Hilfe: Sie befinden sich auf...

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 18.04.08

Ergänzend zum Artikel

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die Schlagworte zum Artikel klicken, um (andere) Artikel zu den jeweiligen Schlagworten anzuzeigen.
Auf der rechten Seite finden Sie ebenfalls Artikelinks und weitere Informationen zu den Schlagworten dieses Artikels.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 18.04.08

Schlagworte

Gel, Polymer, Protein

Grünes Gel

Hybridmaterial aus Polymeren und Proteinen fluoresziert und reagiert auf pH-Wert und Temperatur

Forscher von der University of California in Berkeley (USA) haben eine neue Strategie zum Aufbau von Hybridmaterialien aus künstlichen Polymeren und Proteinen entwickelt. So gelingt eine Fusion spezifischer biologischer Funktionen von Proteinen mit den günstigen Feststoff- und Verarbeitungseigenschaften von Kunststoffen. Polymer-Protein-Hybridmaterialien könnten beispielsweise als Werkstoffe für Sensoren, Teile von Nanomaschinen oder Wirkstoff-Transportsysteme interessant sein. Wie Aaron P. Esser-Kahn und Matthew B. Francis in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, gelang ihnen die Synthese eines grün fluoreszierenden bioabbaubaren Gels, das auf Änderungen des pH-Werts und der Temperatur reagiert.


Bisherige Ansätze zur Herstellung von Hybridmaterialien gingen von sehr spezifischen Verknüpfungen aus, die für spezielle Proteinseitengruppen ausgelegt waren. Die neue Methode der Berkeley-Forscher ist dagegen breit anwendbar, da sie sich im Prinzip für jedes Protein eignet. Denn die Verknüpfung erfolgt über die beiden Endgruppen der Proteinkette - und die sind bei jedem Protein die gleichen: eine Amino- und eine Carbonsäurefunktion. In zwei parallel, aber voneinander unabhängig ablaufenden ("orthogonalen") Reaktionen werden diese beiden Kettenenden zunächst aktiviert. Anschließend werden sie an spezielle chemische "Ankerstellen" des Polymers geknüpft. So sorgen die Proteine für eine Quervernetzung der einzelnen Polymerketten zu einem dreidimensionalen Netzwerk unter Bildung eines so genannten Hydrogels. Ein Hydrogel ist eine feste, gallertartige Masse, in deren polymerem Netzwerk Wasser eingelagert ist. Ein bekanntes Beispiel für ein Hydrogel sind weiche Kontaktlinsen.

Francis und Esser-Kahn wählten ein grün fluoreszierendes Protein zur Vernetzung der Polymerketten. Da das Protein auch nach der Verknüpfung mit dem Kunststoff in seinem normalen Faltungszustand vorliegt, bleibt auch seine Fluoreszenz erhalten: Das ganze Gel fluoresziert grün.

Das Besondere an diesem neuen Hybridmaterial: Die Quervernetzungen der Polymerstränge werden ausschließlich durch Proteine geknüpft. Da das Protein durch Proteasen, proteinauflösende Enzyme, angegriffen wird, ist ein solches Gel rasch biologisch abbaubar. Die grüne Fluoreszenz des Proteins ist pH-abhängig. Auch das Gel reagiert entsprechend auf eine pH-Änderung: Es fluoresziert nur im basischen Bereich, nicht jedoch im leicht sauren Milieu. Auch eine Temperaturerhöhung löst eine Antwort des Gels aus: Das Protein denaturiert bei etwa 70 °C, die Fluoreszenz geht dabei verloren, und das Gel beginnt zu schrumpfen.

Angewandte Chemie: Presseinfo 16/2008

Autor: Matthew B. Francis, University of California, Berkeley (USA), http://chem.berkeley.edu/...e/faculty/francis/francis.html

Angewandte Chemie 2008, 120, No. 20, 3811-3814, doi: 10.1002/ange.200705564

Angewandte Chemie, Postfach 101161, 69495 Weinheim, Germany

Weitere Informationen:


Dr. Renate Hoer, Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Herceptin and chemo improves response rates without major adverse effects in HER2 breast cancer 
 New strategies against bird flu

Klicken Sie auf die Schlagworte um weitere Links oder Infos dazu angezeigt zu bekommen

Wikipedia Logo
Ein Gel (von lat. gelu „Frost, Kälte, Eis“ oder gelatus „gefroren, erstarrt“) wird in der Regel als ein feindisperses System aus mindestens einer festen und einer flüssigen Phase definiert, stellt also ein Kolloid dar. Diese feste Phase bildet dabei ein schwammartiges, dreidimensionales Netzwerk, dessen Poren durch eine Flüssigkeit (Lyogel) bzw. auch ein Gas (Xerogel) ausgefüllt sind. Beide Phasen durchdringen sich dabei vollständig (bikohärent). Diese Definition besitzt die höchste Verbreitung, eine allgemein anerkannte Definition gibt es jedoch nicht. Wikipedia


 
Weitere Artikel zu "Polymer"

Wikipedia Logo
Ein Polymer [polyˈmeːr] (altgriech. πολύ polý „viel“; μέρος méros, „Teil“) ist eine chemische Verbindung, die aus Ketten- oder verzweigten Molekülen (Makromolekül) besteht, die aus gleichen oder gleichartigen Einheiten (den sogenannten Monomeren) bestehen. Das Adjektiv polymer bedeutet entsprechend aus vielen gleichen Teilen aufgebaut. Obwohl mit diesem Begriff meist kovalent gebundene Stoffe beschrieben werden, die auch als Makromoleküle bezeichnet werden, ist es oft vorteilhaft, auch Salze und Metalle in die Definition mit einzubinden. Auch hier ist der gesamte Stoff aus vielen gleichen Teilchen, den Formeleinheiten aufgebaut. Wikipedia


 
Weitere Artikel zu "Protein"

Wikipedia Logo
Proteine, umgangssprachlich auch Eiweiße genannt, sind Makromoleküle, die aus Aminosäuren aufgebaut sind. Proteine gehören zu den Grundbausteinen aller Zellen. Sie verleihen der Zelle nicht nur Struktur, sondern sind die molekularen „Maschinen“, die Stoffe transportieren, Ionen pumpen, chemische Reaktionen katalysieren und Signalstoffe erkennen. Wikipedia


 

Archiv

Themen

Schlagworte

Anzeigen