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Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, 23.02.00

Neue Perspektiven für die Nierentransplantation bei Kindern

Neue Perspektiven für die
Nierentransplantation bei Kindern

Der "Freiburger Weg": Enge Zusammenarbeit von
Universitäts-Kinderklinik und Elternverein

Weltweit sind chronische Nierenerkrankungen ein wesentlicher Kostenfaktor für unsere Gesundheitssysteme. Auch in Deutschland nehmen Jahr für Jahr chroni-sche Nierenerkrankungen zu, die in den meisten Fällen nur durch Dialyse oder eine Transplantation zu behandeln sind. 99 Spendernieren wurden im vergange-nen Jahr in der Freiburger Universitätsklinik implantiert, zwölf davon Kindern un-ter 15 Jahren. Bundesweit waren es bei Kindern sowie Erwachsenen 2275 Or-gane. Durch den Einsatz neuer Medikamente konnten die Ärzte vor allem im Bereich der Nierentransplantation bei Kindern in den letzten drei Jahren neue Perspektiven aufzeigen: So wurde beispielsweise die Gefahr einer Abstoßungs-reaktion von Transplantationsorganen deutlich minimiert: Nur noch 20 Prozent der implantierten Spendernieren werden in der Regel vom Körper abgestoßen, können aber durch medikamentöse Behandlung behalten werden. Verloren wird demnach keine Niere, für den Langzeitverlauf ist es dennoch wichtig, dass Ab-stoßungsreaktionen möglichst selten vorkommen. In wenigen Jahren hoffen die Mediziner sogar, diese Quote auf zehn Prozent halbieren zu können.


Möglich sind diese klinischen Fortschritte nicht zuletzt durch eine frühzeitige In-tegration von begleitenden psycho-sozialen Maßnahmen für betroffene Kinder und deren Angehörige, die ohne das Engagement von privaten Förderinitiativen und -vereinen kaum realisierbar wären. Eine enge Zusammenarbeit, die die Frei-burger Universitäts-Kinderklinik gemeinsam mit dem Verein "HILFE für chronisch nierenkranke Kinder und Jugendliche e.V." beschreitet. Auch in Zeiten der leeren Kassen wollen der Leitende Oberarzt an der Freiburger Universitäts-Kinderklinik, Professor Dr. Lothar-Bernd Zimmerhackl, und Dr. Arnfried Kapp-Schwoerer, Erster Vorsitzender des Elternvereins, mit diesem Modell eine optimale Versor-gung garantieren. Betroffene Eltern und Mitarbeiter der Kinderklinik gründeten bereits 1976 den Verein, der seitdem nicht nur Personalstellen im psycho-sozialen Bereich, sondern auch Zuschüsse für erkrankte Kinder aus sozial schwachen Familien sowie Beiträge zur Verbesserung der räumlichen und tech-nischen Situation der Dialysestation finanziert. Auch die Ermöglichung von Feri-enfreizeiten ist ein wesentlicher Faktor, nierenkranke Kinder ganzheitlich zu be-treuen. Ein Familienurlaub ist kaum durchführbar, wenn die Tochter oder der Sohn drei Mal die Woche zur Dialyse muss. Damit die jungen Patienten einige unbeschwerte Tage mit Gleichgesinnten verbringen und die Eltern zu Hause Kraft sammeln können, begleiten eine Sozialpädagogin und mehrere ausgebildete Dialyse-Schwestern die Kinder und Jugendlichen auf der Nierenfreizeit. Die Urlauber werden so optimal gesundheitlich versorgt - eine kostspielige Angele-genheit, für die der Elternverein auf Spenden angewiesen ist.

Rund 30 Jugendliche des "Freiburger Schüler-Jazzorchesters" haben sich bereit erklärt, diesen "Freiburger Weg" der Betreuung chronisch nierenkranker Kinder und Jugendlicher zu unterstützen. Bei einem Konzert, das am Samstag, den 26. Februar 2000, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Zähringen stattfinden wird, ist auch die Schirmherrin des Vereins, die baden-württembergische Landwirtschaftsmini-sterin Gerda Staiblin, anwesend.

Kontakt:
Prof. Dr. Lothar-Bernd Zimmerhackl
Universitäts-Kinderklinik
Mathildenstraße 1
79106 Freiburg
Tel.: 0761/270 4309
Fax: 0761/270 4407
E-mail: hackl@kkl200.ukl.uni-freiburg.de

Dr. Arnfried Kapp-Schwoerer
Erster Vorsitzender des Vereins
"Hilfe für chronisch nierenkranke
Kinder und Jugendliche e.V."
Hauptstraße 157
79211 Denzlingen
Tel.: 07666/ 948060
Fax: 07666/ 948061


Rudolf-Werner Dreier, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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