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Universitätsklinikum Heidelberg, 21.06.04

Hausärzte stellen den Blutzucker gut ein

"Sinsheimer Diabetes-Studie" bescheinigt hohe Behandlungsqualität / Präventionspreis für Doktorarbeit der Sektion Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung

Prof. Dr. Ulrich R. Fölsch (rechts), Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V., überreicht die Urkunde des Präventionspreises an Dr. Til Uebel (links). / Foto: privat.

Wie gut werden Diabetiker vom Hausarzt eingestellt? Für den badischen Kraichgau, das Gebiet um Sinsheim, hat eine Studie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg überwiegend positive Ergebnisse ermittelt - mit Abstrichen bei den langfristigen Komplikationen der zuckerkranken Patienten.

Mit der "Sinsheimer Diabetes-Studie" hat der Ittlinger Allgemeinmediziner Dr. Til Uebel einen wichtigen Beitrag zur "Versorgungsforschung" geliefert, die sich mit der Umsetzung von wissenschaftlich begründeten Therapie-Leitlinien in die medizinische Praxis beschäftigt. Die Studie wurde als Doktorarbeit an der Sektion Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg erstellt (Leiter: Professor Dr. Joachim Szecsenyi) und beim diesjährigen Internistenkongress in Wiesbaden mit dem Preis für Prävention in der Inneren Medizin ausgezeichnet.


Die Studie bescheinigt der hausärztlichen Versorgung eine deutlich bessere Qualität, als oft vermutet wird: Vom Hausarzt betreute zuckerkranke Patienten hatten günstigere durchschnittliche Stoffwechselwerte als in großen internationalen Studien. Dabei sind sie älter und kränker als die für Studien ausgewählten Teilnehmer. Defizite in der hausärztlichen Versorgung gibt es jedoch nach wie vor, vor allem bei der Diagnostik und Behandlung schwerer Komplikationen, etwa der koronaren Herzkrankheit oder des Nierenversagens durch Gefäßschäden, die langfristigen Folgen des entgleisten Zuckerstoffwechsels sind.

36 verschiedenen Hausarztpraxen nahmen an der Sinsheimer Diabetes-Studie teil; eine repräsentative Stichprobe von 518 Patienten wurde genauer untersucht. Ihr durchschnittlicher "HBA1 c- Wert", der das "Langzeitgedächtnis" des Blutzuckers kennzeichnet, lag nach sieben Jahren Behandlung bei 7,2 Prozent und durfte damit als zufriedenstellend bezeichnet werden. In Studien, die den Effekt einer besonders sorgfältigen und intensive Diabetesbehandlung überprüften, konnte lediglich ein um 0,2 Prozentpunkte besseres Ergebnis erzielt werden.

Gute Diabetes-Einstellung schützt nicht immer vor Komplikationen

"Die meisten Patienten waren über 65 Jahre, jeder zehnte Zuckerkranke musste gepflegt werden", berichtet Dr. Uebel. Die gute Einstellung hatte allerdings nicht den gewünschten Einfluss auf den Krankheitsverlauf: Viele Patienten litten an schweren Komplikationen durch Schäden an den Blutgefässen, etwa in der Netzhaut, an den Füssen oder am Herzen.

Dr. Uebel zieht daraus den Schluss, dass eine Verbesserung der Einstellung des Diabetes, nicht zwingend den gewünschten Effekt bringt, nämlich langfristig schwere Komplikationen zu vermeiden. "Dies kann nur erreicht werden, wenn zusätzlich mehr Augenmerk auf die Vermeidung von Komplikationen, z.B. durch gute Blutdruckeinstellung, gelegt wird", so das Fazit der Studie. Darauf sollte auch bei der Umsetzung der Disease-Management-Programme verstärkt geachtet werden.

Kontaktadresse:
Dr. med. Til Uebel
Burgtorstr.2
74930 Ittlingen
Tel: 07266-914141
Email: Arztpraxis-Ittlingen@dgn.de

Weitere Informationen im Internet:
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V.: http://www.dgim.de/

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/

Weitere Informationen:


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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