über mehrjährige klinische Erfahrung in medikamentöser Einstellung der Parkinson-Patienten. In enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden Neurologen oder Nervenarzt kann eine optimierte, individuell angepasste Behandlung für die Patienten gefunden werden. "Das Ziel der Behandlung ist, eine gute Beweglichkeit so lange wie möglich zu erhalten sowie die Komplikationen der Krankheit möglichst früh erkennen und vorbeugen", erklärt der Ambulanzleiter Privatdozent Dr. Alexei Korchounov. Der Behandlungserfolg hängt von der richtigen medikamentösen Einstellung ab. Die Diagnostik und Behandlung können je nach dem Zustand des Patienten ambulant oder stationär durchgeführt werden. Die Telefonnummer der Parkinson-Ambulanz lautet (0345) 557-3340. Eine telefonische Voranmeldung für die Parkinson-Sprechstunde ist notwendig.

"Auch in diagnostisch schwierigen Fällen stehen wir beratend mit dem gesamten Spektrum unserer apparativen Untersuchungen wie Tremoranalyse, Untersuchungen am vegetativen Nervensystem, Kernspintomographie oder Positron-Emissons-Tomographie für die Patienten und einweisenden Ärzte zur Verfügung", ergänzt der Leitende Oberarzt der Neurologischen Klinik Privatdozent Dr. Michael Krasnianski.

Hintergrund: Zu Beginn der Erkrankung merken die Betroffenen häufig ein Zittern der Hände sowie verlangsamte Bewegungsabläufe und Störungen der Feinmotorik bei den Alltagsaktivitäten. Dabei wird beispielsweise über die Schwierigkeiten beim Zuknöpfen, Schuhzubinden oder Essen mit Messer und Gabel berichtet. Bei vielen Patienten kann die Sprache leise und monoton werden, die Schritte beim Gehen werden kurz und schlurfend, das Schriftbild wird klein und undeutlich. Mit der Zeit lässt die allgemeine Beweglichkeit in der Regel allmählich nach. Dabei unterscheiden sich die Verläufe verschiedener Patienten deutlich: manche Betroffenen sind bereits nach fünf Jahre der Erkrankung rollstuhlpflichtig, bei manchen ist nach einem 20-jährigen Verlauf die Selbständigkeit im Alltag erhalten. Beim Fortschreiten der Erkrankung können verschiedene Komplikationen auftreten wie Verlust der gleichmäßigen Beweglichkeit (so genannte motorische Fluktuationen), Hirnleistungsstörungen, Schlafstörungen, Depression und anderen Symptome.

Wegen seiner Häufigkeit und großem Umfang der parkinson-spezifischen medikosozialen Problematik steht diese Erkrankung seit Jahren im Mittelpunkt der medizinischen Forschung und klinischen Patientenversorgung. Deswegen haben sich die Möglichkeiten für die Diagnostik und Behandlung des Parkinson-Syndroms in den letzten Jahren deutlich gebessert. Dank der Einführung neuer Medikamente und neurochirurgischen Verfahren zeigte sich eine Verlängerung der Lebenserwartung der Parkinson-Patienten. Das Erhalten der guten Beweglichkeit mit selbständiger Versorgung sowie geistiger Vitalität und damit verbundener guter Lebensqualität ist heutzutage selbst bei einer langjährigen Erkrankung möglich.

Weitere Informationen:


    Jens Müller, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
    Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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    Die Parkinson-Krankheit bzw. Morbus Parkinson (weitere Synonyme: Parkinson’sche Krankheit, Paralysis agitans = Schüttellähmung oder Zitterlähmung, Idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS)) ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Sie zählt zu den degenerativen Erkrankungen des Extrapyramidalmotorischen Systems. Die vier Hauptsymptome sind Rigor (Muskelstarre), Tremor (Muskelzittern) und Hypokinese (Bewegungsarmut), welche bis hin zu Akinese (Bewegungslosigkeit) führen kann, sowie posturale Instabilität (Haltungsinstabilität). Ausgelöst wird sie durch das Absterben von Zellen in der Substantia nigra, einer Struktur im Mittelhirn, die den Botenstoff Dopamin herstellt. Der Mangel an Dopamin führt letztlich zu einer Verminderung der aktivierenden Wirkung der Basalganglien auf die Großhirnrinde. Wikipedia


     

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