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Klinikum der Universität München, 05.12.00

Mit Leukozyten gegen Tumoren

Forscher des Klinikums der Universität München weisen Immunisierung gegen Darmkrebszellen nach

Durch Impfung mit einer bestimmten Gruppe von körpereigenen weißen Blutzellen, den dendritischen Zellen, können bereits ausgebildete Tumore zur Rückbildung gebracht werden. Dies wurde erstmals 1998 bei Patienten mit schwarzem Hautkrebs gezeigt und wird seither in USA und Europa für weitere Tumorerkrankungen intensiv untersucht.

Vor fünf Jahren wurden kurze Ketten von Kernsäurenmoleküle (sogenannte CpG-Oligonukleotide) entdeckt, die in der Lage sind, weiße Blutzellen zu aktivieren. Jetzt wurde gezeigt, dass die CpG- Oligonukleotide auch dendritische Zellen stimulieren können und sie das Tumorwachstum in Versuchstieren noch effektiver als mit bisherigen Verfahren hemmen. Dies wurde in der Abteilung für Klinische Pharmakologie am Klinikum der Universität München an Mäusen mit experimentellen Tumoren aus Darmkrebszellen nachgewiesen. Ein Nadelöhr dieser Therapieform sind Labormethoden, um die dendritischen Zellen, die aus dem Blut des Patienten selbst gewonnen werden, so zu aktivieren, dass sie das körpereigene Immunsystem gegen den Tumor "scharf machen".

Diese Befunde verbinden seit wenigen Jahren weltweit verfolgte Forschungsergebnisse - die Immunisierung gegen Tumoren mit dendritischen Zellen und die Aktivierung von Leukozyten mit CpG-Oligonukleotiden. "Dies ist das erste mal, dass in vivo, also im lebenden Organismus, ein Erfolg der Aktivierung von dendritischen Zellen mit CpG-Oligonukleotiden gegen Tumore gezeigt wurde", erklärt Prof. Dr. Stefan Endres, der Leiter der Klinischen Pharmakologie. Die Studie wurde von der Arbeitsgruppe Therapeutische Oligonukleotide (Leiter Dr. Gunther Hartmann) in Kooperation mit Prof. Arthur Krieg am Department of Internal Medicine, University of Iowa, USA, durchgeführt. Die Befunde sind von besonderer Aktualität, weil im Mai dieses Jahres erstmals nachgewiesen wurde, dass CpG-Oligonukleotide auch bei Menschen wirksam sind. Dies wurde bei einer kanadischen Impfstudie gegen das Hepatitis B-Virus gezeigt.

Die Ergebnisse der Studie aus München werden Anfang Dezember 2000 im Journal of Immunology, der Fachzeitschrift der American Association of Immunologists veröffentlicht. Der vollständige Text inklusive abstract ist einsehbar unter unten stehendem link zum Journal of Immunology.

Die Tumorstudien der Abteilung für Klinische Pharmakologie werden unterstützt durch die Dr. Mildred Scheel-Stiftung / Deutsche Krebshilfe, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Novartis-Stiftung für Therapieforschung und die CpG ImmunoPharmaceuticals, Hilden.

Weitere Informationen:


S. Nicole Bongard, Klinikum der Universität München
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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