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Arbeitsgemeinschaft industrieller..., 02.11.05

Auf der Medica 2005: Schnelltest entlarvt Zytostatika vor Ort

Aus der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) mit BMWA-Förderung

Arbeit im Labor
Foto: IUTA

Zytostatika, zu denen auch bestimmte Antibiotika und Hormone zählen, werden zur Behandlung von Krebs, aber auch bei rheumatischen und weiteren Erkrankungen eingesetzt. Der jährliche Verbrauch in Deutschland beträgt rund zehn Tonnen. Da die Substanzen bei nicht sachgerechtem Einsatz schwere Gesundheitsschäden hervorrufen können, müssen medizinische, technische und Pflegekräfte vor dem direkten Kontakt mit ihnen geschützt und ihre Arbeitsplätze überwacht werden. Dazu werden bislang Wischproben von möglicherweise kontaminierten Flächen genommen, in Laboratorien transportiert und dort teuer und zeitaufwändig analysiert. Mit Unterstützung der AiF haben Wissenschaftler des Instituts für Energie- und Umwelttechnik in Duisburg und der Hochschule Niederrhein in Krefeld einen immunchromatographischen Wischtest zur schnellen Vor-Ort-Detektion von Verunreinigungen durch Zytostatika auf abwischbaren Flächen entwickelt. Die Analyseergebnisse liegen nicht nur deutlich schneller vor, sondern die Kosten liegen auch wesentlich niedriger als bei den etablierten Verfahren.

Die bisherige Technik zur Bestimmung von Zytostatikakontaminationen auf Oberflächen besteht aus zwei zeitlich und räumlich getrennten Arbeitsschritten, die der neue Test in einem Arbeitsgang vereint. Die Forscher haben für häufig angewandte Zytostatika Antikörper entwickelt und in das Schnelltestformat implementiert. Das Ergebnis erhält der Anwender direkt am Ort der vermuteten Verunreinigung. Er wischt die Oberfläche ab, setzt dem Teststreifen eine Flüssigkeit zu, die den Analyseprozess in Gang setzt, und erfährt nach etwa 30 Sekunden, ob und wie stark die Fläche verunreinigt ist. Dieses Prinzip lässt sich auch zur Identifikation anderer Schadstoffe nutzen.

Während eine Einzelmessung mit instrumentellen analytischen Methoden zwischen 100 und 150 Euro kostet, wird der Verkaufspreis des Wischtests voraussichtlich bei 10 bis 15 Euro liegen. Diese deutliche Senkung der Kosten ist besonders relevant, wenn, wie zu erwarten, das routinemäßige Umgebungsmonitoring in Deutschland eingeführt wird, wie es schon in anderen Ländern der Fall ist.

Die Wissenschaftler präsentieren ihren innovativen Wischtest vom 16. bis 19. November 2005 auf der weltgrößten Medizinmesse Medica in Düsseldorf am Messestand des Forschungslandes NRW.

Ansprechpartner: Dr. Volker Plegge, Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V.,
Duisburg, E-Mail: plegge@iuta.de, Tel.: 02065 418-213

Pressearbeit: Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von
Guericke" (AiF), Silvia Behr, E-Mail: presse@aif.de, Tel.: 0221 37680-55,
Internet: www.aif.de

Weitere Informationen:


Silvia Behr, Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF)
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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