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Universitätsklinikum Heidelberg, 20.06.05

Im Herbst 2007 werden die ersten Patienten behandelt

Richtfest des Heidelberger Ionenstrahl-Therapie Centrums am 20. Juni 2005 / Weltweit einzige Anlage zur Krebsbehandlung mit Schwerionen und Protonen

Modell des Heidelberger Ionenstrahl-Therapie Centrums HIT.
Foto: Universitätsbauamt Heidelberg.

Mit dem Richtfest des Neubaus des Heidelberger Ionenstrahl-Therapie Centrums (HIT) am 20. Juni 2005 hat das Universitätsklinikum Heidelberg einen weiteren Meilenstein für die Therapie krebskranker Menschen in Deutschland gesetzt. HIT schließt eine Lücke bei der Behandlung von Patienten mit unheilbaren Tumoren der Schädelbasis und des Gehirns sowie der Weichteile, bei denen Heilungsraten über 70 Prozent erzielt werden. Die neue Therapie steht ab Herbst 2007 mindestens 1.000 Patienten pro Jahr zur Verfügung.


"In Heidelberg wird die weltweit einzige Anlage errichtet, in der Patienten mit verschiedenen Ionen bestrahlt werden können", hob Finanzminister Gerhard Stratthaus beim Richtfest hervor. Er wies darauf hin, dass nur die Finanzierung durch das Klinikum, das den Anteil des Bundeslandes Baden-Württemberg übernommen hat, sowie das finanzielle Engagement des Bundes den Bau der Anlage ermöglicht haben.

Einbettung in das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

"Derartige Anlagen sollten nur im Rahmen eines Zentrums für Krebserkrankungen errichtet werden", forderte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg, Professor Dr. Eike Martin. Durch die Einbettung in das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg, in dem alle onkologischen Fachrichtungen bei der Krebstherapie zusammenarbeiten, sei gewährleistet, dass der Patient die optimale Behandlung erhalte.

Von den rund 90 Millionen Euro Errichtungskosten von HIT entfallen etwa ein Drittel auf den Bau und zwei Drittel auf die neuartige Technik. Hauptverantwortlich für die technische Anlage ist die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI), Darmstadt, die seit 1992 gemeinsam mit dem Universitätsklinikum eine Ionen-Bestrahlungsanlage für Patienten in Darmstadt betreibt. Für die Bestrahlungstechnik von HIT ist die Firma Siemens Medical Solutions zuständig.

Behandlungspauschalen mit einigen Krankenkassen ausgehandelt

Gute Voraussetzungen, dass die Therapie allen Patienten unabhängig von ihrer Kassenzugehörigkeit zugute kommen wird, sieht die Kaufmännische Direktorin des Klinikums, Irmtraut Gürkan. Man habe sich mit einigen Kassen bereits auf Vergütungen geeinigt, sagte sie bei dem Richtfest. Als Behandlungspauschale pro Patient seien ca. 20.000 bis 25.000 Euro vorgesehen. Dies entspricht etwa der Hälfte der Behandlungskosten, die derzeit für eine Protonenbestrahlung außerhalb Europas erhoben werden.

Das neue HIT-Gebäude ist in unmittelbarer Nachbarschaft der Radiologischen Universitätsklinik Heidelberg gelegen und hat eine Nutzfläche von ca. 5.000 m2. Es umfasst neben dem Beschleuniger drei Behandlungsplätze zur Patientenbehandlung mit Kohlenstoffionen und Protonen sowie Räumlichkeiten für ca. 80 Mitarbeiter, die in Krankenversorgung, Logistik und Forschung tätig sind. Durch den Einsatz verschiedener Ionen kann ein breiteres Spektrum von Tumoren behandelt werden, als dies mit einer reinen Protonenanlage der Fall ist.

Ionenstrahlen schädigen den Tumor irreparabel und schonen die Umgebung

Die Ionenbestrahlung ist ein äußerst präzises und biologisch hochwirksames Therapieverfahren. Die Ionen werden über eine Beschleunigeranlage auf sehr hohe Geschwindigkeit gebracht und in den Tumor geschossen, den sie irreparabel schädigen. Durch millimetergenaue Steuerung wird der Tumor punktgenau getroffen und das umgebende gesunde Gewebe geschont.

Wissenschaftliche, technische und klinische Vorarbeiten für das Heidelberger Centrum HIT wurden im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes der Radiologischen Universitätsklinik Heidelberg, der GSI und des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (DKFZ) in Kooperation mit dem Forschungszentrum Rossendorf (FZR) geleistet. Als Pilotprojekt wurde am Schwerionen-Synchrotron der GSI gemeinsam eine medizinische Bestrahlungseinheit aufgebaut, in der seit 1992 jährlich etwa 30 Patienten der Radiologischen Universitätsklinik Heidelberg mit sehr gutem Erfolg, etwa 70 Prozent Heilung, behandelt wurden.

Bei Rückfragen:
Professor Dr. Jürgen Debus
Ärztlicher Direktor der Abt. Radioonkologie und Strahlentherapie des
Universitätsklinikums Heidelberg
Telefon: 06221 / 56 82 01 (Sekretariat)
E-Mail: juergen.debus@med.uni-heidelberg.de

Weitere Informationen im Internet:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=1165
http://www.arge-sit.de/

Weitere Informationen:


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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