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Universitätsklinikum Heidelberg, 05.07.06

Großer Erfolg für die "Abwehr"

Der Heidelberger Sonderforschungsbereich "Immuntoleranz und ihre Störungen" wird für weitere drei Jahre mit 6,2 Millionen Euro durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert

Prof. Dr. Stefan Meuer, Direktor des Instituts für Immunologie am Universitätsklinikum Heidelberg und Sprecher des Sonderforschungsbereich 405.
Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Fehler in der Abwehr können böse Folgen haben: Das gilt auch für das Immunsystem. Die Entstehung von Krebs, die Abstoßung transplantierter Organe, schwere entzündliche Erkrankungen des Darms, der Atemwege, der Haut, des Gehirns und der Gelenke stehen in engem Zusammenhang mit unerwünschten Reaktionen des Immunsystems, dem größten Organ des menschlichen Körpers. Dies ist wenig bekannt - wohl deshalb, weil es sich dabei um das einzige Organ handelt, das keinen festen Platz im Organismus einnimmt.


Anders als Organe wie Niere, Leber, Gehirn oder Herz muss das Immunsystem, das sich aus mehreren Billionen von Zellen zusammensetzt, mobil sein, um seine Schutzfunktion zu erfüllen. Seine Zellen patroullieren permanent alle Bereiche des Körpers. Wer sich in verschiedenen Milieus bewegt, muss wissen, wo er sich jeweils befindet, um sich sinnvoll verhalten und reagieren zu können. Störungen im Orientierungssinns des Immunsystems führen zu schwerwiegenden, zumeist chronischen Erkrankungen.

Finanzierung von 15 Forschergruppen mit mehr als 35 Stellen

Der Sonderforschungsbereich "Immuntoleranz und ihre Störungen", dessen Federführung beim Institut für Immunologie am Universitätsklinikum Heidelberg liegt, befasst sich seit 1997 mit den Orientierungsstörungen der körpereigenen Abwehr, deren schweren Krankheitsfolgen sowie neuen Therapieansätzen. Jetzt hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft eine weitere Förderung der insgesamt 15 Forschergruppen mit mehr als 6 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren entschieden. Einen gleich großen Betrag stellt die Medizinische Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität zusätzlich als Grundausstattung zur Verfügung gestellt.

"Damit können wir Forschungsprojekte in wichtigen klinischen Bereichen fortsetzen", erklärt Professor Dr. Stefan Meuer, Direktor des Instituts für Immunologie und Sprecher des Sonderforschungsbereich 405. Insgesamt 35 Stellen für Wissenschaftler und wissenschaftlich-technische Angestellte werden mit dem Förderprogramm finanziert. An dem "Querschnittsforschungsprogramm" beteiligt sind Forscher des Universitätsklinikums Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Mannheim.

International ausgewiesene Forschungs-Highlights gibt es bereits auf den Gebieten des programmierten Zelltods, der Erkennung von Tumorantigenen durch das Immunsystem und bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Die hohe Qualität des Heidelberger Forschungsantrags dokumentiert sich auch in der Tatsache, dass alle vorgestellten Projekte von dem international besetzten Gutachtergremium von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für eine weiter dreijährige Förderung akzeptiert wurden - ein äußerst seltener Fall in dem hoch kompetitiven SFB-Programm der DFG. Das hochkarätige Forschungsprogramm der Medizinischen Fakultät hat zudem dazu beigetragen, dass mehrere hochrenommierte Wissenschaftler Berufungen an die Ruprecht-Karls-Universität angenommen haben und im Sonderforschungsbereich 405 mitarbeiten.

Kontakt:
Professor Dr. Stefan Meuer
Direktor des Instituts für Immunologie am Universitätsklinikum Heidelberg und Sprecher des Sonderforschungsbereich 405
Telefon: 06221 / 56 4001 (Sekretariat)

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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