Hilfe: Sie befinden sich auf...

Universitätsklinikum Heidelberg, 05.05.03

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Universitätsklinikum Heidelberg, 05.05.03

Hohe Geburtenzahl schützt nicht grundsätzlich vor Brustkrebs

Bei genetisch bedingter Tumorerkrankung haben Risikofaktoren anderen Effekt / Neue Studie zu Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Vererbung

Für Frauen, die eine genetische Veranlagung von Brustkrebs haben, spielen einige der bekannten Risikofaktoren möglicherweise eine untergeordnete Rolle. So scheint sie die Zahl der Geburten nicht vor der Tumorerkrankung zu schützen, dagegen aber ein späteres Einsetzen der ersten Regelblutung.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Wissenschaftler der Abteilung Tropenhygiene und öffentliches Gesundheitswesen des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) jetzt in der Zeitschrift "International Journal of Epidemiology" veröffentlicht haben. Dafür untersuchten sie in einer sogenannten Fall-Kontroll-Studie 707 Fälle von Brustkrebs bei Frauen über 50 Jahren und verglichen deren Angaben mit denen von 1.380 gesunden Frauen sowie Schwestern der an Brustkrebs erkrankten Patientinnen. Die Studie wurde von Privatdozentin Dr. Jenny Chang-Claude, Wissenschaftlerin am DKFZ, initiiert und am DKFZ durchgeführt.


Etwa 5 bis 10 Prozent der Patientinnen, die an Brustkrebs erkranken, haben eine genetische Veranlagung. Bislang sind zwei Gene identifiziert worden, deren Trägerinnen ein erhöhtes Risiko haben. "Wir wollten ermitteln, ob auch für diese Gruppe zutrifft, dass bestimmte Faktoren wie frühes Einsetzen der Regelblutung, Abtreibungen, kurze Dauer des Stillens und Kinderlosigkeit oder geringe Kinderzahl das Risiko für eine Erkrankung erhöhen", erklärt Prof. Dr. Heiko Becher, Epidemiologe am Universitätsklinikum Heidelberg. Verantwortlich gemacht für die tumorbegünstigende Wirkung werden dabei die starken hormonellen Veränderungen, die mit diesen Faktoren einhergehen.

Wie erwartet war der wichtigste Faktor, der das Auftreten eines bösartigen Brusttumors fördert, die genetische Veranlagung. Bei diesen Frauen scheinen die Dauer des Stillens und stattgefundene Abtreibungen für das Auftreten der Krebserkrankung eine geringere Bedeutung zu haben. Während ein spätes Eintreten der ersten Regelblutung schützend wirkt, bestätigte sich der Schutzeffekt von mehreren Schwangerschaften nicht. "Möglicherweise ist dies durch die Interaktion von Umweltfaktoren mit den verschiedenen bekannten und unbekannten Genen, die an der Entstehung von Brustkrebs mitwirken, bedingt", sagt Prof. Becher. So könnte der Risikofaktor auf eines der Gene stimulierend wirken, während er das andere unterdrückt - und damit unterm Strich keinerlei Wirkung erzielen.

Literatur:
H. Becher, S. Schmidt, J. Chang-Claude (2003): Reproductive factors and familial predisposition for breast cancer by age 50 years. A case-control-family study for assessing main effects and possible gene-environment interaction. International Journal of Epidemiology 2003, 32, 38-48.

(Hinweis: Die Originalartikel können bei der Pressestelle des Universitätsklinikums Heidelberg unter
Henrik_Hansemann@med.uni-heidelberg.de
angefordert werden)

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Heiko Becher:
Email: Heiko.Becher@urz.uni-heidelberg.de
Tel.: 06221 / 565031


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Heißes Wasser hält Äpfel gesund 
 Wie Nervenfasern sich ihren Weg bahnen