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Ludwig-Maximilians-Universität München, 27.07.07

LMU-Projekt beim GO-Bio-Wettbewerb ausgezeichnet: BMBF gewährt millionenschwere Anschubfinanzierung

Beim GO-Bio-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) war das Projekt "Chromobodies" erfolgreich. Das Projekt unter der Leitung von Dr. Ulrich Rothbauer und Professor Heinrich Leonhardt vom Biozentrum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ist eines von insgesamt sieben Projekten, die das BMBF in der zweiten Förderunde des Wettbewerbs mit insgesamt 20 Millionen Euro Fördergeldern unterstützt.

GO-Bio fördert Spitzenforscher in den Biowissenschaften, die eine wissenschaftliche Idee zu einem marktfähigen Produkt weiter entwickeln und ein Unternehmen gründen wollen. "Das ganze Team freut sich sehr. Für mich persönlich ist es der größte Sprung in meiner Karriere", sagt Ulrich Rothbauer. Besonders hebt er die gute Zusammenarbeit mit den Serviceeinrichtungen der LMU hervor, beispielsweise mit dem Gründerbüro und dem Patentbüro der Kontaktstelle für Forschungs- und Technologietransfer. Das Team um Rothbauer und Leonhardt kann sich über voraussichtlich 1,6 Millionen Euro freuen, die ab Januar 2008 für drei Jahre zur Verfügung stehen. Gelingt es den Forschern in dieser Zeit, ihre Idee bis zur Marktreife zu bringen, winkt ihnen eine weitere Förderung durch das BMBF.


Das ausgezeichnete LMU-Projekt, das am Center for NanoScience (CeNS) angebunden ist, trägt den Titel "Chromobodies: Innovative biomedizinische Forschung und Diagnostik mit fluoreszierenden Nanobodies". Es geht dabei um Antikörper, die wichtige Bestandteile des Immunsystems höherer Wirbeltiere sind. Aufgrund ihres variablen Aufbaus lassen sie sich ideal nutzen, um gezielt bestimmte Substanzen in Zellen oder Gewebe aufzuspüren. Für den Einsatz in lebenden Zellen sind herkömmliche Antikörper allerdings zu groß und instabil. Hier setzt das Projekt von Rothbauers Team an. Die Forscher wollen eine neuartige Technologie etablieren, die auf so genannten Chromobodies basiert. Diese Nanosonden bestehen aus Kamel-Antikörper-Fragmenten, die bis zu zehnmal kleiner als herkömmliche Antikörper sind. Durch Fusion mit fluoreszierenden Eiweißen sind sie stabil genug, um als Analysewerkzeug in lebenden Zellen eingesetzt zu werden. Ziel des Projektes ist es, die Chromobodies in einem noch zu gründenden Unternehmen für den Markt zu entwickeln. Die Förderung durch das BMBF ist hierzu ein wichtiger Meilenstein.

Das "Chromobody"-Projekt war zuvor auch schon beim diesjährigen Münchner Business Plan Wettbewerb (MBPW) in der abschließenden Excellence-Stufe erfolgreich. Es erzielte dort den dritten Platz in der Kategorie "Marathon". Ebenfalls auf den dritten Platz unter der Kategorie "Sprinther" kam Projekt "NanoTemper", das in der Emmy-Noether-Gruppe von Dieter Braun am Lehrstuhl für Angewandte Physik und Biophysik (Professor Hermann E. Gaub) entwickelt wurde. Beide Projekte werden durch das Förderprogramm Exist-Seed des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gefördert. Der Erfolg des "Chromobodies"-Projekts beim GO-Bio-Wettbewerb zeigt einmal mehr, welche hervorragende Vorbereitung der Münchener Businessplan-Wettbewerb für Forscher leistet, die eine Unternehmensgründung anstreben.

Ansprechpartner:
Dr. Ulrich Rothbauer
Biozentrum der LMU
Tel.: 089 / 2180- 74287
E-Mail: u.rothbauer@lmu.de

Christoph Zinser
Gründerbüro der Kontaktstelle für Forschungs-
und Technologietransfer (KFT) der LMU
Tel.: 089 / 2180-6315
E-Mail: zinser@lmu.de


Luise Dirscherl, Ludwig-Maximilians-Universität München
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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