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Ruhr-Universität Bochum, 23.05.06

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Ruhr-Universität Bochum, 23.05.06

Heureka: Forscher aus Chemie und Biologie gewinnen Erfinderwettbewerb der RUB

Oberflächen mit neuen Materialien beschichten, das Wachstum von Krebszellen durch Geruchsrezeptoren hemmen und die Faseroberfläche von Kohlenstoffen vergrößern: Das sind die Forschungsergebnisse, mit denen Wissenschaftler der RUB den Erfinderpreis 2005 gewonnen haben. Die Preise gingen an zwei Erfindergruppen aus der Chemie und eine aus der Biologie. Der Preis ist mit jeweils 1.000 Euro dotiert.

Bochum, 23.05.2006
Nr. 180

Heureka!
Erfinderwettbewerb 2005 der RUB
Forscher aus Chemie und Biologie finden den Clou

Oberflächen mit neuen Materialien beschichten, das Wachstum von Krebszellen durch Geruchsrezeptoren hemmen und die Faseroberfläche von Kohlenstoffen vergrößern: Das sind die Forschungsergebnisse, mit denen Wissenschaftler der RUB den Erfinderpreis 2005 gewonnen haben. Die Preise gingen an zwei Erfindergruppen aus der Chemie und eine aus der Biologie. Der Preis ist mit jeweils 1.000 Euro dotiert, er wird jährlich von der Ruhr-Universität Bochum in Kooperation mit der rubitec GmbH als hochschuleigener Verwertungsgesellschaft verliehen. Die drei prämierten Verfahren sind zum Patent angemeldet.


Kohlenstoffnanofasern ätzen

Chemiker der RUB haben ein einzigartiges katalytisches Verfahren zur Oberflächenbehandlung von Kohlenstoffnanofasern entwickelt: Damit lassen sich Faseroberflächen deutlich vergrößern. Die Fasern können stabil zum Beispiel in einen Kunststoff eingebracht werden und verbessern somit seine Leitfähigkeit. Die zukünftige Verwendung von Nanofasern wird viele Technologien revolutionieren. Anwendungsbeispiele sind neuartige Kleidungsstücke (mit integrierten elektronischen Bauteilen etwa für das Telefon) oder die Miniaturisierung von Elektronikbauteilen für die Computerindustrie. Die Erfindung stammt von Prof. Dr. Martin Muhler und Dr. Wei Xia (Technische Chemie).

Zellwachstum hemmen

Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt und Dr. Eva Neuhaus (Lehrstuhl für Zellphysiologie) haben so genannte Liganden identifiziert, die an dem bei Prostatakrebszellen vorhandenen Rezeptor PSGR andocken (prostate specific G-protein coupled receptor). Liganden sind relativ kleine Moleküle, die genau in die Bindungstasche solcher Rezeptoren passen wie ein ganz bestimmter Schlüssel zu einem Schloss. Das Wachstum von Krebszellen insbesondere in der Prostata wird dadurch reduziert. Diese Liganden sind potenzielle Wirkstoffe zur Behandlung des Prostatakarzinoms bei wesentlich weniger Nebenwirkungen.

Oberflächen beschichten

Neuartige metallorganische Verbindungen für die Chemische Dampfabscheidung (CVD) und die so genannte Atomic Layer Deposition (ALD) von dielektrischen (nicht leitfähigen) Oxiden haben Juniorprofessorin Dr. Anjana Devi, Dr. Raghunandan Bhakta und Andrian Milanov entwickelt (AG Chemie Anorganische Materialien / Anorganische Chemie II). Oxide sind Verbindungen von Metallen oder Nichtmetallen mit Sauerstoff. Das neue Verfahren ermöglicht es, komplexe Oberflächen gezielt mit ultradünnen dielektrischen Oxiden zu beschichten. Die Anwendung solcher Materialen ist eine viel versprechende Alternative zu herkömmlichen Siliziumoxidschichten und bietet ein erhebliches Potenzial, um die Leistung von Elektronikbauteilen der Zukunft erheblich zu steigern.

Patentbewusstsein stärken

Seit 2003 schreibt die rubitec - Gesellschaft für Innovation und Technologie der Ruhr-Universität - den Erfinderwettbewerb aus: Er richtet sich an alle Mitglieder und Angehörigen der RUB. Ziel ist, das Patentbewusstsein zu stärken, eine neue "Patentkultur" in der RUB zu etablieren und Diensterfindungen zu honorieren. Die Beiträge 2005 bewertete eine Jury mit sechs Personen aus Wissenschaft und Wirtschaft. Neben den drei Siegerteams aus der Chemie und Biologie erhielten zwölf weitere Forschergruppen der RUB einen Preis über je 500 Euro für ihre Diensterfindungen, die über die RUB zum Patent angemeldet sind. Der Erfinderwettbewerb ist auch in diesem Jahr wieder ausgeschrieben, Bewerbungsfrist ist der 31.12.2006.

Weitere Informationen

Dr. Gordon Heinemann, rubitec GmbH, Tel. 0234/32-11951, E-Mail: gordon.heinemann@rub.de, Internet: http://www.rubitec.de


Dr. Josef König, Ruhr-Universität Bochum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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