Hilfe: Sie befinden sich auf...

Georg-August-Universität Göttingen, 04.04.02

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Georg-August-Universität Göttingen, 04.04.02

Holztechnologie: Eingriff in die Zellstruktur schafft neuen Werkstoff

Holz muss regelmäßig gepflegt werden: Die UV-Strahlung des Sonnenlichts zerstört die Oberfläche, Feuchtigkeit dringt ein und ermöglicht Pilzbefall, Lacke platzen ab, weil sich das Holz je nach Witterung ausdehnt oder zusammenzieht. Wissenschaftler am Institut für Holzbiologie und Holztechnologie der Universität Göttingen arbeiten daran, den schnell nachwachsenden und umweltfreundlichen Rohstoff Holz durch gezielte Eingriffe in seine zellulären Struktur grundsätzlich so zu verändern, dass er witterungsbeständig und haltbar wird. "Wir schaffen einen ganz neuen Werkstoff, der aber den typischen Charakter und die Anmutung der Hölzer bewahrt", so Institutsleiter und Holztechnologe Prof. Dr. Holger Militz, der zur Zeit zehn, teilweise international vernetzte Forschungsprojekte mit einem Forschungsbudget von mehreren Millionen Euro zur Holzmodifizierung leitet. Das Ziel, das seine Mitarbeiter und er im Auge haben: Das veredelte Holz ist Wasser abweisend, wird weder schrumpfen noch quellen, hält Lichteinflüssen ohne Verfärbungen stand und bietet zerstörerischen Pilzen keine Basis mehr.

Pressemitteilung
Göttingen, 4. April 2002 / Nr. 115/2002

Holztechnologie: Eingriff in die Zellstruktur schafft neuen Werkstoff
Göttinger Institut für Holzbiologie und Holztechnologie entwickelt Veredelungstechniken

(pug) Holz muss regelmäßig gepflegt werden: Die UV-Strahlung des Sonnenlichts zerstört die Oberfläche, Feuchtigkeit dringt ein und ermöglicht Pilzbefall, Lacke platzen ab, weil sich das Holz je nach Witterung ausdehnt oder zusammenzieht. Wissenschaftler am Institut für Holzbiologie und Holztechnologie der Universität Göttingen arbeiten daran, den schnell nachwachsenden und umweltfreundlichen Rohstoff Holz durch gezielte Eingriffe in seine zellulären Struktur grundsätzlich so zu verändern, dass er witterungsbeständig und haltbar wird. "Wir schaffen einen ganz neuen Werkstoff, der aber den typischen Charakter und die Anmutung der Hölzer bewahrt", so Institutsleiter und Holztechnologe Prof. Dr. Holger Militz, der zur Zeit zehn, teilweise international vernetzte Forschungsprojekte mit einem Forschungsbudget von mehreren Millionen Euro zur Holzmodifizierung leitet. Das Ziel, das seine Mitarbeiter und er im Auge haben: Das veredelte Holz ist Wasser abweisend, wird weder schrumpfen noch quellen, hält Lichteinflüssen ohne Verfärbungen stand und bietet zerstörerischen Pilzen keine Basis mehr.


"In etwa der Hälfte der Projekte leisten wir Grundlagenforschung, bei den anderen arbeiten wir eng mit der chemischen und der Holz verarbeitenden Industrie zusammen, die ein wichtiger Geldgeber für uns ist." Dabei werden verschiedene Verfahren zur Holzmodifizierung und Imprägnierung im Labor erprobt und in Versuchsanlagen auf ihre verfahrenstechnische Tauglichkeit geprüft: eine Hitzebehandlung bei 200 Grad Celsius, das Einbringen von Essigsäure (Acetylierung), die Behandlung mit Harzen, Ölen und Wachsen und mit siliziumhaltigen Verbindungen. Allen Verfahren ist gemeinsam, dass sie die chemische Struktur der Holzzellen grundsätzlich verändern, aber, so der Holztechnologe, absolut ungiftig sind. Die Forschung konzentriert sich dabei auf die Veredelung relativ günstiger und schnell nachwachsender Weichhölzer, beispielsweise der europäischen Pappel und Kiefer. Prof. Militz, weist dabei auf den Klimaschutzaspekt intakter Waldgebiete hin und betont, dass so die Abholzung von witterungsbeständigen Harthölzern aus den Tropen künftig drastisch eingedämmt werden könnte.

Einige der Verfahren stehen kurz vor der Marktreife; hitzebehandeltes Holz wird bereits im Fassaden- und Fensterbau verwendet, so beispielsweise für den Bau des finnischen Pavillions auf dem Expo-Gelände in Hannover. Die Veredelung des Holzes wird den Werkstoff nicht extrem verteuern, so Prof. Militz. Da kostenintensive Pflege- und Nachbehandlungen weitgehend wegfallen, lägen die Kosten gerechnet auf die Lebenddauer der Produkte unter Umständen sogar niedriger. Noch hat der Endverbraucher von den modifizierten Hölzern wenig mitbekommen: "Wir befinden uns in einer Umbruchphase, aber innerhalb der nächsten Jahre werden die neuen Holzwerkstoffe auf dem Markt sein. Diese Revolution spielt sich allerdings eher auf großindustriellem Niveau ab. Die Produkte werden zunächst vor allem der Holzindustrie zur Verfügung stehen und nicht direkt im Baumarkt zu finden sein", so Prof. Militz.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Holger Militz, Andreas Krause
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Institut für Holzbiologie und Holztechnologie
Büsgenweg 4, 37077 Göttingen
Tel. (0551) 39-2051, Fax (0551) 39-3737
e-mail: akrause2@gwdg.de
http://www.uni-forst.gwdg.de/forst/uffn/homepage.htm

Weitere Informationen:


Marietta Fuhrmann-Koch, Georg-August-Universität Göttingen
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Charité erprobt erstmals am Menschen neues Mittel gegen Organabstossung nach Transplantation 
 Tausendmal berührt