Hilfe: Sie befinden sich auf...

Weizmann Institut, 15.08.01

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Weizmann Institut, 15.08.01

Impfung nach einer rueckenmarksverletzung: Ein neuartiger ansatz zur begrenzung der paralyse

Wissenschaftler des Weizmann-Instituts legen einen neuartigen Ansatz zur Verhinderung einer vollstaendigen Laehmung nach partieller Rueckenmarksverletzung vor. Dieser Ansatz besteht in der Aktivierung des koerpereigenen Immunsystems, mit dessen Hilfe die Folgen des Traumas eingedaemmt werden soll.

Das Team von Prof. Michal Schwartz von der Neurobiologieabteilung des Weizmann-Instituts hatte bereits in der Vergangenheit eine auf dem Immunsystem basierende Behandlung des Rueckenmarks entwickelt, die zur Zeit von der Proneuron Biothechnologies Ltd. am Menschen getestet wird und auf die Regeneration des Rueckenmarks nach einer vollstaendigen Rueckenmarksverletzung zielt. Der neueste Ansatz verfolgt ein aehnliches, aber voellig andersartiges Behandlungsziel: die Begrenzung des Zellverfalls nach einer partiellen Rueckenmarksverletzung. Die Wissenschaftler berichten ueber ihre neuesten Forschungsergebnisse in der Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of Clinical Investigation vom 15. August.


Nach einer Laesion des zentralen Nervensystem (Hirn oder Rueckenmark) breitet sich vom Ort der Verletzung einige Tage oder Wochen lang eine Schadenswelle aus, die alle Nervenzellen oder -fasern, die das urspruengliche Trauma ueberlebt haben, abtoetet. Diese sekundaere Degeneration kann sogar noch destruktiver sein als der urspruengliche Schaden. So kann eine Verletzung, die dem Nervengewebe des Rueckenmarks urspruenglich nur einen partiellen Schaden zugefuegt hat, schliesslich eine vollstaendige Laehmung zur Folge haben.

In den Vereinigten Staaten erleiden jaehrlich annaehernd 10,000 Menschen eine Rueckenmarksverletzung. Mehr als die Haelfte dieser Verletzungen werden als unvollstaendig oder partiell eingestuft, das heisst, einige Nervenfasern ueberleben das urspruengliche Trauma. Wenn das ueberlebende Gewebe gegen die sekundaere Zerstoerung der Nerven geschuetzt werden koennte, koennte dies die Folgeerscheinungen sichtlich reduzieren.

In der Vergangenheit zeigten Schwartz und ihre Kollegen, dass die autoimmunen T-Zellen -- die weissen Blutzellen des Immunsystems, die mit dem koerpereigenen Geweben interagieren -- eine schuetzende Wirkung auf das verletzte Gewebe des Rueckenmarks haben und damit den sekundaere Schaden eindaemmen. Diese Schutzreaktion ist die dem Koerper eigene Strategie, die Folgen des Traumas zu verringern. Die Wirksamkeit natuerlich auftretender T-Zellenreaktion ist jedoch begrenzt.

In der neuen Studie wurden Ratten kurz nach einer partiellen Verletzung des Rueckenmarks dem zentralen Nervensystem entnommene Peptide oder Proteinpartikel injiziert. Die Peptide sollen den natuerlichen Schutzmechanismus des Immunsystems unterstuetzen ohne gleichzeitig eine Autoimmunerkrankung auszuloesen. Ratten, die mit den Peptiden injiziert wurden, zeigten eine signifikante Verbesserung ihrer motorischen Aktivitaet. Bei Gewebeanalysen fanden sich im Rueckenmark behandelter Ratten wesentlich mehr gesunde Nervenfasern als bei unbehandelten Ratten, was darauf schliessen laesst, dass die Behandlung die Ratten vor sekundaeren Schaeden schuetzte. Weiterhin legten die Forschungsergebnisse nahe, dass die Behandlung bis zu einer Woche nach der Verletzung angesetzt werden kann. Dieser Behandlungsansatz koennte sich auch bei anderen Stoerungen des zentralen Nervensystems als wirksam erweisen, wie zum Beispiel bei einem Schlaganfall oder einer traumatischen Hirnverletzung.

Die Wissenschaftler, die mit Prof. Schwartz zusammenarbeiteten, waren Ehud Hauben, Eugenia Agranov, Amalia Gothilf und Uri Nevo vom Weizmann-Institut und Avi Cohen und Igor Smirnov von der Proneuron Biotechnologies Ltd. Die Forschungsarbeit von Prof. Schwartz wird von der Proneuron Biotechnologies Ltd., der Jerome-und-Binnette-Lipper-Medaille, dem-Daniel-Heumann-Fonds fuer Rueckenmarksforschung und teilweise durch Zuschuesse der Stiftung fuer Glaucom-Forschung und der Alan T.- Brown-Stiftung zur Heilung von Laehmungen unterstuetzt. Michal Schwartz ist Inhaberin des Maurice-und-Ilse-Katz-Lehrstuhls fuer Neuroimmunologie.


Debbie Weiss, Weizmann Institut
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Freiburger Chirurgen operieren Kinder in Nigeria 
 Wie der Feuerkäfer auf Waldbrände fliegt