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Friedrich-Schiller-Universität Jena, 16.07.08

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Friedrich-Schiller-Universität Jena, 16.07.08

Maßgeschneiderte Krebstherapie

Tumorzellen im Blut zeigen Wirksamkeit der Chemotherapie an

Prof. Dr. Katharina Pachmann bei der Probenauswertung am Laser-Scanning-Zytometer.
Foto: UKJ

Fluoreszenzbild mit drei typischen epithelialen Tumorzellen (grün) zwischen den übrigen Blutzellen (rot).
Foto: UKJ

(Jena) Klinische Forscher am Jenaer Universitätsklinikum haben eine Möglichkeit aufgezeigt, wie die unterstützende Chemotherapie nach einer Brustkrebsoperation weiter individualisiert werden kann. Anhand der Anzahl der im Blut zirkulierenden Tumorzellen lässt sich die Wirksamkeit der Chemotherapie, die sich an die chirurgische Entfernung des Tumors anschließt, überwachen. Für Frauen mit einem erhöhten Rückfallrisiko könnte diese Therapie dann wiederholt bzw. umgestellt werden. Gemeinsam mit der Jenaer Frauenklinik arbeiten die Onkologen daran, diese Methode allen Patientinnen am Interdisziplinären Brustzentrum Jena anbieten zu können.

Die Diagnose "Krebs" ist eine furchtbare Gewissheit, mit der das Leben zur Ungewissheit wird. Diese Erfahrung müssen allein in Deutschland rund 55.000 Frauen jedes Jahr machen, wenn bei ihnen Brustkrebs festgestellt wird. Diagnoseverfahren zur früheren Erkennung, neue Operationstechniken und Therapiekonzepte konnten der Diagnose den Schrecken nicht nehmen, haben aber die Heilungsaussichten und die Lebensqualität der Patientinnen immens verbessert. "Ein wichtiger Schritt hierbei ist die individuell auf die Patientin abgestimmte Therapie", sagt Prof. Dr. Katharina Pachmann, Onkologin am Jenaer Universitätsklinikum, "denn Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs."

Die Krebsforschung hat eine Reihe von Faktoren ausgemacht, die den Tumor charakterisieren. So bestimmen die Größe des Tumors, dessen Wachstums- und Hormonrezeptoren, Lymphknotenbefall und Alter der Patientin die Empfehlungen für die Sicherheitsbehandlung, die sich in der Regel an eine Brusttumoroperation anschließt. Diese Chemotherapie richtet sich gegen noch im Körper vorhandene Krebszellen, z. B. im Blut, und gegen eventuelle Metastasen. Ob diese Behandlung erfolgreich ist, wird erst bei routinemäßigen Nachsorgeuntersuchungen deutlich.

"Das wollen wir ändern", sagt Katharina Pachmann, die seit Jahren mit den Ärzten des Jenaer Brustzentrums zusammenarbeitet. In der Zahl der im Blut zirkulierenden Tumorzellen sieht die Professorin für experimentelle Hämatologie und Onkologie einen Indikator für das Anschlagen der ajduvanten Therapie. "Wenn die Zahl der Tumorzellen im Blut während der Chemotherapie ansteigt, dann besteht erhöhte Gefahr für einen Rückfall", fasst sie das Ergebnis einer Untersuchung mit der Frauenklinik an 91 Patientinnen zusammen.

Dabei war den Frauen vor, während und nach der Therapie Blut abgenommen worden, insgesamt mindestens vier Mal. In einem selbst entwickelten Verfahren bereiteten die Wissenschaftler die Blutproben auf und zählten mittels Laser-Scanning-Zytometrie die einzelnen, mit Fluoreszenzfarbstoffen markierten Tumorzellen. Sie unterschieden so Patientinnen mit stark zurückgehender Zahl von Tumorzellen, mit etwa gleich bleibender Zellanzahl und Patientinnen mit sich stark vermehrenden Tumorzellen im Blut. In dieser letzten Gruppe erlitten in den darauf folgenden 40 Monaten zwölfmal mehr Frauen einen Rückfall als in der Gruppe mit sinkender Tumorzellzahl.

Schon frühere Untersuchungsreihen belegten die Aussagekraft dieser Krebszellen im Blut für die Wirkung der sogenannten neoadjuvanten Therapie, der Chemobehandlung zur Verkleinerung eines Tumors vor der Operation. Auch bei anderen Krebsarten, wie Melanom, Lungen-, Prostata- und Dickdarmkrebs, spielen die im Blut zirkulierenden Tumorzellen eine Rolle.

"Diese Zellen geben einen Hinweis auf das Rückfallrisiko, der in die Therapiegestaltung einfließen muss", so Prof. Dr. Klaus Höffken, der Direktor der Klinik für Innere Medizin II und Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums. Die Resonanz der Fachkollegen auf die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse bestätigt die Jenaer Onkologen, die nun gemeinsam mit den Gynäkologen an der Planung einer Folgestudie arbeiten. "Wir wollen prüfen, ob wir den Frauen mit einer hohen Rückfallgefährdung durch die individuelle Behandlungsplanung besser helfen können", beschreibt Prof. Dr. Ingo B. Runnebaum deren Ziel. Der Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe leitet das Interdisziplinäre Brustzentrum Jena, an dem jährlich etwa 400 Krebspatientinnen behandelt werden. "Gewissheit werden wir diesen Frauen nicht geben können", weiß Katharina Pachmann, "aber sie sollen schnell profitieren von unseren Ergebnissen in der Entwicklung der auf die einzelne Patientin zugeschnittenen Krebstherapie."

Publikationen:
Pachmann K, Camara O, Kavallaris A, Krauspe S, Malarski N, Gajda M, Kroll T, Jörke C, Hammer U, Altendorf-Hofmann A, Rabenstein C, Pachmann U, Runnebaum I, Höffken K. Monitoring the response of circulating epithelial tumor cells to adjuvant chemotherapy in breast cancer allows detection of patients at risk of early relapse. J Clin Oncol 26(8):1208-15, 2008

Pachmann K, Camara C, Hammer U, Joerke C, Krauspe S, Rabenstein C, Runnebaum IB, Hoeffken K. The impact of systemic chemotherapy on circulating epithelial tumor cells (CETC) in breast cancer. J Clin Oncol 2008, 26 (suppl):578s (#11001)


Uta von der Gönna, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Der Ausdruck Chemotherapie bezeichnet die medikamentöse Therapie von Krebserkrankungen (antineoplastische Chemotherapie) oder Infektionen (antiinfektiöse Chemotherapie, auch antimikrobielle Chemotherapie). Umgangssprachlich ist jedoch meistens die Behandlung von Krebs gemeint. Wikipedia


 
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Der Begriff Tumor – von lat.: tumor, -oris, masc. (Plural: Tumoren, umgangssprachlich auch Tumore) („Geschwulst“, „Schwellung“) – steht in der Medizin für eine umschriebene Zunahme des Gewebsvolumens jedweder Ursache. Synonyme in einer zweiten, engeren Bedeutung sind die Begriffe Neoplasie und Gewächs. Dementsprechend gibt es auch in der Medizin zwei Definitionen des Begriffs Tumor:
- im weiteren Sinn jeglicher erhöhter Platzbedarf (Raumforderung) eines Gewebes (Intumeszenz), oder eine tastbare Verhärtung z. B. auch eine Schwellung bei einer Entzündung oder Zyste (siehe hierzu auch Pseudotumor), oder auch eine Stuhlansammlung im Darm, die man vor dem Stuhlgang oft im linken Unterbauch tasten kann. Es ist also ein recht unscharfer Begriff.
- im engeren Sinn Neubildungen von Körpergeweben (Neoplasien), die durch Fehlregulationen des Zellwachstums entstehen ? womit bezüglich der Gut- oder Bösartigkeit der Neubildung (Dignität) noch nichts ausgesagt wird. Wikipedia


 
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