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Helios Research Center GmbH, 24.01.06

HELIOS-Studie: Bei Mastdarmkrebs garantiert Schlüssellochchirurgie gleiche Sicherheit wie offene OP

Foto: HELIOS Kliniken GmbH, Thomas Oberländer

In der Chirurgischen Klinik des HELIOS Klinikums Berlin-Buch wurden zwischen 1992 und 2003 insgesamt 1.000 Darmoperationen mit Hilfe der Schlüssellochchirurgie durchgeführt. Darunter waren 601 Patienten mit gutartigen Erkrankungen und 399 Patienten mit Darmkrebs. Von diesen Krebspatienten litten wiederum 205 an einem Kolon- und 194 an einem Rektumkarzinom.

Während die Fachwelt die "Schlüssellochchirurgie" bei gutartigen Erkrankungen akzeptiert, wird der Einsatz der minimalinvasiven Technik bei bösartigen Tumoren und speziell beim Mastdarm-krebs kontrovers diskutiert. Skeptiker befürchten, dass die minimalinvasive Chirurgie nicht in der Lage ist, die Krebszellen mit der gleichen Sicherheit zu entfernen wie durch offene Verfahren. Befürchtet wird ferner eine Tumorverschleppung über die feinen Instrumente (Trokare). Diese sogenannten "port-site"-Metastasen wurden in der Frühzeit der minimalinvasiven Chirurgie häufiger vermutet.


Nach der Bucher Untersuchung bestehen jedoch bezüglich der Tumorradikalität keine Nachteile gegenüber den offenen Operationsverfahren. Betrachtet man die allgemeine Operationssituation sogar erhebliche Vorteile. So beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate nach einem kurativen Eingriff 76,9 Prozent. Schließt man die Patienten aus, die aus anderer Ursache als ihrem Tumorleiden verstarben, sogar 87,7 Prozent. Eine "port-site"-Metastase wurde lediglich bei einem Patienten (0,5 Prozent) beobachted, der unter einem metastasierten Tumorleiden litt.

Parallel dazu werteten die Bucher Chirurgen in einer Literaturstudie 25 weltweit erschienene Studien mit 2.038 Patienten mit Mastdarmkrebs, die sich einem Eingriff per Schlüssellochchirurgie unterzogen haben. Nach kurativen Eingriffen betrug die 5-Jahres-Überlebenszeit in den meisten Studien mehr als 65 Prozent. Bei drei Patienten wurden "port-site"-Metastasen entdeckt.
"Mit einer Rate von 0,13 Prozent kann aus unserer Sicht die Diskussion um eine potentielle laparoskopiebedingte Tumorzellverschleppung definitiv beendet werden", lautet der Bucher Kommentar.

Während in Buch keiner der 200 Patienten nach einem minimalinvasiven Eingriff verstarb, lag die postoperative Sterblichkeit in den 25 Kliniken, die im Rahmen der Literaturstudie ausgewertet wurden, zwischen 0 und 25 Prozent. Allerdings zeigt sich auch hier: Übung macht den Meister. In Kliniken mit Erfahrung aus mehr als 100 laparoskopischen Darmeingriffen lag die nachoperative Sterb-lichkeit unter 2,5 Prozent.

Fazit der Bucher Chirurgen: "Die sorgfältige Analyse der eigenen Ergebnisse und der Literaturdaten zeigt, dass die laparoskopische Rektumresektion in Bezug auf die Tumorradikalität und Überlebenszeit der Patienten der konventionellen Chirurgie mindestens ebenbürtig ist." Auch habe man nach minimalinvasiven Eingriffen keine erhöhte Komplikationsrate - wie Darmverschlüsse (Ileus), Narbenbrüche und Anastomoseninsuffizienzen (undichte Darmnähte)- feststellen können.
Hingegen habe die Schlüssellochchirurgie für den Patienten gegenüber den
konventionellen Verfahren eine Reihe wichtiger Vorteile: geringeres Operationstrauma, geringerer Blutverlust, weniger Schmerzen, kürzerer stationärer Aufenthalt und ein besseres kosmetisches Ergebnis mit kleinen Narben.

Pressekontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch.
Hermann Müller
Telefon: +49 30 94 01 - 20 84
E-Mail: hemueller@berlin.helios-kliniken.de

Weitere Informationen:


Torsten Böhmer, Helios Research Center GmbH
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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