Hilfe: Sie befinden sich auf...

Universitätsklinikum Heidelberg, 05.12.03

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Universitätsklinikum Heidelberg, 05.12.03

Neue Therapie soll Chancen der Wiederbelebung erhöhen

Heidelberger Universitätsklinik für Anästhesiologie federführend bei größter Studie zur Wirksamkeit der "Lysetherapie" nach Herz-Kreislauf-Stillstand

Privatdozent Dr. Bernd Böttiger, geschäftsführender Oberarzt der Heidelberger Universitätsklinik für Anästhesiologie. / Foto: privat.

Unter der Federführung von Privatdozent Dr. Bernd Böttiger, geschäftsführender Oberarzt der Heidelberger Universitätsklinik für Anästhesiologie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Eike Martin), beginnt in den nächsten Wochen die weltweit größte Studie, die den Einsatz von Medikamenten zur Auflösung von Blutgerinnsel (Lysetherapie) bei Wiederbelebungsmaßnahmen nach akutem Herz-Kreislauf-Stillstand testet. An der Studie nehmen europaweit insgesamt 1.000 Patienten in 40 Zentren teil. Untersucht wird die Wirksamkeit des Wirkstoffes Tenectplase (MetalyseR), eines Produkts der Firma Boehringer Ingelheim, das bereits als "Thrombolytikum" für die Auflösung von Blutgerinnseln vielfältig im Einsatz ist.


Jeden Tag sterben in Europa etwa 1.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod; in Deutschland sind es etwa 100.000 Todesfälle pro Jahr. "Trotz Wiederbelebung und dem Einsatz eines Defibrillators überleben bisher nur fünf bis zehn Prozent der betroffenen Patienten", erklärt Dr. Böttiger. Ursachen des plötzlichen Herzstillstandes ist bei zwei Drittel der Patienten ein Herzinfarkt oder eine Lungenembolie, also ein Verschluss der Blutgefässe durch Blutgerinnsel. Treten diese beiden lebensbedrohlichen Ereignissen weniger akut auf, gehört die "Lysetherapie", die Auflösung des Blutpfropfens mit Medikamenten, schon seit Jahren zur Standardtherapie.

Dass auch Patienten mit einem plötzlichen Herzstillstand von der Lysetherapie profitieren, haben bereits frühere Untersuchungen und die Beobachtung von Einzelfällen nahegelegt. Vor zwei Jahren konnte Dr. Böttiger in einer Studie, die in der renommierten englischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht worden ist, an 90 Patienten zeigen, dass eine Lysetherapie die Überlebenschancen deutlich verbessert: Bei etwa zwei Drittel konnte der Kreislauf wieder in Gang gesetzt werden, die meisten wurden auf einer Intensivstation behandelt, die Überlebensrate konnte insgesamt verdoppelt werden.

"Auf einen Herz-Kreislauf-Stillstand reagiert die Blutgerinnung überschießend. Im ganzen Körper bilden sich kleine Thromben", erklärt Dr. Böttiger, der sich seit zehn Jahren mit diesen Phänomenen wissenschaftlich beschäftigt. Deshalb profitieren die Patienten von einer Lysetherapie, die zum Beispiel die ungehinderte Wiederdurchblutung des Gehirns sicherstellt.

In der neuen klinische Studie TROICA (Thrombolysis in Cardiac Arrest) erhält die Hälfte der 1.000 Patienten das gerinnungslösende Medikament, die andere Hälfte ein wirkungsloses Scheinpräparat (Placebo). Teilnehmer der Studie sind Patienten, die wegen eines Herzstillstands vom Notarzt bzw. vom Notfallteam behandelt werden. Zunächst werden alle erforderlichen Standard-Maßnahmen der Wiederbelebung durchgeführt, dann erhalten sie das Testmedikament. Der Erfolg der neuen Therapie wird daran gemessen werden, wie viele behandelte Patienten im Vergleich die Intensivstation erreichen und wie viele das Ereignis 30 Tage überleben. Weiteres wichtiges Kriterium ist die Fähigkeit der Patienten, in ihren Alltag zurückzukehren.

Literatur:
Bottiger BW, Bode C, Kern S, Gries A, Gust R, Glatzer R, Bauer H, Motsch J, Martin E: Efficacy and safety of thrombolytic therapy after initially unsuccessful cardiopulmonary resuscitation: a prospective clinical trial. Lancet. 2001 May 19;357(9268):1583-5.
(Der Originalartikel kann bei der Pressestelle des Universitätsklinikums Heidelberg unter contact@med.uni-heidelberg.de angefordert werden)

Kontakt:
Privatdozent Dr. Bernd Böttiger: 06221 / 56-6380
E-Mail: Bernd_Boettiger@med.uni-heidelberg.de

Im Internet:
Böhringer Ingelheim: http://www.boehringer-ingelheim.com

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/

Weitere Informationen:


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Genetische Schalter im Fokus der Alzheimer-Forschung 
 Fast-Track-OP: Schmerzfrei und schneller zu Hause durch bessere Akutschmerztherapie