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Universitätsklinikum Heidelberg, 10.08.06

Ein neuer Risikomarker für den Herzinfarkt

Niedrige Konzentration des Hormons Adiponektin im Blut zeigt starke Verkalkung der Herzkranzgefäße an

Je geringer die Menge des Hormons Adiponektin in Blut herzkranker Patienten ist, desto stärker ist die Schädigung der Herzkranzgefäße fortgeschritten. Diesen Zusammenhang haben Wissenschaftler der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg erstmals nachgewiesen. Adiponektin wird in Fettzellen gebildet; niedrige Blutspiegel gehen auch mit einem erhöhten Risiko für Diabetes einher.

Die Heidelberger Wissenschaftler Dr. Maximilian von Eynatten und Dr. Jochen Schneider untersuchten, ob die Konzentration von Adiponektin im Blut mit den arteriosklerotisch veränderten Gefäßen im Röntgenbild übereinstimmt und erkannten einen eindeutigen Zusammenhang: Mit Hilfe des Adiponektin kann die Diagnose von Arteriosklerose verfeinert werden. Die Arbeit aus der Abteilung Endokrinologie und Stoffwechsel (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Peter Nawroth) der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg ist im Journal of the American College of Cardiology erschienen.


Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 60.000 Menschen an akutem Herzinfarkt. Die Ursache dafür ist häufig eine koronare Herzkrankheit: Die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels ist durch verkalkte Ablagerungen in den Koronargefäßen eingeschränkt. Bei komplettem Gefäßverschluss kommt es zum Herzinfarkt. Risikofaktoren sind neben familiärer Belastung und zunehmendem Alter hohe Bluttfette, Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes. Die koronare Herzkrankheit wird durch ein spezielles Röntgenverfahren (Koronarangiographie) festgestellt, bei dem über einen Herzkatheter Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße injiziert werden, um diese auf dem Röntgenbild sichtbar zu machen.

Hormon übt vermutlich Schutzeffekt auf die Herzkranzgefässe aus

Die Heidelberger Wissenschaftler werteten die Daten von 247 Patienten zwischen 31 und 83 Jahren aus, die sich aufgrund von Herzproblemen einer Koronarangiographie unterziehen mussten. Es zeigte sich, dass die Adiponektinspiegel jeweils dem Schweregrad der Erkrankung entsprachen. "Je weniger Adiponektin, desto stärker die Verkalkung und umso höher das Risiko für einen Herzinfarkt, " fasst Dr. von Eynatten seine Ergebnisse zusammen. "Wir vermuten deshalb, dass Adiponektin einen Schutzeffekt auf die Herzkranzgefäße ausübt."

Die Bestimmung des Adiponektinspiegels kann allerdings eine Katheterangiographie nicht ersetzen, sondern sichert nur die Entscheidung über die weitere Diagnostik und Behandlung ab. Möglicherweise bietet das Hormon auch einen Ansatzpunkt für die Entwicklung einer Behandlung zum Schutz des Herzmuskels.

Literatur:
Maximilian von Eynatten, Jochen G. Schneider, Per M. Humpert, Joerg Kreuzer, Helmut Kuecherer, Hugo A. Katus, Peter P. Nawroth, Klaus A. Dugi: Serum Adiponectin Levels Are an Independent Predictor of the Extent of Coronary Artery Disease in Men; JACC Vol. 47, Nr. 10, 2006: 2118-29

(Der Originalartikel kann bei der Pressestelle des Universitätsklinikums Heidelberg unter contact@med.uni-heidelberg.de angefordert werden)

Kontakt:
Professor Dr. Peter Nawroth
Tel.: 06221 / 56 8601 (Sekretariat)
E-Mail: baerbel_ungemach@med.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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