Die Natur zum Vorbild: Kohlendioxid praktisch nutzen
Unbestrittene Meister in den Laboren von Mutter Natur sind die Pflanzen: Aus dem stabilen Kohlendioxid bauen sie mit Sonnenlicht große, energiereiche Moleküle, die Zucker. Darum beneidet sie jeder Chemiker. Denn Kohlendioxid so großtechnisch reagieren zu
Um die Erderwärmung zu bremsen, müssen wir handeln. Bislang erzeugen menschliche Aktivitäten jährlich mehr als 20 Gigatonnen Kohlendioxid. Doch nicht nur weniger Kohlendioxid auszustoßen, sondern auch das, was zuviel ist, zu verwerten, würde den Treibhauseffekt mindern. Das Problem: Kohlendioxid sitzt tief im thermodynamischen Keller: Es ist ungeheuer stabil und nur schwer für eine chemische Reaktion zu begeistern. Doch - richtig angestellt - lassen sich mit ihm neue Materialien herstellen oder gefährliche Bausteine in der Synthesechemie ersetzen.
Polycarbonate sind synthetische Polymere, aus denen beispielsweise CD, DVD und Brillengläser bestehen. Für die Produktion des Kunststoffs benötigt man zurzeit noch das äußerst giftige Phosgen. Doch ein neues Verfahren, das Polycarbonate aus Epoxiden und Kohlendioxid aufbaut, steht bereits vor der Markteinführung.
Methanol, ein möglicher Energieträger der Zukunft, kann aus Kohlendioxid mit Wasserstoff entstehen: Eine Pilotanlage in Onogaw/Japan hat gezeigt, dass diese Methode industriell einsetzbar ist. Andere Produkte der Kohlendioxid-Verwertung können Essigsäure, Kohlenmonoxid oder Methan sein.
Der Jenaer Chemiker Dirk Walther gibt in seinem Artikel über die Chemie des Kohlendioxids einen Überblick - von neuen Ideen über marktreife Synthesen bis hin zu etablierten Verfahren. Ein PDF-File des Beitrages im Dezemberheft der "Nachrichten aus der Chemie" gibt es kostenlos bei der Redaktion unter nachrichten@gdch.de.
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