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Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 15.09.03

Magnetfeld-Messungen in der Epilepsiediagnostik: präzise und schonend

Diagnostische Verfahren, die auf der Messung von Magnetfeldern im Gehirn und deren Veränderungen basieren, sind äußerst zuverlässig, wenn es um das präzise Auffinden epileptischer Herde geht. Dies hat sich bei einer Studie herausgestellt, die unter der Leitung von Prof. Dr. Hermann Stefan bei mehr als 450 Patienten am Zentrum Epilepsie Erlangen (ZEE) durchgeführt wurde. So konnte die spezifische epileptische Aktivität durch die Magnetenzephalographie im Durchschnitt zu 70 Prozent erfasst werden. Für die Patienten ist das erfreulich, denn diese Untersuchungsmethode erlegt ihnen kaum Belastungen auf.

Wo zwischen den Gehirnzellen Strom fließt, verändern sich die elektrischen Potentiale und damit die magnetischen Felder. Zahlreiche Methoden, die Abläufe im Gehirn nachbilden, basieren darauf. Die Elektroenzephalographie (EEG) beispielsweise misst die Hirnaktivität über die wechselnden Zustände der elektrischen Felder von Neuronen. Dazu werden an die Kopfhaut Elektroden angelegt. Um Schwankungen bei den Magnetfeldern festzustellen, braucht es nicht einmal das: die Magnetenzephalographie (MEG), die Hirnfunktionen aufzeichnet, und die Magnetresonanztomographie (MRT), die Strukturen des Organs abbildet, laufen berührungsfrei ab. In der Diagnostik, die einer chirurgischen Behandlung von Epilepsien vorangeht, werden diese beiden Untersuchungsverfahren unter dem Begriff "Magnetische Quellenlokalisation" zusammengefasst.


Wenn epileptischen Anfällen durch Medikamente nicht beizukommen ist, kann eine Operation Erfolg versprechen, sofern als Auslöser klar abgrenzbare Areale im Gehirn zu finden sind. Ein solcher Störungsherd kann allerdings nur dann entfernt werden, wenn dabei keine Region bedroht ist, die wichtige Gehirnfunktionen beherbergt. Entsprechendes Gewicht kommt den Verfahren zu, die einen epileptischen Fokus lokalisieren sollen. Das EEG liefert weiträumige, aber etwas "verwaschene" Informationen über die Hirnaktivität. Ableitungen direkt von der Hirnrinde fördern sehr klare Details auch von tief gelegenen Herden zutage, doch nur aus eng begrenzten Gebieten. Zudem erfordert dies einen belastenden und nicht ungefährlichen Eingriff, der heute möglichst vermieden wird. In der modernen Epilepsiediagnostik werden viele Untersuchungsmethoden kombiniert. Absicht der Studie am ZEE war es, die Rolle von MEG und MRT in diesem diagnostischen Feld zu präzisieren. Ihre besondere Aussagekraft liegt in der hohen Fallzahl; in bisherigen Studien mit ähnlicher Thematik ging es um höchstens 50 Patienten.

Unter den hier einbezogenen 455 Fällen sind insbesondere die 131 Epilepsiepatienten von Interesse, die bereits einen chirurgischen Eingriff hinter sich haben. Hier stellte sich heraus, dass die in den Hirnlappen gelegenen Störungsquellen durch MEG zu 89% richtig geortet wurden. Bei Epilepsieherden außerhalb des Schläfenlappens war die Präzision sogar noch größer. In 35% der Fälle trugen MEG und MRT zusätzliche Informationen zu denen der anderen gebräuchlichen Diagnostikverfahren bei. 10% der Befunde hatten entscheidenden Einfluss auf die endgültige Auswahl der Therapiestrategie. Die Ergebnisse der Studie sind in der renommierten Fachzeitschrift "Brain" veröffentlicht worden.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Hermann Stefan
Zentrum Epilepsie Erlangen
Tel.:09131/85 -34541
hermann.stefan@neuro.imed.uni-erlangen.de


Gertraud Pickel, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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