Hilfe: Sie befinden sich auf...

Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen, 09.02.05

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen, 09.02.05

Herzschrittmacher mit Alarmfunktion: Deutschlandweit erster Patient erhält rechtzeitige Warnung

Fortschritt in der Versorgung von Herzinsuffizienz-Patienten

(ukg) Das Herzzentrum Göttingen des Bereichs Humanmedizin der Universität Göttingen hatte im Juni 2004 deutschlandweit dem ersten Patienten mit Herzinsuffizienz einen neuartigen Herzschrittmacher implantiert. Das neue Alarmsystem im ICD (Implantierbarer Cardioverter Defibrillator) soll Herzinsuffizienzpatienten rechtzeitig warnen und so langwierige Krankenhausaufenthalte verhindern.

Jetzt hat dieser Patient als erster in Deutschland von der besonderen Überwachungs- und Vorwarnfunktion dieses Geräts profitiert. Über eine einzigartige Diagnostikfunktion stellt das Gerät bedrohliche Flüssigkeitsansammlungen in den Lungen und damit eine beginnende Lungenstauung frühzeitig fest. "Der Patient wurde über ein Alarmsignal seines Implantats frühzeitig gewarnt, noch bevor er selbst die ersten Symptome der Flüssigkeitsansammlung in der Lunge spüren konnte. So konnte er sich rechtzeitig in klinische Behandlung begeben", erläutert Frau Prof. Dr. Christina Unterberg-Buchwald, Oberärztin in der Abt. Kardiologie und Pneumologie - Herzzentrum des Bereichs Humanmedizin. Nach einer medikamentösen Behandlung zur Wasserausscheidung habe der Patient die Klinik bereits nach vier Tagen wieder verlassen können.


Flüssigkeitsansammlung in den Lungen stellt eine ernste Komplikation bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz dar und ist häufig die Ursache für wiederholte Krankenhausaufenthalte. Den meisten der stationären Aufnahmen von Herzinsuffizienz-Patienten liegt eben diese Komplikation zugrunde. "Eine Lungenstauung wird von den Patienten zunächst nicht wahrgenommen, ihr Risiko wird oft unterschätzt", sagt Professorin Buchwald-Unterberg. So würden sie häufig erst bemerkt, wenn der Patient bereits in einem kritischen Zustand ist. Oft müssten diese Patienten notfallmäßig aufgenommen und auf der Intensivstation behandelt werden. Lange und teure Krankenhausaufenthalte seien die Folge. Mit hunderttausenden von stationären Behandlungen jedes Jahr stellten solche Fälle eine hohe Kostenbelastung für das Gesundheitswesen weltweit dar.

"Die Frühwarnung durch das Implantat bei einer lebensbedrohlichen Wasseransammlung in den Lungen setzt genau an den weiterführenden Behandlungspunkten an", so Dr. Dieter Zenker, Oberarzt der Abt. Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie - Herzzentrum des Bereichs Humanmedizin. "Ambulant versorgende Ärzte können so langwierige Krankenhausaufenthalte ihrer Patienten vermeiden."

Herzinsuffizienz ist die Volkskrankheit Nummer 1 in den wohlhabenden Ländern der Erde. Allein in Europa leiden etwa 14 Millionen Menschen mit verschiedenen Schweregraden unter diesem Krankheitsbild. Der Krankheitsverlauf entwickelt sich bei vielen Patienten dramatisch, langjährige Leidenszeiten mit Luftnot, Kurzatmigkeit, Müdigkeit und fehlender Leistungsfähigkeit führen über immer wiederkehrende Krankenhauseinweisungen zum Herztod. Die Herzinsuffizienz verursacht in Deutschland geschätzte Folgekosten von etwa sechs Milliarden Euro pro Jahr.

Der im Herzzentrum Göttingen implantierte Schrittmacher gehört zu einer neuen Generation von kombinierten Schrittmachersystemen. Er ist mit einem integrierten Drei-Kammer-Herzschrittmacher (CRT-D-System) der neuesten Generation (InSyns Sentry TM) der Firma Medtronic mit Sitz in Deutschland ausgestattet. In den letzten Jahren konnte vor allem eine spezielle Untergruppe von Herzinsuffizienzpatienten behandelt werden, deren Zustand medikamentös nicht weiter zu verbessern ist. Bei diesen so genannten "Kardialen Resynchronisationsgeräten" (CRT-D-System) wird zusätzlich eine dritte Sonde in die Herzvenen gelegt und damit die linke Herzseite stimuliert. Neben dem lebenswichtigen Defibrillator-Schutz und der prognostisch wirksamen Resynchronisationstherapie enthält der InSync Sentry? damit auch einen wichtigen Diagnose-Parameter. Er ist das modernste derzeit erhältliche CRT-D-System. Er ist klein (40 ccm), hat eine lange Lebensdauer und kann die meisten schnellen lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen schmerzlos und ohne Schock beenden.

Weitere Informationen:
Bereich Humanmedizin - Georg-August-Universität Göttingen
Herzzentrum
Prof. Dr. Christina Unterberg-Buchwald
Dr. Peter Schott
Tel: 0551/39 - 9664

Georg-August-Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Stefan Weller
Robert-Koch-Str. 42 - 37075 Göttingen
Tel.: 0551/39 - 99 55 - Fax: 0551/39 - 99 57
E-mail: presse.medizin@med.uni-goettingen.de


Stefan Weller, Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Homöopathisches Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden im Test 
 Göttinger Physiker entwickelt Korrekturbrille für Farbenblinde