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Universitätsklinikum Heidelberg, 04.12.03

HE-LU-MA: das neue Herzinsuffizienz-Register für die Rhein-Neckar-Region

Krankheitsverlauf wird mit genetischen Daten abgeglichen / Ziel ist eine differenziertere Diagnostik und Therapie

Genetische Faktoren spielen bei etwa einem Drittel der Patienten, die an einer Herzmuskelschwäche leiden, eine Rolle. An der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg wird derzeit ein Register aufgebaut, das medizinische und genetische Daten aller Herzinsuffizienz-Patienten aus dem Rhein-Neckarraum, und schließlich aus ganz Baden-Württemberg, erfassen soll. Von der Auswertung des Registers sind wichtige Aufschlüsse über eine differenziertere Diagnostik und Behandlung der Herzinsuffizienz zu erwarten.


Ziel dieses Registers ist es, aktive genetische Marker zu identifizieren und ihren Zusammenhang mit dem Verlauf der Erkrankung zu ermitteln, der zur Zeit anhand des Beschwerdebildes verfolgt wird. "Wir wollen darüber hinaus erreichen, dass einheitlich eine optimale Therapie angeboten wird", erklärt Prof. Dr. Hugo A. Katus, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Kardiologie, Pulmologie und Angiologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. Ein Forschungsschwerpunkt der Abteilung sind die genetischen Grundlagen der Herzinsuffizienz. Im Nationalen Genomforschungsnetz, das vom Bundesministerium für Forschung (BMBF) gefördert wird, ist die Heidelberger Klinik als Koordinator für den Schwerpunkt "Genetik der Herzerkrankungen" tätig.

Das regionale Herzinsuffizenz-Register wird von der Carl Baresel-Stiftung, Stuttgart, gefördert und baut auf der Vernetzung der bundesweit größten, bereits existierenden Herzinsuffizienz-Register in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen auf, die mehr als 2.000 Patienten erfasst haben. Durch den weiteren Ausbau dieser regionalen Herzinsuffizienz-Datenbank (Name: HE-LU-MA: HEidelberg - LUdwigshafen - MAnnheim) sollen standardisierte Informationen zum klinischen Beschwerdebild, der Medikation, der Begleiterkrankungen und der Lebensqualität der Patienten und ggf. auch seiner Angehörigen erhoben werden. Diese werden mit einer Datenbank verknüpft, in der die aktivierten Genmuster der Patienten gespeichert sind. Durch Kombination von bekannten prognostischen Kriterien mit neuen molekularen Markern soll eine genauere Abschätzung der Prognose sowohl für den niedergelassenen Arzt als auch für das Kompetenzzentrum in der Klinik ermöglicht werden.

Die Zuverlässigkeit dieser Daten wird an der Columbia University, New York, dem größten Zentrum für herzinsuffiziente Patienten in den USA, überprüft werden. Mittelfristig ist es das Ziel, Hochrisiko-Patienten zu identifizieren, die trotz optimaler Behandlung mit Medikamenten eine schlechte Prognose aufweisen und daher frühzeitig für Herztransplantation in Betracht gezogen werden, oder alternativer therapeutischer Ansätze (biventrikuläre Schrittmachersysteme, "cardiac assist devices") bedürfen.

Diese optimierte Therapie soll durch einen gezielten Ressourcen-Einsatz die Zahl der Klinikaufenthalte und ihre Dauer verringern. Auf der Basis des regionalen Verbundes sollen Netzwerke zwischen den spezialisierten Zentren und ihren zuweisenden Krankenhäusern bzw. niedergelassenen Kollegen entstehen, die es ermöglichen, den jeweils neuesten Stand der Herzinsuffizienztherapie schnell flächendeckend in die Praxis umzusetzen. Diese Vorarbeiten sind wichtiger Bestandteil bei der Umsetzung von gesetzlich definierten integrierten Behandlungsprogrammen, sogenannte "Disease Management" Programme.

Ansprechpartner:
Dr. Christian Zugck: Christian_Zugck@med.uni-heidelberg.de
Privatdozent Dr. Andrew Remppis: Andrew_Remppis@med.uni-heidelberg.de
Prof. Dr. Hugo A. Katus: 06221 / 56-8670 (Sekretariat)

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/

Weitere Informationen:


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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