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Universitätsklinikum Essen, 06.08.08

Genaue Diagnosen, neue Therapien und weniger Angst

Neue Geräte in der Radiologie des UK Essen

Zwei Geräte der neuesten Generation stehen jetzt für die Patienten im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie am UK Essen bereit. Zum einen ein so genanntes biplanares Angiographiegerät, mit dem das Gefäßsystem untersucht und behandelt werden kann. Es ermöglicht neue Therapieverfahren im Gehirn und an der Leber. Ein neuartiges Lichtkonzept wirkt dabei beruhigend auf die Patienten. Zum anderen hat das Institut einen neuen Computertomographen (CT), der künftig manchem Herzkranken Eingriffe per Katheter ersparen kann. "Mit diesen modernsten Untersuchungsgeräten und -techniken bauen wir unseren Spitzenplatz in der radiologischen Versorgung aus", erklärt der Leiter des Instituts Prof. Michael Forsting.

CT macht Diagnostik der koronaren Herzkrankheit einfacher
Die Scanzeiten des neuen CT liegen im Millisekundenbereich. Organe und Gewebe im Körperinneren können so bis zum letzten kleinen Blutgefäß perfekt abgebildet werden. Gerade Herzpatienten können von dieser neuen Technik profitieren, denn insbesondere Herzkranzgefäße sind auf den Bildern gut zu erkennen. Vorher war dies nicht möglich: Die Scanzeiten waren für das stetig pulsierende Herz zu lang. Die Bilder verwackelten, und nur ein Eingriff per Katheter konnte Klarheit über den Zustand der Herzkranzgefäße geben. "Die schmerzfreie Untersuchung mit unserem CT ist viel kürzer; für den Patienten weniger belastend. Im Gegensatz zum Kathetereingriff kann er danach direkt wieder nach Hause gehen", hebt Prof. Forsting die Vorteile hervor.

Minimal-invasive Therapie unter OP-Bedingungen
Das biplanare Angiographiegerät ermöglicht neue interventionelle Eingriffe, so genannte minimal-invasive Therapieverfahren - teilweise ohne Narkose und nur mit kurzem stationären Aufenthalt. Besondere Therapieverfahren im Gehirn und der Leber sind jetzt möglich. Beispielweise, wenn der Patient unter spezifischen Gefäßaussackungen oder -verengungen leidet. Hierbei bilden insbesondere die Therapie von Hirnarterienaneurysmen und die Aufweitung von Engstellen im Kopf-Hals-Bereich innerhalb des Instituts einen Schwerpunkt. Dabei wird der Patient unter OP-gleichen-Bedingungen behandelt - wozu u.a. eine sterile Umgebung gehört. So sind gleichzeitig Operationen auch in Kooperation mit anderen medizinischen Disziplinen möglich. "Europaweit steht in Essen jetzt erst die dritte neuroradiologische Anlage, die ein solches Zusammenspiel ermöglicht", betont Prof. Forsting.

Farbe gegen die Angst - zufriedenere Patienten
Neu ist auch das von Philips entwickelte Lichtkonzept der Angiographieanlage. Zwar ist die Diagnose und Therapie für den Patienten schmerzlos, doch bei vielen mit Ängsten verbunden. Hier setzt das Lichtkonzept an: Während der gesamten Prozedur leuchten abwechselnd Farben in verschiedenen Stärken auf und wirken auf diese Weise beruhigend. Auch Studien beweisen, dass die Mehrzahl an Patienten die Ablenkung durch farbige Beleuchtung dem üblich weißen Licht vorziehen. "Oft geht die Untersuchung dann sogar schneller. Die Patienten sind zufriedener, wodurch das Arbeiten für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wiederum wesentlich angenehmer wird", ist Prof. Forsting von den Vorteilen des Lichtkonzepts überzeugt.

Nähere Informationen:
Prof. Dr. Michael Forsting, Direktor des Instituts für Diagnostische und interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Universitätsklinikum Essen, Hufelandstr. 55, Tel.: 02 01 / 723 -1539 .


Kristina Gronwald, Universitätsklinikum Essen
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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