Hilfe: Sie befinden sich auf...

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 20.02.07

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 20.02.07

Luken dicht für HIV

Kohlenstoffnanoröhrchen schleusen Gen-Wirkstoff in T-Zellen ein, der das Eindringen von HI-Viren in vitro blockiert

Ein viel versprechender Ansatz zur Gentherapie sind kurze RNA-Schnipsel ("interferierende RNA"), die spezifisch an bestimmte Gene binden und so deren "Übersetzung" in das entsprechende, mit der Krankheit in Zusammenhang stehende Protein blockieren. Einer der Knackpunkte ist das effiziente und gezielte Einschleusen der RNA in die Zellen. Forscher um Hongjie Dai von der Stanford University wählten nun Kohlenstoffnanoröhrchen als "Transportmittel". Damit gelang es ihnen, RNA-Stückchen in menschliche T-Zellen und primäre Blutzellen zu schleusen, die die Gene für spezielle HIV-spezifische Rezeptoren und Co-Rezeptoren der Zelloberfläche "abschalten". Den HI-Viren stehen dann kaum noch "Einstiegsluken" zur Verfügung. Im Vergleich zu den üblichen Transportsystemen auf Liposombasis lassen sich die "Luken" wesentlich effektiver schließen, wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten.


T-Zellen sind eine für die Immunabwehr wichtige Gruppe der weißen Blutkörperchen, die von Viren befallene Körperzellen erkennen und zerstören. Sie sind jedoch selbst eines der Angriffsziele von HI-Viren. Um in eine T-Zelle zu gelangen, müssen die Viren zunächst an einen CD4 genannten Rezeptor andocken. Mit beteiligt ist der Co-Rezeptor CXCR4. Mit Hilfe kurzer interferierender RNA-Stränge lassen sich die CD4- und die CXCR4-Gene der T-Zellen ausschalten. Die T-Zelle stellt dann diese Rezeptoren nicht mehr her und die Viren finden keinen Angriffspunkt auf der Zelloberfläche. Eine HIV-Infektion könnte auf diese Weise deutlich verlangsamt werden, wie frühere Forschungsarbeiten gezeigt hatten.

Wie aber bringt man die RNA-Schnipsel in die T-Zellen hinein? Um genetisches Material in Zellen einzuschleusen, können die Hüllen nicht pathogener Viren verwendet werden; für therapeutische Zwecke keine ungefährliche Sache, weil diese Allergien hervorrufen können. Liposomen, winzige Fettbläschen, sind zwar sicher, erwiesen sich im Fall von T-Zellen aber als ineffektiv. Dai und seine Kollegen testeten ein neues Transportsystem: Kohlenstoffnanoröhrchen sind dafür bekannt, dass sie gut von Zellen aufgenommen werden und dabei andere Moleküle einschleusen können. Die Forscher knüpften Phospholipide - Moleküle, aus denen auch Zellmembranen aufgebaut sind - an Polyethylenglycol-Ketten. Die Phospholipide schmiegen sich fest an die Außenwand von Kohlenstoffnanoröhrchen an, die Polyethylenglycol-Ketten ragen in die umgebende Lösung. An deren Enden werden nun die benötigten RNA-Moleküle befestigt, über eine Schwefel-Schwefel-Brücke sind sie später in der Zelle sehr leicht abspaltbar.

Angewandte Chemie: Presseinfo 07/2007

Autor: Hongjie Dai, Stanford University (USA), http://www.stanford.edu/dept/chemistry/faculty/dai/

Angewandte Chemie 2007, 119, No. 12, doi: 10.1002/ange.200604295

Angewandte Chemie, Postfach 101161, 69495 Weinheim, Germany

Weitere Informationen:


Dr. Renate Hoer, Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Forschungsprojekte für Kinder und Jugendliche 
 Weltweit erstmalig: MHH-Chirurgen transplantieren dem selben Patienten die vierte Lunge