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Universität zu Köln, 06.07.04

Gesundheitsbelastung durch falsche Gesprächsführung

Gesundheitsbelastung durch falsche Gesprächsführung
Krankenrückkehrgespräche als Mittel zur Fehlzeitenreduzierung

Krankenrückkehrgespräche nach Ende einer krankheitsbedingten Fehlzeit fallen bei chronisch Kranken und ausländischen Mitarbeitern belastender aus als bei deutschen Mitarbeitern und nicht chronisch Kranken. Aus Angst vor dem mit einer Fehlzeit zwangsläufig verbundenen Gespräch gehen Mitarbeiter - so die Meinung der Mehrheit der befragten Mitarbeiter - sogar krank zur Arbeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Holger Pfaff vom Institut für Arbeits- und Sozialmedizin der Universität zu Köln jetzt in einer Untersuchung.


Die Kölner Mediziner stellten fest, dass allein die Teilnahme an einem Krankenrückkehrgespräch keine gesundheitlichen Folgen für die Mitarbeiter hat. Anders ist es jedoch, wenn Mitarbeiter die Gespräche als belastend empfunden haben. Je belastender diese Gespräche waren, desto mehr Ängstlichkeit und körperliche Allgemeinbeschwerden traten zum Zeitpunkt der erneuten Befragung auf.

Ein Erklärungsansatz für die stärkere Belastung ausländischer Mitarbeiter basiert auf dem Umstand, dass diese statistisch gesehen häufiger krankheitsbedingt fehlen als ihre deutschen Kollegen und deshalb ihre Rückkehrgespräche möglicherweise konsequenzträchtiger und unangenehmer ablaufen. Für chronisch Kranke stellen die Gespräche eine besondere Belastung dar, da sie aufgrund ihrer Erkrankung häufiger fehlen und deshalb ein solches Gespräch negative Konsequenzen bis hin zur Einleitung arbeitsrechtlicher Schritte haben kann. Alter, Geschlecht und Berufsgruppe spielen für die wahrgenommene Belastung hingegen keine Rolle

Krankenrückkehrgespräche können jedoch auch gesundheitsfördernde Wirkung haben, wenn sie von geschultem Personal durchgeführt werden. Um belastende Gesprächssituationen zu vermeiden, ist ein schriftliches Konzept für das Führen Gespräches Voraussetzung. In problematischen Fällen sollte außerdem ein Gesundheitsexperte wie der Betriebsarzt hinzugezogen werden, um eine Lösung zu finden. Wichtig ist außerdem die Qualifizierung von Führungskräften für diese Art von Gesprächen und die Vermeidung einer autoritären Führungskultur. Bei Vorliegen dieser Bedingungen kann das Gespräch dem Informationsaustausch und der Motivation der Mitarbeiter dienen und gesundheitsbelastende Arbeitsbedingungen minimieren.

erantwortlich: Romy Schulze

Für Rückfragen steht Ihnen Professor Holger Pfaff unter der Telefonnummer 0221/ 478-97101 oder 0172/ 2321730, der Fax-Nr. 0221/ 478-97142 oder unter der Email-Adresse holger.pfaff@medizin-uni-koeln.de zur Verfügung.

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im Word Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).


Gabriele Rutzen, Universität zu Köln
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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