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Universität des Saarlandes, 30.04.07

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Universität des Saarlandes, 30.04.07

Neue Software zur Überwachung Antibiotika-resistenter Bakterien (MRSA)

IKOP-Innovationspreis für angewandte Infektionsprävention an cand. med. Christian Krickhahn vom Universitätsklinikum des Saarlandes verliehen.

Der IKOP-Innovationspreis für angewandte Infektionsprävention wurde dem Preisträger cand. med. Christian Krickhahn (Foto Mitte), Universitätsklinikum des Saarlandes, von Prof. Dr. med. Bernd Salzberger (Foto links), IKOP, Klinikum Universität Regensburg, am 20. April auf dem 7. Ulmer Symposium Krankenhausinfektionen übergeben. Der IKOP-Preis wird unterstützt von der Firma Mölnlycke Health Care in Erkrath, Manfred Jung (Foto rechts).

Der Preisträger entwickelte in enger Zusammenarbeit mit Oberarzt Dr. Udo Geipel vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums des Saarlandes eine Netzwerk-basierte Software zur Überwachung Antibiotika-resistenter Bakterien, wie die Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA).

"Effiziente Infektionsprävention und Kostenreduktion im Krankenhaus durch die Computer-basierte MRSA-Surveillance METHIOS - Methicillin-resistant Staphylococcus aureus Intelligent Operating System"


Mit dieser Arbeit, die als aktuell und von hoher wissenschaftlicher Qualität, im Forschungsansatz originell und bedeutend für den medizinischen Fortschritt eingestuft wurde, überzeugte cand. med. Christian Krickhahn vom Universitätsklinikum des Saarlandes den Expertenkreis "IKOP - Infektionskontrolle im OP" und gewann den IKOP-Innovationspreis für angewandte Infektionsprävention 2007.

Prof. Dr. med. Bernd Salzberger vom Klinikum der Universität Regensburg überreichte Krickhahn stellvertretend für den Expertenkreis den mit 5.000 Euro dotierten Preis auf dem 7. Ulmer Symposium Krankenhausinfektionen am 20. April 2007.

Ein weltweites Problem von Krankenhäusern, Reha-Kliniken und auch von Alten- und Pflegeheimen ist der steigende Anteil Antibiotika-resistenter Bakterien, vor allem des so genannten Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA). Er gehört zu den Hautbakterien, die v.a. den Nasen-Rachenbereich besiedeln können. Als Gesunder ist man durch MRSA nicht unmittelbar gefährdet. Ein erhöhtes Risiko haben allerdings Personen mit offenen Wunden, Hauterkrankungen oder geschwächter Immunabwehr. Ein besonderes, vor allem die stationäre Vorsorgung von MRSA-Patienten betreffendes Problem ist die Übertragbarkeit dieses Bakteriums auf weitere Patienten.

Das Erkennen unauffälliger Keimträger und das Beachten der Hygieneregeln im Krankenhaus sind die Grundlage zur Bekämpfung dieser zunehmenden Problematik. Die Effizienz vorbeugender Maßnahmen gegen dieses Bakterium setzt klare Strukturen in der Präanalytik auf der Station, eine schnelle und valide Analytik im mikrobiologischen Labor, eine zeitnahe Ergebnisübermittlung und die Umsetzung prophylaktischer und therapeutischer Verfahren der Infektionskontrolle voraus.

An dieser Stelle setzt die Software METHIOS an und gewährt einen schnellen beidseitigen Informationsfluss zwischen den behandelnden Ärzten, dem Pflegepersonal und dem mikrobiologischen Labor.

Die Software erstellt aus den medizinischen Patientendaten individuelle und an die jeweilige Situation angepasste Vorgaben zu MRSA-Nachweis (Verfahren, Ergebnisse, Vorbefunde), MRSA-Therapie (z.B. systemische / lokale Antibiotika, Antiseptika), Krankenhaushygiene (z.B. Isolierung, Umgebungsprophylaxe, Desinfektion) und Pflege des MRSA-Patienten (z.B. Umfang, DRG-Relevanz).

"Zudem besitzt die Software Auswertungs- und Alarmmodule, die auf den betreffenden Stationen und in der Abteilung für Krankenhaushygiene das Auftreten von MRSA-Patienten, Clusterbildungen und daraus resultierend durchzuführende Maßnahmen anzeigen und überwachen", so Krickhahn.

Mit Hilfe dieser Software können die erforderlichen Sanierungs-, Isolierungs- und Pflegemaßnahmen konsequent angeordnet und überwacht werden sowie die Ausbreitung der Erreger signifikant reduziert werden. Eine auf dieser Technik basierende Entwicklung klinikübergreifender MRSA-Netzwerke, die eine schnelle Übermittlung von Befunden und Therapievorgaben an die angebundenen Kliniken ermöglicht, würde in der Bekämpfung der im Krankenhaus erworbenen Infektionen effiziente Synergismen erzeugen. Gerade im Stadium der ersten gezielten länderweiten Strukturvorgaben gegen MRSA, als den wichtigsten Infektionserreger im Krankenhaus, ist dieser Ansatz wegweisend.

Kontakt für Rückfragen:

OA Dr.med. Udo Geipel
Facharzt für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Staatliche Medizinaluntersuchungsstelle
Universitätsklinikum des Saarlandes

Tel.: 06841/16-23946
Fax: 06841/16-23965
E-Mail: dr.udo.geipel@uks.eu

Hintergrundinformation: Der Expertenkreis IKOP - Infektionskontrolle im OP

Seit Sommer 2003 richten die sieben Mediziner des Arbeitskreises "IKOP - Infektionskontrolle im OP" ihr Augenmerk auf die Themen Sterilität, Hygiene und Infektionsverhütung. Um die wissenschaftliche Arbeit auf diesem Gebiet zu unterstützen, schreibt der Expertenkreis zweijährlich den "IKOP Innovationspreis für angewandte Infektionsprävention" aus.

Die Experten des IKOP Expertenkreises sind: (alphabetisch): Prof. Dr. med. Frank M. Baer, Klinikum der Universität zu Köln, Klinik III für Innere Medizin; PD Dr. med. Oliver Cornely, Klinikum der Universität zu Köln, Klinik I für Innere Medizin; Prof. Dr. med. Markus Dettenkofer, Universitätsklinikum Freiburg, Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene; Dr. med. Udo Geipel, Universitätsklinikum des Saarlandes, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene; PD Dr. med. Jürgen Höher, Praxis für Sporttraumatologie und Unfallchirurgie am Klinikum Köln-Merheim; Prof. Dr. med. Sebastian Lemmen, Universitätsklinikum Aachen, Zentralbereich für Krankenhaushygiene; Prof. Dr. med. Bernd Salzberger, Klinikum Universität Regensburg, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I.

Die Arbeit von IKOP wird durch Mölnlycke Health Care, Erkrath, unterstützt.

Mehr Informationen zu IKOP finden Sie auch im Internet unter www.ikop.org

Weitere Informationen:


Saar - Uni - Presseteam, Universität des Saarlandes
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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