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Justus-Liebig-Universität Gießen, 11.04.08

Infektionen als Ursache für Unfruchtbarkeit des Mannes

Der Hoden besitzt einen immunologischen Sonderstatus, weil er Immunreaktionen unterdrückt, um zu verhindern, dass die männlichen Keimzellen, die während der Pubertät erstmals gebildet werden, vom eigenen Immunsystem erkannt und bekämpft werden. Dieser als Immunprivileg bezeichnete Zustand wird besonders dadurch deutlich, dass Organtransplantate, die unter die Hodenhülle verpflanzt werden, nicht oder nur sehr langsam abgestoßen werden. Auf der anderen Seite wäre es aber fatal, wenn sich der Hoden gegen bakterielle oder virale Infekte nicht wirksam schützen könnte.


Bakterien präsentieren auf ihrer Oberfläche Moleküle, die von Körperzellen durch so genannte Toll-ähnliche Rezeptoren erkannt werden, die daraufhin eine Immunantwort gegen den Erreger auslösen. In Untersuchungen von zwei im Hessischen Zentrum für Reproduktionsmedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen organisierten Arbeitsgruppen um Prof. Andreas Meinhardt (Anatomie und Zellbiologie, Arbeitsgruppe Reproduktionsbiologie) und Prof. Trinad Chakraborty (Medizinische Mikrobiologie) wurde nun deutlich, dass die unterschiedlichen Zelltypen des Hodens verschiedene Toll-ähnliche Rezeptoren aufweisen. Aus dem Urogenitalbereich isolierte pathogene E. coli Bakterien können jedoch aktiv eine typische entzündungsfördernde, anti-bakterielle Immunantwort der Hodenzellen trotz Erkennung der bakteriellen Oberflächenmoleküle unterdrücken. Stattdessen werden die Zellen umprogrammiert und bilden Botenstoffe, die typisch für einen viralen Infekt sind, bei der Bekämpfung von Bakterien aber nicht sehr effektiv sind. Auf diese Weise gelingt es den Bakterien eine wirksame Immunantwort der Hodenzellen gegen sich abzumildern oder gänzlich zu unterbinden, so dass sie sich weitgehend ungehindert vermehren können.

In weiteren Untersuchungen soll jetzt in Zusammenarbeit mit der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH geklärt werden, wie die Bakterien in den Hoden gelangen und welche Störungen sie dort auslösen, die letztlich Ursache der Infertilität sind.

Publikation:

Sudhanshu Bhusan, Svetlin Tchatalbachev, Jörg Klug, Monika Fijak, Charles Pineau, Trinad Chakraborty und Andreas Meinhardt (2008), Uropathogenic Escherichia coli block MyD88 dependent and activate MyD88 independent signaling pathways in rat testicular cells. J Immunol (2008) 180: 5537-5547. (Erscheinungsdatum: 15. April 2008, online bereits verfügbar)

Kontakt:

Prof. Andreas Meinhardt
Institut für Anatomie und Zellbiologie
Aulweg 123, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-47024
E-Mail: andreas.meinhardt@anatomie.med.uni-giessen.de

Weitere Informationen:


Christel Lauterbach, Justus-Liebig-Universität Gießen
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Die Bakterien (Bacteria) (griech. βακτήριον baktērion „Stäbchen“) bilden neben den Eukaryoten und Archaeen eine der drei grundlegenden Domänen, in die heute alle Lebewesen eingeteilt werden. Wikipedia


 

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Der Hoden ([ˈhoːdn̩], v. althochdt.: hodo, v. idg.: *skeu(t)- „bedecken, verhüllen“) oder Testikel (v. lat.: testis, Plural: testes) – (altgriech.: ὄρχις orchis) ist ein paarig angelegtes, inneres männliches Geschlechtsorgan vieler sich geschlechtlich fortpflanzender Gewebetiere. Er gehört, wie der Eierstock der weiblichen Individuen, zu den sogenannten Keimdrüsen (Gonaden) und produziert die Samenfäden (Spermien). Zudem werden im Hoden männliche Geschlechtshormone (Androgene), vor allem das Testosteron, gebildet. Die Hoden entstehen bei Wirbeltieren embryonal in der Bauchhöhle, wandern aber bei den meisten Säugetieren in den Hodensack. Wikipedia


 

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