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Universitätsklinikum Heidelberg, 18.07.06

Gezielter Angriff auf den Krebs

Symposium der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg am 22. Juli 2006 / Neue Chancen bei der Behandlung des sehr bösartigen Eierstockkrebses durch Medikamente

Jedes Jahr erkranken ca. 8.000 Frauen in Deutschland an einem bösartigen Tumor der Eierstöcke, in den meisten Fällen an einem Ovarialkarzinom - mit bislang geringen Chancen auf eine Heilung. Bei zwei von drei Erkrankten kommt es zu einem Rückfall, und damit zu einem chronischen, nicht mehr heilbaren Verlauf; nur etwa 20 Prozent sind fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben. Neue Medikamente und Behandlungsstrategien, die gezielt die Tumorzellen angreifen, machen jetzt Hoffnung auf höhere Heilungschancen und bessere Kontrolle der Erkrankung im Falle eines Rezidivs.


Diese Therapien werden bei einem Symposium der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg am 22. Juli 2006 vorgestellt und diskutiert. Die Experten befassen sich jedoch nicht nur mit dem Eierstockkrebs, sondern auch mit der Vorsorge, Diagnostik und Behandlung bösartiger Tumoren der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses. "Wichtig ist uns vor allem der interdisziplinäre Ansatz", erklärt Professor Dr. Christof Sohn, Geschäftsführender Direktor der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Alle Patientinnen werden in einer interdisziplinären Besprechung im Rahmen des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen NCT Heidelberg unter Mitwirkung von Chirurgen, Strahlentherapeuten und Onkologen gesehen.

Medikament stoppt Neubildung von Blutgefässen

Für die Behandlung des Eierstockkrebses stehen neue, viel versprechende Substanzen zur Verfügung, die gezielt das Tumorwachstum bremsen und die Standard-Chemotherapie - derzeit das Rückgrat der Behandlung nach optimaler operativer Therapie - möglicherweise ergänzen können. Dazu gehört das Medikament Avastin, das die Ausbildung neuer Blutgefässe, die den Tumor ernähren, stoppt; es wird bereits erfolgreich beim Darmkrebs eingesetzt.

"Wir erwarten auch Erfolge beim Eierstockkrebs, sowohl im Anfangsstadium als auch bei einer fortgeschrittenen Erkrankung ", erklärt Dr. Michael Eichbaum, Arzt und Wissenschaftler in der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Denn der Krebs breitet sich vor allem über Absiedelungen auf dem Bauchfell aus und ist darauf angewiesen, dass er durch neue Blutgefässe ernährt wird.

Die Wirksamkeit von Avastin beim Eierstockkrebs wird demnächst in einer großen internationalen Studie überprüft, an der auch die Heidelberger Frauenklinik teilnehmen wird. Darüber hinaus werden weitere neue zielgerichtete Substanzen getestet: Die so genannten "Biologicals" richten sich gegen Strukturen auf der Oberfläche von Tumorzellen und greifen in den Stoffwechsel der Tumorzelle ein.

Ansprechpartner:
Professor Dr. Christof Sohn
Telefon: 06221 / 56 7901 (Sekretariat)
E-Mail: christof.sohn@med.uni-heidelberg.de

Weitere Information im Internet:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Gynaekologische-Onkologie.7911.0.html

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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