Hilfe: Sie befinden sich auf...

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ, 18.02.08

Ergänzend zum Artikel

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die Schlagworte zum Artikel klicken, um (andere) Artikel zu den jeweiligen Schlagworten anzuzeigen.
Auf der rechten Seite finden Sie ebenfalls Artikelinks und weitere Informationen zu den Schlagworten dieses Artikels.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ, 18.02.08

Neue Methode zum Messen der Biodiversität - Wie individuelle Arten die Vielfalt tropischer Wälder strukturieren

Leipzig. Deutsche und Srilankische Forscher haben eine neue Methode entwickelt, um die Auswirkungen von Arten auf die lokale Biodiversität zu messen. Damit kann festgestellt werden, ob eine bestimmte Art die Artenvielfalt fördert oder unterdrückt. Die neu

Blätterdach im Sinharaja Tropenwald auf Sri Lanka. Das Foto zeigt Shorea trapezifolia in der Blüte. Diese Art ist einer der dominanten Laubbaumarten, die feuchte Habitate an Berghängen in mittleren und niedrigen Lagen bevorzugen. Das Untersuchungsgebiet wurde 1978 als Weltbiosphären-Reservat ausgewiesen und zählt seit 1988 zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Foto: Nimal Gunatilleke, Universität Peradeniya

Stamm von Zanthoxylum ekmanii, einer der untersuchten tropischen Baumarten auf Barro Colorado Island (BCI) in Panama.
Foto: Smithsonian Tropical Research Institute, Center for Tropical Forest Science (STRI-CTFS)

Die Forscher werteten mit ihrer neuen Methode einzigartige Daten von zwei tropischen Wäldern in Panama und Sri Lanka aus, die zu einem vom Smithsonian Tropical Research Institute organisierten Netzwerk gehören. In diesem Netzwerk wird seit Jahren in tropischen Wäldern rund um den Globus auf zwölf ausgesuchten bis zu 50 Hektar großen Probeflächen jeder einzelne Baum mit einem Stamm dicker als ein Bleistift kartiert. Dabei verglichen die Forscher etwa 40.000 größere Bäume im tropischen Regenwald auf der Insel Barro Colorado mit denen im Nationalpark Sinharaja auf Sri Lanka. Zur Überraschung der Forscher hinterlassen mehr als zwei Drittel aller Arten keine identifizierbaren Spuren in der lokalen Artenvielfalt und die anderen Baumarten wirkten sich nur in ihrer unmittelbaren Umgebung, im Umkreis von bis zu 20 Metern, auf die lokale Artenvielfalt aus, aber nicht auf großen Skalen. Diese Erkenntnisse stützen die heftig diskutierte "Neutrale Theorie", wonach die Eigenschaften von Arten für die Stabilität und Diversität von Ökosystemen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Offenbar basiert der Artenreichtum tropischer Regenwälder auf ausgeglichenen Interaktionen zwischen den Arten. Thorsten Wiegand hierzu: "Bisher ist unter Biodiversitätsforschern umstritten, welche Prozesse dafür sorgen, dass eine hohe Artenvielfalt entstehen kann und welche Prozesse diese komplizierten Systeme stabil halten".

Auf der Untersuchungsfläche in Panama gab es viele "abstoßende" Arten. In Sri Lanka dagegen dominieren "anziehende" Arten, die die Artenvielfalt fördern. Wieso sich diese beiden Tropenwälder in dieser Frage so stark unterscheiden, ist noch ungeklärt. Immerhin kam das Verfahren neu zum Einsatz. "Wir haben die neue Methode zwar im tropischen Regenwald erstmals angewendet, aber sie ist universell für Pflanzen in allen Ökosystemen einsetzbar", sagt Dr. Andreas Huth vom UFZ. Die neue Methode schließt eine Lücke zwischen einer eher groben Beschreibungen der Artenvielfalt (für das ganze Ökosystem) und extrem detaillierten Analysen (Wechselwirkungen zwischen einzelnen Arten). Künftig soll diese neue Methode auch mit den bereits am UFZ entwickelten Waldmodellen kombiniert werden.

Weitere Informationen:
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Dr. Andreas Huth
Telefon: 0341-235-1719
http://www.ufz.de/index.php?de=3983
und
Dr. Thorsten Wiegand
Telefon: 0341-235-1714
http://www.oesa.ufz.de/towi/
oder über die Pressestelle
Doris Böhme / Tilo Arnhold
Telefon: 0341-235-2278
E-mail: presse@ufz.de

Publikation:
Thorsten Wiegand, C. V. Savitri Gunatilleke, I. A. U. Nimal Gunatilleke, and Andreas Huth: How individual species structure diversity in tropical forests.
PNAS, 10.1073/pnas.0705621104 ( Ecology )
http://www.pnas.org/.../content/abstract/0705621104v1
http://www.pnas.org/...gi/content/full/0705621104/DC1

Links:
Pressemitteilung vom 25.09.07 (Tropische Baumarten gehen sich aus dem Weg)
http://www.ufz.de/index.php?de=15138
Monitorprogramm des Center for Tropical Forest Science (CTFS):
http://www.ctfs.si.edu/doc/plots/sinharaja/index.html
http://www.ctfs.si.edu/doc/plots/bci/index.html

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ wurde 1991 gegründet und beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle/S. und Magdeburg rund 830 Mitarbeiter. Es erforscht die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt in genutzten und gestörten Landschaften, insbesondere dicht besiedelten städtischen und industriellen Ballungsräumen sowie naturnahen Landschaften. Die Wissenschaftler des UFZ entwickeln Konzepte und Verfahren, die helfen sollen, die natürlichen Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen zu sichern.
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Weitere Informationen:


Tilo Arnhold, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Was das Blut gerinnen lässt - Wissenschaftler klären fundamentalen Schritt der Blutgerinnung auf und liefern damit einen neuen A 
 Gezielte Hilfe bei Lymphknotenkrebs

Klicken Sie auf die Schlagworte um weitere Links oder Infos dazu angezeigt zu bekommen
Weitere Artikel zu "Artenvielfalt"

Wikipedia Logo
Artenvielfalt ist ein Maß für die Vielfalt der biologischen Arten innerhalb eines Lebensraumes oder geographischen Gebietes und somit für die Vielfalt von Flora, Fauna und der Mikroorganismen. Wikipedia


 
Weitere Artikel zu "Biodiversität"

Wikipedia Logo
Gemäß dem Übereinkommen über Biologische Vielfalt (CBD) bezeichnet Biodiversität die Vielfalt der Arten auf der Erde, die Vielfalt innerhalb der Arten (genetische Unterschiede zwischen Individuen und Populationen) sowie die Vielfalt von Ökosystemen. Wikipedia


 

Wikipedia Logo
Panama (spanisch Panamá) ist ein Staat in Zentralamerika, der an Costa Rica im Westen und Kolumbien im Osten grenzt. Der das Land durchquerende Panamakanal verbindet die Karibische See im Norden und den Pazifischen Ozean im Süden. Wikipedia


 

Wikipedia Logo
Sri Lanka, bis 1972 Ceylon (amtlich: Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka) ist ein Inselstaat im Indischen Ozean 31km vor der Südspitze des Indischen Subkontinents. Die Insel wird auch Perle des Indischen Ozeans[1] genannt und hat ca. 20 Millionen Einwohner. Wikipedia


 
Weitere Artikel zu "Wald"

Wikipedia Logo
Ein Wald ist ein in Schichten aufgebautes Ökosystem, das dauerhaft mit Gehölzen wie Bäumen bewachsen ist. Die Welternährungsorganisation spricht von Wald, wenn die Bäume in winterkalten Gebieten mindestens drei, im gemäßigten Klima mindestens sieben Meter hoch sind. Der bewirtschaftete Wald heißt Forst. Wikipedia


 

Archiv

Themen

Schlagworte

Anzeigen