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Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, 24.10.01

Die Kinder können hoffen: Neue Entwicklung der Stammzelltherapie

Neue Techniken in der Blutstammzelltransplantation verbessern die Transplantationsergebnisse bei Kindern mit Leukämien

Auf der diesjährigen Jahrestagung der Pädiatrischen Arbeitsgemeinschaft für Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation in Freiburg diskutieren diesen Donnerstag und Freitag Kinderärzte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz neueste Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Transplantation von Stammzellen aus Blut und Knochenmark. Diese Form der Behandlung wird in Deutschland pro Jahr ca. 250 mal bei Kindern und Jugendlichen durchgeführt, die an Leukämien oder angeborenen Störungen der Blutbildung leiden, die mit anderen Behandlungsmethoden nicht zu heilen sind. Für die Transplantation muss ein Spender zur Verfügung stehen, der von seinem Gewebetyp passt. Dies kann ein Bruder, eine Schwester oder ein freiwilliger nicht-verwandter Spender sein. Für 80 Prozent der Patienten ohne passenden Familienspender findet sich innerhalb von drei bis sechs Monaten ein passender Spender in Europa oder Amerika. Nachdem in den letzten Jahren gezeigt werden konnte, dass die Transplantation mit Blutstammzellen einige Vorteile gegenüber der Transplantation mit Knochenmark hat, werden auch bei Kindern und Jugendlichen vermehrt Transplantationen mit Blutstammzellen eingesetzt. Nicht zuletzt durch die schnellere Spendersuche und neuere Techniken wie die Blutstammzelltransplantation konnten in den letzten Jahren die Transplantationsergebnisse bei Kindern und Jugendlichen mit Leukämien deutlich verbessert werden. Ungefähr jedes 3. Kind kann durch eine solche Transplantation geheilt werden.

Ein besonderer Schwerpunkt der Freiburger Tagung liegt auf dem Gebiet der myelodysplastischen Syndrome (MDS) bei Kindern und Jugendlichen. Die myelodysplastischen Syndrome sind eine besondere Form der Leukämie. Kinder mit myelodysplastischen Syndromen sind zunächst nicht schwer krank. Über Monate oder Jahre entwickelt sich jedoch langsam eine besonders bösartige Leukämie, die trotz üblicher Chemotherapie ohne Transplantation immer tödlich verläuft. Nur die Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantation verspricht Heilung für die betroffenen Kinder. Die Diagnose eines myelodysplastischen Syndroms bei Kindern und Jugendlichen ist schwierig zu stellen. Die frühzeitige Erkennung der Krankheit ist jedoch wichtig, damit rechtzeitig eine Transplantation vorgenommen werden kann. Unter der Leitung von Professor Dr. Charlotte Niemeyer, Ärztliche Direktorin der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin des Freiburger Universitätsklinikums, wird seit 1997 europaweit eine Behandlungsstudie zur Diagnosestellung und Transplantation dieser besonderen Leukämie im Kindesalter durchgeführt.
Durch ein neuartiges Behandlungskonzept konnte die Heilungsrate von 10 Prozent auf 50 Prozent aller betroffenen Kinder gesteigert werden. Wesentlich hierbei waren die schnelle Diagnosestellung, die konsequente Suche nach einem Fremdspender und die Möglichkeit mit Blutstammzellen zu transplantieren. Die neuen Ergebnisse werden im Rahmen der Tagung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Kontakt:
Prof. Dr. Charlotte Niemeyer
Ärztliche Direktorin
Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
Mathildenstr. 1
79106 Freiburg
Tel. 0761/270-4506
e-mail: niemeyer@kikli.ukl.uni-freiburg.de


Rudolf-Werner Dreier, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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