Hilfe: Sie befinden sich auf...

Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 14.01.03

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 14.01.03

Gestörte Entscheidungsprozesse im Gehirn schizophrener Patienten

Befindet sich der Mensch in einem Entscheidungskonflikt, dann ist in seinem Gehirn ein bestimmtes Steuerungszentrum aktiv. Bei schizophrenen Patienten liegt dort eine Störung vor, wie Wissenschaftler von der Uni Würzburg bestätigen konnten. Diese Erkenntnis bietet die Chance, die medikamentöse Behandlung schizophrener Erkrankungen weiter zu verbessern.

Gehirn von oben, links und hinten gesehen (Bildfolge von links). Rot markiert ist die verminderte elektrische Aktivität des anterioren Cingulums bei Schizophrenen. Diese Störung tritt bei Entscheidungskonflikten auf. Bilder: Psychiatrische Klinik

Messungen der elektrischen Hirnströme weisen nämlich darauf hin, dass nicht alle Medikamente, die zur Behandlung schizophrener Patienten eingesetzt werden, die gestörte Hirnfunktion normalisieren. "Bei einer Bestätigung dieser Befunde könnte man also in Zukunft über eine Messung der Hirnfunktion ganz individuell bestimmen, welche Medikamente bei einem Patienten wirken und so die Behandlung verbessern", sagt Privatdozent Dr. Andreas Fallgatter, der an der Würzburger Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie das Labor für Klinische Neurophysiologie leitet.


Um den Einfluss der Therapie auf die Funktionsstörung des Gehirns weiter zu untersuchen, erhält Dr. Fallgatter eine finanzielle Förderung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Für diese und ähnliche Studien sucht sein Labor immer wieder gesunde Probanden jeden Alters als Vergleichspersonen. Interessenten können sich telefonisch melden unter (0931) 201-77440.

Was wird bei diesen Untersuchungen gemacht? Viele Schwierigkeiten, die schizophrene Patienten beim Denken, Fühlen und Handeln haben, sind auf Fehlfunktionen bestimmter Hirngebiete zurückzuführen. Die Wissenschaft versucht darum, diese Fehlfunktionen mit möglichst einfachen und nebenwirkungsfreien Methoden sichtbar zu machen: Hierfür ist die Messung der elektrischen Hirnströme mit einem Elektroenzephalogramm (EEG) geeignet.

Eine wichtige und bei schizophrenen Patienten häufig beeinträchtigte Hirnfunktion betrifft Situationen, in denen eine Entscheidung darüber fallen muss, welche von zwei Handlungsmöglichkeiten ausgeführt werden soll. An diesem Entscheidungsprozess ist das so genannte anteriore Cingulum, ein wichtiges Steuerungszentrum im Vorderhirn des Menschen, wesentlich beteiligt.

Ein solcher Entscheidungskonflikt kann im Experiment ganz einfach provoziert werden: Die Testpersonen bekommen auf einem Bildschirm nacheinander verschiedene Buchstaben gezeigt. Immer wenn ein O erscheint, sollen sie sich darauf vorbereiten, möglichst schnell eine Antworttaste zu drücken. Das darf aber erst dann ausgeführt werden, wenn auf das O ein X folgt. Erscheint nach dem O ein anderer Buchstabe, dann müssen die Testpersonen die gedanklich schon vorbereitete Aktion unterdrücken.

Mit EEG-Messungen an gesunden Versuchspersonen haben die Würzburger Wissenschaftler gezeigt, dass das Unterdrücken der vorbereiteten Reaktion nicht einfach ein passives Unterlassen ist. Vielmehr handelt es sich um eine aktive Hirnfunktion, bei der sich die hirnelektrische Aktivität deutlich anders über das Gehirn verteilt als dann, wenn die vorbereitete Reaktion tatsächlich ausgeführt wird.

Darüber hinaus haben Dr. Fallgatter und sein Team nachgewiesen, dass der Entscheidungskonflikt beim Unterdrücken der Aktion zu einer stabilen und gut reproduzierbaren elektrischen Aktivität im anterioren Cingulum führt. Schizophrene Patienten zeigten bei dem Test eine Fehlfunktion dieses Steuerungszentrums.

Weitere Informationen: PD Dr. Andreas Fallgatter, T (0931) 201-77650, Fax (0931) 201-77550, E-Mail:
afallgat@mail.uni-wuerzburg.de


Robert Emmerich, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Schlüsselmolekül für chronische Erkrankungen und das Altern 
 Gecko wegweisend für die Heilung von Erkrankungen der Lymphgefäße