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Robert Koch-Institut, 22.06.00

Neue Ergebnisse des Bundes-Gesundheitssurveys

Neue Ergebnisse des Bundes-Gesundheitssurveys ab sofort für die wissenschaftliche Öffentlichkeit verfügbar

Das Robert Koch-Institut informiert in der Juni-Ausgabe des Bundesgesundheitsblattes über neue Auswertungsergebnisse des Bundes-Gesundheitssurveys, einer 1997/99 vom Robert Koch-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführten repräsentativen Gesundheitsstudie bei 7124 erwachsenen Bundesbürgern. Neben Berichten zu Allergien, Herz-Kreislauf-Risikofaktoren und Unfällen werden erstmalig auch Aussagen getroffen zur Verbreitung von körperlichem Schmerz und dessen Lokalisation in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht. Zirka zehn Prozent der Bevölkerung leiden danach akut unter starken bis unerträglichen Schmerzen. Die Koppelung dieser Informationen mit den Angaben der Studienteilnehmer zu ihrer subjektiv eingeschätzten Lebensqualität weist mit einer kaum noch zu steigernden Deutlichkeit darauf hin, dass der Schmerz als Leitsymptom von Störungen der Gesundheit, unabhängig von Verursachung und Lokalisation alle Bereiche der physischen, psychischen und sozialen Befindlichkeit beeinträchtigt. Die Bedeutung von gezielter Schmerztherapie und frühzeitiger Prophylaxe wird hier nachhaltig unterstrichen.

Obwohl das Robert Koch-Institut weitere und noch tiefergehende Auswertungen mit den vorliegenden Daten plant und dabei auch mit externen Wissenschaftlern zusammenarbeitet, sind die Daten schon jetzt der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich. Sie werden zusammen mit einer ausführlichen Dokumentation gegen eine Schutzgebühr von DM 175,- abgegeben. Der Antrag auf Bereitstellung des Datensatzes kann schriftlich im Epidemiologischen Datenzentrum des Robert Koch-Instituts angefordert werden (Adresse: General-Pape-Str. 62-66, 12101 Berlin, e-mail StolzenbergH@rki.de) und ist in Kürze auch im Internet unter http://www.rki.de/GESUND/DATEN/PUBLIC/PUBLIC.HTM abrufbar. Die Bereitstellung der Survey-Daten ist die Fortsetzung einer Tradition des Robert Koch-Instituts, das auch die Daten früherer Erhebungen als "Public Use File" (zuletzt des Ost/West-Gesundheitssurveys 1990/1992) der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt hatte.
Durch die Freigabe des Datensatzes des Bundes-Gesundheitssurveys bereits ein halbes Jahr nach Abschluss der aufwendigen Qualitätskontrolle der Daten will das Robert Koch-Institut ein Zeichen setzen: Die mit öffentlichen Mitteln finanzierten Daten stehen zeitnah und unter allen für das Gesundheitswesen relevanten Gesichtspunkten für Auswertungen bereit. Schlussfolgerungen, die sich aus den Ergebnissen der Erhebung ziehen lassen, sollen so im Interesse der Verbesserung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung rasch umgesetzt werden können.
Die bereits im Dezember 1999 in einem Sonderheft der Zeitschrift "Das Gesundheitswesen" veröffentlichten Basisauswertungen erregten ein so großes Interesse, dass die Gesamtauflage des Heftes bereits vergriffen ist. Daher hat sich der Thieme-Verlag im Einvernehmen mit dem Robert Koch-Institut entschlossen, diese Publikation für zunächst drei Monate im Internet verfügbar zu machen: http://www.thieme.de/gesu/index.html. Die ersten Auswertungsergebnisse des Bundes-Gesundheitssurveys hatte das Robert Koch-Institut in den vergangenen neun Monaten auch in mehreren Pressemitteilungen veröffentlicht, darunter "Die Deutschen sind zu dick", "Allergische Krankheiten nehmen in Deutschland weiter zu" oder "Drastischer Anstieg der Zahl der Raucherinnen in den neuen Bundesländern".

Weitere Informationen zum Bundes-Gesundheitssurvey:
http://www.rki.de/...ND/DATEN/BGSURVEY/BGSURVEY.HTM

+++ ENDE RKI +++

Weitere Informationen:


Dr. Ulrich Marcus, Robert Koch-Institut
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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