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Medizinische Hochschule Hannover, 25.07.06

MHH-Studie belegt: Das Sterberisiko für Frühgeborene ist in großen Perinatalzentren geringer

Untersuchung bewertet Daten aus zehn Jahren / Veröffentlichung in "Pediatrics"

Das Sterberisiko für zu früh geborene Kinder ist auf kleinen Frühgeborenenintensivstationen um 80 Prozent höher als in großen Perinatalzentren. Diese Zahl belegt eine Studie der Wissenschaftlerin Dr. Dorothee B. Bartels, Abteilung Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Gemeinsam mit Professor Dr. Christian F. Poets, Chefarzt der Neonatologie im Universitätsklinikum Tübingen, wertete Dr. Bartels die Zahlen der Kinderkliniken in ganz Niedersachsen für den Zeitraum von 1991 bis 1999 aus. Zu Grunde lagen die Daten von 4379 Kindern, die zehn bis 16 Wochen zu früh auf die Welt gekommen waren. "Diese Studie belegt erstmals auch für Deutschland, dass Frühgeborene bessere Überlebenschancen haben, wenn sie vor der Geburt in ein Perinatalzentrum mit viel Erfahrung in der Versorgung der kleinen Patienten verlegt werden", betont Dr. Bartels. Die Ergebnisse der Studie sind in der Juni-Ausgabe der renommierten amerikanischen Fachzeitschrift "Pediatrics" veröffentlicht.

Die Untersuchung beruht auf einer einfachen These: Je mehr Frühgeborene in einer Klinik behandelt werden, je größer damit die Erfahrung des Personals im Umgang mit den Kindern und die Interdisziplinarität des gesamten Krankenhauses ist, desto geringer wird das Sterberisiko für die Kinder. Als große Frühgeborenenintensivstationen wurden in dieser Studie Kliniken bezeichnet, die im Jahr mindestens 36 Kinder mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm behandeln, große Entbindungskliniken sind solche mit mehr als 1000 Geburten pro Jahr.

Die Studie belegt, dass Frühgeborene in großen Perinatalzentren bessere Überlebenschancen haben. Die geburtshilfliche Abteilung und die Neonatologie sollten "Wand an Wand" liegen und eng verzahnt sein, um eine optimale Versorgung der Frühgeborenen zu gewährleisten und auch die Langzeitprognosen der Kinder zu verbessern.

Seit dem 1. Januar gilt bereits eine neue Richtlinie des gemeinsamen Bundesausschusses, die den Ergebnissen der Studie Rechnung trägt: Mütter und Kinder mit höchstem und hohem Risiko dürfen nur noch in Perinatalzentren mit hoher Versorgungsstufe entbunden werden. Die MHH erfüllt mit ihrem 2004 eröffneten Perinatalzentrum die Voraussetzungen für eine Klinik der höchsten Versorgungsstufe Level 1.

Weitere Informationen gibt Ihnen gern Dr. Dorothee Bartels, Abteilung Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Telefon (0511) 532-6826.


Stefan Zorn, Medizinische Hochschule Hannover
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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