Hilfe: Sie befinden sich auf...

Universität Basel, 29.11.07

Ergänzend zum Artikel

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die Schlagworte zum Artikel klicken, um (andere) Artikel zu den jeweiligen Schlagworten anzuzeigen.
Auf der rechten Seite finden Sie ebenfalls Artikelinks und weitere Informationen zu den Schlagworten dieses Artikels.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Universität Basel, 29.11.07

Neuartige Membran steigert Effizienz der Trinkwasseraufbereitung um ein Vielfaches

Wissenschaftler am Departement Chemie der Universität Basel und am Swiss Nanoscience Institute Basel ist es gelungen, einen stabilen Träger für mikroskopische biologische Wasserfilter, so genannte Aquaporine, zu synthetisieren. Damit lassen sich hocheffiziente Filter für die Dialyse oder die Trinkwassergewinnung realisieren, welche die besten derzeit kommerziell erhältlichen Filter bei Weitem übertreffen. Für Länder mit Trinkwasserproblemen eröffnen sich damit neue Chancen und Möglichkeiten. Die Forschungsergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America" (PNAS) veröffentlicht.

Aquaporine sind Proteine, die unter anderem in der menschlichen Niere für die Reinigung des Wassers verantwortlich sind. Sie lassen mit höchster Zuverlässigkeit nur reines Wasser durch. Jegliche Fremdkörper und Verunreinigungen bleiben in diesen extrem sensitiven Filtern hängen. In den menschlichen Nieren reinigen diese natürlichen Super-Filter täglich bis zu 200 Liter Flüssigkeit.

Die Funktion der Aquaporine war bereits seit Längerem bekannt. Für die Entdeckung der Aquaporine als biologische Wasserkanäle erhielt Peter Agre 2003 den Nobelpreis für Chemie. Nun ist es einem Team von Wissenschaftlern um Prof. Wolfgang P. Meier vom Departement Chemie der Universität Basel und vom Swiss Nanoscience Institute Basel (SNI) erstmals gelungen, eine synthetische Membran herzustellen, in die sich die Aquaporine stabil und geordnet einbringen lassen. Dabei nehmen sie ihre natürliche, für die Funktion unabdingbare Form an, sind gegen Bakterien geschützt und zudem mechanisch stabil eingebettet.


Die neuartige Trägermembran besteht aus einem Blockpolymer, das völlig dicht ist. Durch das Einbringen von Aquaporinen entstehen winzig kleine Poren, die ausschliesslich für Wasser durchlässig sind. Andere gelöste Substanzen wie Salze oder Verunreinigungen können nicht passieren.

Der Forschungserfolg wurde erst durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Chemikern, Biologen und Ingenieuren möglich. Zurzeit stellen die Forscher um Prof. Meier aus der Trägermembran nanometergrosse geschlossene Bläschen her. Eine Erweiterung der Technik auf grosse flache Membrane ist Gegenstand der aktuellen Forschung. Ausserdem beschäftigt sich das Team mit Kanälen für andere Stoffe. Dank der kontrollierbaren Durchlässigkeit der Membran kann die Verabreichung gewisser Medikamente dadurch gezielt gesteuert werden.

Hilfreiche Technologie für Länder mit Trinkwasserproblemen
Erste Laborversuche haben gezeigt, das die Leistungsfähigkeit bei der Trinkwasserreinigung durch die Bläschen hindurch bereits dreissig Mal besser ist als die besten heute kommerziell erhältlichen Trinkwasserfilter. Theoretisch sollte sich dieser Wert noch auf das 20'000-Fache verbessern lassen. Die Resultate haben daher eine hohe Relevanz und Wichtigkeit für mögliche Anwendungen in der Dialyse und Effizienzsteigerung von Trinkwasseraufbereitungsanlagen - insbesondere bei Entsalzungsanlagen. Die Trinkwasserproblematik in bestimmten Entwicklungsländern könnte damit merklich entspannt werden, da die Aquaporine wie auch die Blockpolymer-Membran in der Herstellung kostengünstig sind.

Weitere Auskünfte
Prof. Dr. Wolfgang P. Meier, Departement Chemie der Universität Basel, Klingelbergstrasse 80, 4056 Basel, Tel. 061 267 38 02, E-Mail: Wolfgang.Meier@unibas.ch

Originalpublikation
Manish Kumar, Mariusz Grzelakowski, Julie Zilles, Mark Clark, and Wolfgang Meier
Highly permeable polymeric membranes based on the incorporation of the functional water channel protein Aquaporin Z
Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS), published November 2007, doi: 10.1073/pnas.0708762104


lic. phil. Hans Syfrig, Universität Basel
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Kleine Helfer in der Schwangerschaft. Protein unterstützt Anpassung des mütterlichen Immunsystems 
 Das Krainer Widderchen, der Blutströpfchenfalter - Insekt des Jahres 2008

Klicken Sie auf die Schlagworte um weitere Links oder Infos dazu angezeigt zu bekommen

Wikipedia Logo
Aquaporine (AQP) sind Proteine, die Kanäle in der Zellmembran bilden, um den Durchtritt von Wasser und einigen weiteren Molekülen zu erleichtern (Membrantransport). Sie sind ubiquitär; sie wurden in Archaeen, Bakterien und Eukaryoten gefunden. Wikipedia


 
Weitere Artikel zu "Membran"

Wikipedia Logo
Eine Membran (von mittelhochdeutsch membrane "Pergament"; von lateinisch membrana "Häutchen" bzw. membrum "Körperglied") ist eine Trennschicht, eine dünne Haut. Wikipedia


 
Weitere Artikel zu "Trinkwasser"

Wikipedia Logo
Unter Trinkwasser versteht man Süßwasser mit einem so hohen Grad an Reinheit, dass es für den menschlichen Gebrauch, insbesondere zum Trinken und zur Zubereitung von Speisen, geeignet ist. Zudem müssen technische Anforderungen (keine Aggressivität gegen Rohrleitungen, Vermeidung von Ablagerungen) gewährleistet sein. Im Trinkwasser dürfen keine krankheitsverursachenden (pathogenen) Mikroorganismen enthalten sein. Ebenso sollte eine Mindestkonzentration an Mineralstoffen enthalten sein. Die häufigsten in Wasser gelöst enthaltenen Mineralstoffe sind Calcium-, Magnesium-, Carbonat-, Hydrogencarbonat- und Sulfat-Ionen. Deren Konzentrationen werden summarisch als Härtegrad des Wassers angegeben. Trinkwasser sollte mindestens 5°dH und soll höchstens 25°dH haben. Der pH-Wert muss zwischen 6,5 und 9,5 liegen. Wikipedia


 

Wikipedia Logo
Ein Wasserfilter ist als Wasserreinigungsgerät eine Vorrichtung, um bestimmte Substanzen oder Mikroorganismen aus Wasser fernzuhalten oder ihre Konzentration darin zu senken. Zumeist liegt der Filterung von Wasser eine passive mechanische Barriere für die auszufilternden Substanzen zugrunde, bei gleichzeitiger Durchlässigkeit für Wasser. Ein typisches einfaches Beispiel sind filternde Sände oder Kies, die von einem Wasserstrom durchflossen werden. Wikipedia


 

Archiv

Themen

Schlagworte

Anzeigen