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Universität des Saarlandes, 25.04.07

Neue Erkenntnisse bei nierenerhaltenden Tumoroperationen

Professor Francesco Montorsi (Mailand) überreicht Dr. Frank Becker (Foto rechts) vom Universitätsklinikum des Saarlandes den Preis

Anlässlich der Jahrestagung der Europäischen Urologischen Gesellschaft EAU (European Association of Urology) in Berlin wurde Dr. Frank Becker der Preis für die beste wissenschaftliche Veröffentlichung im führenden urologischen Journal "European Urology" im Jahr 2006 verliehen. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

Seine beiden ausgezeichneten Publikationen beschäftigen sich mit neuesten Erkenntnissen bei nierenerhaltenden Tumoroperationen.

In seiner ersten Arbeit mit dem Titel


"Elective Nephron Sparing Surgery Should Become Standard Treatment for Small Unilateral Renal Cell Carcinoma: Long-term Survival Data of 216 Patients"

stellt Dr. Becker anhand der Daten von 216 Patienten fest, dass kleinere Nierentumoren bis 4 cm nierenerhaltend operativ entfernt werden können, ohne dass die Überlebensraten für die Patienten schlechter werden als bei der Totalentfernung der Niere. Somit schont man Nierengewebe und kann eine Niereninsuffizienz und ggfs. eine spätere Dialyse vermeiden. Die Publikation beschreibt das klinische Ergebnis und die guten Überlebensraten dieser Patienten auf Basis der statistischen Daten der in Homburg operierten Patienten.

"Excellent Long-Term Cancer Control with Elective Nephron-Sparing Surgery for Selected Renal Cell Carcinomas Measuring More Than 4 cm"

Die zweite Publikation befasst sich mit einer speziellen Patientengruppe, die auch nierenerhaltend operiert wurden, deren Tumor aber über 4 cm groß war. Die aktuellen Untersuchungen zeigen, dass diese Patienten eine genauso gute Überlebenswahrscheinlichkeit haben wie Patienten, denen bei der gleichen Tumorart die komplette Niere entfernt wurde. Deshalb wird in der wissenschaftlichen Arbeit empfohlen, die Indikation zur Nierenteilenfernung zu erweitern und auch Tumoren über 4 cm - sofern dies technisch möglich und onkologisch sinnvoll ist - nierenerhaltend zu operieren.

Das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg verfügt mit mehr als 3000 Patienten über eine der weltweit größten Datenbanken von Patienten nach Nierentumoroperation, die retrospektiv bis 1975 zurückreicht. Im Universitätsklinikum des Saarlandes wurde auch speziell für die nierenerhaltende Operation Pionierarbeit geleistet. Homburg war eines der ersten deutschen Zentren, die diese Methode mit etablierten und verfeinerten.

Weitere Informationen:

Dr. Frank Becker, Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Urologie und Kinderurologie (Direktor Professor Dr. Michael Stöckle), 66421 Homburg
Telefon: 06841 16-24702, e-mail: frank.becker@uniklinikum-saarland.de

Weitere Informationen:


Saar - Uni - Presseteam, Universität des Saarlandes
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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