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Universität zu Köln, 19.08.03

Hilfe bei seelischen Problemen kommt meist zu spät

Hilfe bei seelischen Problemen kommt meist zu spät
Vierjährige Frühphase vor der akuten Erkrankung

Vom Beginn seelischer Probleme bis zur ersten Behandlung verstreicht oftmals zu viel wertvolle Zeit - das wurde jetzt in einer Kölner Studie gezeigt. Mitarbeiter des Kölner Früh-Erkennungs- und Therapie-Zentrums für psychische Krisen (FETZ) an der Universität zu Köln untersuchten, wann Menschen mit beginnenden Psychosen erstmals Hilfe aufsuchen und an wen sie sich wenden. Dabei konnten sie zeigen, dass professionelle Hilfsangebote von den Betroffenen in der Regel zu spät in Anspruch genommen werden - meist erst nach Ausbruch der akuten Psychose. Gründe hierfür sind häufig, dass die Frühwarnzeichen psychischer Störungen nicht als solche erkannt werden oder die Betroffenen nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen. So kommen Verzögerungen von bis zu mehr als einem Jahr zustande. Dabei gilt gerade für psychische Störungen: Je früher die Behandlung erfolgt, desto günstiger ist die Prognose.


Pro Jahr erkranken zirka 100 Menschen in Köln erstmals an einer schizophrenen Psychose. Meist liegt der Erkrankungsbeginn zwischen dem 16. und 40. Lebensjahr, dabei vor allem in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter. Das führt dazu, dass gerade in den wichtigen Zeiten der schulischen und beruflichen Ausbildung Schwierigkeiten auftreten. Soziale Beziehungen und Leistungsvermögen leiden. Eine rechtzeitige Erkennung und Hilfe kann dieser Entwicklung jedoch entgegen wirken und die Betroffenen darin unterstützen, ihre persönlichen Ziele zu erreichen.

Die Untersuchung des Früh-Erkennungs- und Therapie-Zentrums für psychische Krisen an der Psychiatrischen Klinik der Universität zu Köln konnte zeigen, dass Patienten durchschnittlich eine vierjährige Frühphase vor der akuten Erkrankungsphase erleben, die durch vielfältige Beschwerden gekennzeichnet ist. So berichten Patienten über plötzliche Beeinträchtigungen ihrer Leistungsfähigkeit in Ausbildung oder Beruf, Veränderungen im Denken und in der Wahrnehmung und häufig auch über einen sozialen Rückzug und Vereinsamung. Dennoch suchte nur ein Drittel der Patienten aufgrund solcher Beschwerden Hilfe. Alle anderen Patienten kamen erst nach vollständigem Ausbruch der Erkrankung in Behandlung - und auch dies oft mit einer nicht unerheblichen Verzögerung.

Eine Vielzahl von internationalen Studien gibt inzwischen Hinweise darauf, dass ein verzögerter Behandlungsbeginn mit einer schlechteren Verlaufsprognose in Zusammenhang steht. Ein früheres Aufsuchen von professioneller Hilfe kann deshalb nicht nur das Ausbrechen einer Psychose vermeiden helfen, sondern auch zu einer frühen Erkennung bereits bestehender Psychosen beitragen. Das Früh-Erkennungs- und Therapie-Zentrum, FETZ, wendet sich mit seinem speziellen Angebot zur Früherkennung von Psychosen an Personen zwischen dem 16. und 40. Lebensjahr. Weitere Informationen finde Sie im Internet unter www.fetz.org, Beratungstelefon des Früherkennungszentrums 0221/478-4042. Es bietet eine eingehende diagnostische Einschätzung, Beratung und - im Falle eines erhöhten Psychoserisikos - eine spezialisierte Behandlung an.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Daniel Köhn unter der Telefonnummer 0221/478-3987, der Fax-Nummer 0221/478-7490 und der Emailadresse daniel.koehn@medizin.uni-koeln.de zur Verfügung.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web
(http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).
Für die Übersendung eines Belegexemplars wären wir Ihnen dankbar.


Gabriele Rutzen, Universität zu Köln
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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