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LBK Hamburg GmbH, 07.11.03

Herzstillstand im Krankenhaus - Sekunden, die Leben retten

Automatische Defibrillatoren sollen im Allgemeinen Krankenhaus Altona des LBK Hamburg, einem Krankenhaus der Maximalversorgung, die Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten mit Herzstillstand weiter erhöhen. Bis zum Eintreffen des Notfallteams können Mitarbeiter damit bereits in den ersten zwei Minuten effektiv erste Hilfe leisten.

Akut einsetzende Herzrhythmusstörungen führen in Deutschland rund 100.000 mal im Jahr zum plötzlichen Herztod. In diesen Fällen geht es buchstäblich um Sekunden, weshalb der Ersten Hilfe durch Laien dabei eine besonders wichtige Rolle zukommt. Sie können den Patienten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte vor irreversiblen Schäden durch Sauerstoffmangel bewahren. Der Rettungsdienst führt in der Regel umgehend eine Elektroschockbehandlung (Defibrillation) durch, um die den Herzstillstand auslösenden Rhythmusstörungen zu beenden. Die führenden internationalen Fachgesellschaften (ILCOR) empfehlen mittlerweile ein noch effizienteres Vorgehen: So genannte Automatische Externe Defibrillatoren (AED) werden an exponierten Stellen in Einrichtungen mit großen Menschenansammlungen wie Kaufhäusern, Bürogebäuden oder Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel aufgestellt. Die Geräte sind selbsterklärend und führen den Ersthelfer anhand mit Symbolen und akustischen Anweisungen durch die Anwendung. Der Ersthelfer entnimmt das tragbare Gerät im Notfall der Halterung und klebt nach akustischen Anweisungen des Gerätes Klebeelektroden auf die Haut des Patienten. Der automatische Defibrillator analysiert dann innerhalb von wenigen Sekunden den Herzrhythmus. Erkennt das Gerät ein tödliches Kammerflimmern, fordert es den Ersthelfer auf, einen Stromimpuls auszulösen. In dieser frühen Phase ist die Reanimation meist sehr erfolgreich, denn vom Eintreten des Kammerflimmerns bis zur ersten Defibrillation sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit pro Minute um zehn Prozent. Damit ist selbst bei gut ausgebauten Rettungssystemen schnell eine um 50 Prozent geringere Überlebenswahrscheinlichkeit erreicht. Zudem ist der Patient bei unmittelbarer Defibrillation noch nicht relevant mit Sauerstoff mangelversorgt, da er ja gerade vorher noch einen funktionierenden Kreislauf hatte.


In Hamburg sind AEDs vor allem in diversen Vorzeigebereichen wie Flughafen, Rathaus oder Alsteranleger Jungfernstieg sowie in Einkaufszentren und großen Firmen installiert. Aber auch in Krankenhäusern trifft man auf große Menschenmengen und zudem gehören hier Risikopatienten zum Klientel.

Im AK Altona wurde die interne Versorgung mit modernen Notfallsystemen schon immer groß geschrieben. Rund um die Uhr wird hier ein interdisziplinär besetztes Reanimationsteam mit professioneller Ausstattung vorgehalten, es gibt zudem monatliche Fortbildungsmaßnahmen für das Krankenhauspersonal in Reanimation. Gleichzeitig wird das auf jeder Station und in jedem Funktionsbereich vorhandene Notfallmaterial kontinuierlich angepasst und kontrolliert. Doch auch wenn das Reanimationsteam jeden Punkt des Krankenhauses in der Regel innerhalb von zwei Minuten erreicht, senken selbst diese 120 Sekunden beim Kammerflimmern die Überlebenschance um bis zu 20 Prozent!

Deshalb wurden im AK Altona nun an drei exponierten Punkten AEDs installiert: in der Eingangshalle mit Ladenzeile, in der Tagesklinik/ chirurgischen Patientenaufnahme und im vom Haupthaus etwas abgelegenen Perinatalzentrum. In den monatlichen Reanimationsfortbildungen für das Krankenhauspersonal ist die Einweisung zum richtigen Umgang mit den Geräten aufgenommen, zudem wird am Notfallsimulator trainiert. Auch das Personal der Ladengeschäfte im AK Altona wird im Umgang mit den Geräten geschult.

Denn es gilt: Nicht wer die Defibrillation bei Kammerflimmern durchführt zählt, der frühest mögliche Zeitpunkt ist entscheidend!

Daher kann grundsätzlich auch der Laie in die Situation kommen, solch ein Gerät einzusetzen. Die Geräte sind dafür ausgelegt, besitzen eine besonders leichte und selbsterklärende Einknopfbedienung mit akustischer Bedienerführung geachtet.
Für den Fall weiterer Hilfsmaßnahmen sind dem Gerät Hilfsmittel wie eine Beatmungshilfe beigefügt, auch wenn diese in den meisten Fällen wohl nicht nötig sein wird, da bei Entnahme des AED aus seiner Haltung nicht nur vor Ort ein 2-minütiger Alarm ertönt sondern auch ein automatischer Alarm für das Reanimationsteam veranlasst wird. Innerhalb von ein bis zwei Minuten treffen die professionellen Helfer an jedem Aufstellort ein und können ihre Ausrüstung sogar an die vom Ersthelfer aufgebrachten Klebeelektroden direkt anschließen.

Weitere Informationen:


Jens Oliver Bonnet, LBK Hamburg GmbH
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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