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Universitätsklinikum Heidelberg, 18.08.06

Kunststoffnetz gegen Sodbrennen

Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg sucht Teilnehmer für klinische Studie/ Neues minimal invasives Operationsverfahren auf dem Prüfstand

Die Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg sucht Patientinnen und Patienten, die an chronischem Sodbrennen und saurem Aufstoßen leiden oder Beschwerden durch einen Zwerchfellbruch haben und sich deswegen operieren lassen möchten.

Bei der Heidelberger Studie werden zwei Operationsverfahren miteinander verglichen:
* die klassische "Fundoplikatio", das Anlegen einer Muskelmanschette um den undichten Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen
* eine neuartige Technik, bei der die Speiseröhre so weit wie möglich in den Bauchraum heruntergezogen wird und die Lücke für die Speiseröhre im Zwerchfell mit einem feinen Kunststoffnetz abgedeckt wird. Dadurch wächst der Mageneingang unterhalb des Zwerchfelles fest, die Speiseröhre kann nicht mehr in den Brustraum hochrutschen.


Beide Verfahren werden mittels "Schlüsselloch-Chirurgie" durchgeführt. Um internationalen Wissenschaftsstandards zu genügen, erfahren die Patienten nicht, mit welcher Methode sie operiert werden. Die klinische Studie wird in Zusammenarbeit mit dem Klinischen Studienzentrum Chirurgie (KSC), Heidelberg, durchgeführt.

"Ziel der Fundoplikatio ist es, den Schließmuskel der unteren Speiseröhre zu verstärken und damit das Zurückfließen von Magensaft in die Speiseröhre zu verhindern", erklärt Professor Dr. Carsten Gutt, Leiter der Sektion "Minimal Invasive Chirurgie" an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Manchmal hat diese Operation jedoch unerwünschte Folgen: Die Patienten sind nicht mehr in der Lage, aufzustoßen oder zu erbrechen. Dies kann zu Magenschmerzen, Blähungen, Durchfall und vermehrtem Windabgang führen. Deshalb wird jetzt das neuartige Operationsverfahren als Alternative auf den Prüfstand gestellt.

Ursache des Sodbrennens ist ein zu schlaffer Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen und ein Zwerchfellbruch, durch den die Speiseröhre in den Brustraum rutscht: Der saure Magensafts fließt in die Speiseröhre und verursacht dort unangenehmes Sodbrennen. Die Volkskrankheit wird vor allem durch üppiges Essen, Alkoholkonsum, Rauchen und Übergewicht hervorgerufen.

Ständiges Sodbrennen führt zu Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut, auf deren Boden, wenn auch selten, ein bösartiger Tumor entstehen kann. Eine Speiseröhrenschleimhautentzündung sollte deshalb frühzeitig mit Medikamenten behandelt werden. Bringt die Behandlung keine Besserung oder sind andauernd Medikamente notwendig, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden.

Gesucht werden Patienten, die älter als 18 Jahre alt sind, länger als sechs Monate an Sodbrennen, saurem Aufstoßen oder anderen durch Zwerchfellbrüche bedingten Beschwerden (Schluckbeschwerden, andauerndes Erbrechen, Atemnot und Blutarmut) leiden und sich bereits einer medikamentösen Langzeitbehandlung mit "Protonenpumpenhemmern", welche die Säurebildung im Magen unterdrücken, unterzogen haben.

Interessierte Patienten und Ärzte wenden sich bitte an:

Prof. Dr. Carsten N. Gutt
Leiter der Sektion Minimal Invasive Chirurgie
Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg

Tel: 06221- 56- 8641
Fax: 06221- 56 -8645
E-Mail: Carsten.Gutt@med.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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