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Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 07.04.08

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Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 07.04.08

Kinderwunsch nach Krebs

Prof. Dr. Matthias W. Beckmann retransplantierte der Patientin Bianca Türheimer erfolgreich Eierstockgewebe.
Foto: K&P

Replantation von Eierstockgewebe durch Klinikdirektor Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann (rechts im Vordergrund)
Foto: Universtitätsklinikum

In der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Nr. 15/2007, S. 274ff.), die am 11.04.08 erscheint, berichten die Erlanger Forscher PD Dr. rer. nat. Ralf Dittrich, PD Dr. med. Andreas Mueller, Dr. med. Helge Binder, Dr. med. Patricia G. Oppelt, Dr. med. Stefan Renner, Dr. med. Tamme Goecke, Inge Hoffmann und Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann über die "Erste Retransplantation von kryokonserviertem ovariellem Gewebe nach Krebserkrankung in Deutschland".

In Deutschland erkranken pro Jahr rund 17.000 Frauen im Alter von bis zu 45 Jahren an Krebs. Moderne Behandlungen von bösartigen Krebserkrankungen haben die Überlebensrate der Krebspatientinnen deutlich erhöht, führen aber oft zur Unfruchtbarkeit. Eine viel versprechende Möglichkeit für krebskranke Frauen mit Kinderwunsch ist nach Ansicht der Erlanger Forscher die so genannte Kryokonservierung von Eierstockgewebe (ovarielles Gewebe). Bei dem deutschlandweit in Erlangen erstmals angewendeten Verfahren wurde einer 28-jährigen Patientin aus Franken vor einer Chemo- und Bestrahlungstherapie per Bauchspiegelung Eierstockgewebe entnommen. Das Gewebe wurde anschließend schonend eingefroren und in flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius gelagert (Kryokonservierung). Nach Abschluss der Krebstherapie wurde rund 2,5 Jahre später das Gewebe langsam aufgetaut und der Frau retransplantiert. Das Gewebe wurde wieder hormonell aktiv, und es konnte ein regelrechtes Follikelwachstum mittels Ultraschall festgestellt werden. Schließlich berichtete die Patientin über ihre erste spontane Regelblutung.

Schwanger trotz Unfruchtbarkeit nach Krebsbehandlung
Mittlerweile will die Patientin schwanger werden. "Ihre Chancen stehen genauso gut oder schlecht, wie bei jeder gesunden Frau", sagte Prof. Beckmann. "Unsere Forschungsarbeit zeigt eindeutig, dass es möglich ist, die Eierstockfunktion von Krebspatientinnen wieder herzustellen. Das ist ein Hoffnungszeichen für zahlreiche Frauen." Prof. Beckmann forderte: "Krebskranke Frauen im gebährfähigen Alter müssen vor Therapiebeginn auf die neue Möglichkeit, ihre Fruchtbarkeit zu erhalten, hingewiesen werden."

Während die gut etablierte Methode der Kryokonservierung von Samenzellen in Deutschland flächendeckend von zahlreichen reproduktionsmedizinisch tätigen Zentren angeboten wird, ist die Durchführung fruchtbarkeitserhaltender (fertilitätsprotektiver) Maßnahmen bei der Frau wesentlich komplexer und wird überwiegend nur in wenigen universitären Zentren angeboten, obwohl der Bedarf groß ist.

Weitere Infos über das Universitätszentrum für Fortpflanzungsmedizin Franken unter http://www.kind-nach-krebs.de oder Tel.: 09131 85-33467.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.000 Studierenden, 550 Professoren und 2000 wissenschaftlichen Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in enger Verknüpfung mit Jura, Theologie, Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

Weitere Informationen für die Medien:

Johannes Eissing
Telefon: 09131/85-36102
E-Mail: presse@uk-erlangen.de


Ute Missel, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Unter Kryokonservierung (von griechisch: Kälte und lateinisch conservare = erhalten, bewahren) versteht man das Aufbewahren von Zellen durch Einfrieren in flüssigem Stickstoff. Kryokonservierung kann sowohl bei Pflanzenzellen als auch bei tierischen Zellen angewandt werden, beim Menschen zum Beispiel auch bei Spermien, Eizellen und Embryonen. Die Lagerung findet in Kryobanken statt. Wikipedia


 

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