Hilfe: Sie befinden sich auf...

Charité-Universitätsmedizin Berlin, 24.05.00

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Charité-Universitätsmedizin Berlin, 24.05.00

Neue Therapie für Brustkrebs: An Zellen und im Tiermodell erfolgreich

Aus der Medizin für die Medien 21-2000

Krebszellen zeichnen sich durch unbegrenztes Wachstum aus, das aber nicht zu einer spezialisierten Gewebefunktion führt. Außerdem haben die Krebszellen die Fähigkeit normaler Zellen zur Apoptose, das heißt zur Einleitung des eigenen Untergangs, verloren.
An Zellen und im Tierversuch an Mäusen hat unlängst die Arbeitsgruppe um Elena Elstner von der "Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie" der Charité herausgefunden, daß man das Krebszellwachstum stoppen und die Apoptose wieder in Gang bringen kann durch Bindung bestimmter Substanzen an spezielle Rezeptoren, sogenannte Nukleohormonrezeptoren.

Ein solcher Rezeptor ist PPAR-gamma, ein -Rezeptor, der sich sowohl in Fettzellen als auch in Brustkrebszellen vermehrt findet. (Hier könnte auch der vermutete Zusammenhang zwischen Fettsucht und Brustkrebs liegen). Ein weiterer Nukleohormon-Rezeptor ist der sogenannte Retinol-Rezeptor.
Elstner und ihre Arbeitsgruppe haben nun zweierlei entdeckt: Bindet man PPAR-gamma an die Substanz Troglitazon (ein Thiazolidin-Derivat, das in der Diabetes-Therapie verwendet wird), so kommt es zum Wachstumsstop der Krebszelle, aber nur solange die Substanz gegeben wird. Bindet man allerdings zusätzlich den Retinol-Rezeptor mit seinem spezifischen Liganden, der Substanz Retinolsäure (die bei bestimmten Leukämien eingesetzt wird), so kommt es zu irreversibler Wachstumshemmung. (Proceedings of the American Academy of Science 95 [1998] 8806-8811). Elstner und Mitarbeiter hatten diese ersten Befunde an Brustkrebszellen erhoben, die Östrogenrezeptoren besitzen, was schon lange als Zeichen relativer Gutartigkeit von Brustkrebs gilt. Jetzt konnten die Forscher Ihre Erkenntnisse auch an sieben weiteren Zellinien von Brusttumoren bestätigen, die weit bösartiger sind. Obendrein führte die kombinierte Anwendung von Troglitazon und Retinolsäure im Tierversuch an Mäusen zu Apoptose und Tumorzelluntergang und zwar ohne, daß giftige (toxische) Nebenwirkungen bei den Nagern festzustellen waren. (Hier könnte sich ein neue, nebenwirkungsarme Therapie für Brustkrebs eröffnen.

Für ihre Erkenntnisse, die Frau Dr. Elstner auf dem diesjährigen Kongreß der Deutschen Krebsgesellschaft in Berlin vorgestellt hat, ist sie mit dem Posterpreis 2000 ausgezeichnet worden.
Silvia Schattenfroh
_______________________________________________________
Charité
Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität Berlin

Dekanat
Pressereferat-Forschung
Dr. med. Silvia Schattenfroh
Augustenburger Platz 1
13 353 Berlin
FON: (030) 450-70-400
FAX: (030) 450-70-940
e-mail: silvia.schattenfroh@charite.de


Dr. med. Silvia Schattenfroh, Charité-Universitätsmedizin Berlin
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
HIV: Infizierte T-Zellen reißen gesunde mit in den Tod 
 Herzschlag in der Petrischale: Dreidimensionale funktionsfähige Zellkulturen