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Helmholtz Zentrum München - Deutsches..., 22.01.08

Missing Link zwischen Algen und Blütenpflanzen: Das Genom des Mooses Physcomitrella patens ist entschlüsselt

Was für den Menschen Fruchtfliege und Maus waren, ist für Blütenpflanzen das Moos Physcomitrella patens: Mit der Genomsequenzierung des Kleinen Blasenmützenmooses ist die bis dahin klaffende Lücke zwischen einzelligen Algen und komplexen Blütenpflanzen ge

Im Dezember 2007 veröffentlichte das Team seine Ergebnisse in der 13. Online Ausgabe des Science-Magazins, am 4. Januar 2008 erschien die entsprechende Druckversion. Die Sequenzierung erfolgte am Genominstitut des US-amerikanischen Energieministeriums. Klaus Mayer und Heidrun Gundlach, Wissenschaftler am Institut für Bioinformatik des Helmholtz Zentrums München hatten dabei die Aufgabe, sowohl den repetetiven Anteil des Genoms als auch die auf diese Bereiche beruhenden Genomdynamiken detailliert zu analysieren, um Einblick in die Evolution des Genoms zu bekommen.


Physcomitrella patens ist das erste sequenzierte Moos und damit zum Modellorganismus geworden: Sie ist eine der wenigen vielzelligen Organismen mit hoch effizienter homologer Rekombination. Genfunktionen können hier gut analysiert werden, weil fremde DNA-Abschnitte einfach und gezielt an bestimmte Positionen im Erbgut des Mooses integriert und spezielle Gene ausgeschaltet werden können.

Mit der vollständigen Genomsequenz können evolutive Entwicklungen seit der Trennung von Moosen und Blütenpflanzen vor mehr als 400 Millionen Jahren und der Differenzierung von einzelligen, im Wasser lebenden Algen erforscht werden. Etwa wie es die ersten Landpflanzen geschafft haben, extreme Temperaturschwankungen, Trockenheit, hohe UV-Strahlung und starke Salzbelastung zu tolerieren.

Im Blick hat man Möglichkeiten beispielsweise Getreide so zu verändern, dass es resistenter gegenüber längeren Trockenperioden ist: Jene Gene nämlich, die es einst Pflanzen ermöglichten das Land zu besiedeln, könnten heute Getreide helfen, sich besser an Dürreperioden und Hitze anzupassen; ein Vorteil nicht nur für Länder der dritten Welt. Durch Selektion könnte auch Getreide gezüchtet werden, das besonders für die Produktion von Biomasse und Biokraftstoff verwendet werden soll.

Erstaunlich ist die Größe des Erbguts von Physcomitrella patens: Es umfasst etwa 36.000 Gene, das sind etwa 50 Prozent mehr als man im menschlichen Genom vermutet, und etwas weniger als 500 Millionen Nukleotide. Dabei sind Moose anatomisch gesehen eher einfach gebaut: Sie haben weder richtige Wurzeln, noch Stamm, Blätter, Blüten oder Samen.

Kontakt zur Pressestelle

Heinz-Jörg Haury
Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, Abteilung Kommunikation
Tel.: 089-3187-2460
E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

Neuherberg, 22. Januar 2008

Weitere Informationen:


Michael van den Heuvel, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesu
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Als Genom oder auch Erbgut eines Lebewesens wird die Gesamtheit der vererbbaren Informationen einer Zelle bezeichnet, die als Desoxyribonukleinsäure (DNA) vorliegt. Einige Viren nutzen statt DNA RNA als Speichermedium. Das Genom enthält die Informationen, die zur Entwicklung (Ontogenese) und zur Ausprägung der spezifischen Eigenschaften des Lebewesens oder Virus notwendig sind. Diese Informationen sind in der Basensequenz der DNA enthalten. Wikipedia


 
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Moose sind grüne Landpflanzen, die in der Regel kein Stütz- und Leitgewebe ausbilden. Nach heutiger Auffassung haben sie sich vor etwa 400 bis 450 Millionen Jahren aus Grünalgen der Gezeitenzone entwickelt. Die Moose sind durch einen Generationswechsel gekennzeichnet, bei dem die geschlechtliche Generation (Gametophyt) gegenüber der ungeschlechtlichen (Sporophyt) dominiert. Der haploide Gametophyt ist die eigentliche Moospflanze, er kann lappig (thallos) oder beblättert (folios) sein. Kennzeichen der Moose sind die Photosynthesepigmente Chlorophyll a und b, Stärke als Speichersubstanz und Zellwände aus Zellulose, aber ohne Lignin. Es gibt rund 16.000 Arten. Die Wissenschaft von den Moosen heißt Bryologie. Die drei klassischen Sippen Hornmoose, Lebermoose und Laubmoose werden heute auf zwei Abteilungen verteilt. Wikipedia


 

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