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Fraunhofer-Gesellschaft, 01.10.07

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Fraunhofer-Gesellschaft, 01.10.07

Schlagworte

HIV, Impfstoff, Kryobank, Virus

Gefrorene HI-Viren für die Impfstoffforschung

Entwickler von HIV-Impfstoffen haben es schwer: Es gibt immer neue Mutationen des Virus. In einer Kryobank frieren Forscher HI-Viren aus aller Welt ein und stellen sie den Impfstoffentwicklern zur Verfügung. Ein mobiles Sicherheitslabor hilft beim Probensammeln in Südafrika.

In einem neuen Hochsicherheitslabor der Stufe 3 archivieren Forscher die verschiedenen Varianten des HI-Virus und stellen sie Impfstoffentwicklern zur Verfügung.
© Fraunhofer IBMT

Forscher aus aller Welt sind dem HI-Virus bereits seit 1984 auf der Spur. Fieberhaft suchen sie nach einem Impfstoff - bisher vergeblich. Das Problem: Das Virus verändert sich sehr schnell, mittlerweile gibt es zahlreiche Varianten. Um diese zu archivieren, zu züchten und sie den Impfstoffentwicklern zur Verfügung zu stellen, baut ein internationales Team am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in St. Ingbert eine Kryobank auf. Hier kann das hochinfektiöse Material erstmalig in der ganzen Vielfalt bei minus 196 Grad gelagert werden. "Dazu haben wir ein Hochsicherheitslabor der Stufe 3 eingerichtet", sagt Dr. Hagen von Briesen, Projektleiter am IBMT. "Damit keine Viren entweichen, herrscht im Labor ein Unterdruck. Luft gelangt nur über spezielle Filter nach draußen, die alle schädlichen Bestandteile sicher herausfischen. Auch bei der Tür bedarf es Sicherheitsvorkehrungen: Das Labor kann nur über eine Schleuse betreten werden." Finanziert wird das Projekt von der Bill & Melinda-Gates-Stiftung mit 7,5 Mio Dollar, der Fraunhofer-Gesellschaft mit 1,2 Mio Dollar und dem saarländischen Wirtschaftsministerium mit 600 000 Dollar. Im September wurde das Labor überprüft und abgenommen - nun können die Forscher Blutproben aus aller Welt sammeln, in Immunzellen und Plasma separieren, Viren züchten und alles in der Kryobank archivieren.

"Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat für die Aufbauphase Länder ausgewählt, die stark von AIDS betroffen sind - Brasilien, Uganda, Südafrika, Russland und Thailand - und sie als Partner in das Projekt eingebunden. Vor Ort werden mit unserer Hilfe Kryolabore eingerichtet, in denen Proben genommen, eingefroren und dann in unsere Kryobank überführt werden", sagt Briesen. Eine einzigartige Möglichkeit, in stark betroffenen Ländern HIV-Proben für das Kryo-Archiv zu sammeln, ist das mobile Kryolabor: Ab 2008 soll es in einer Pilotstudie durch Südafrika touren. "In dem 13 Meter langen Wagen gibt es neben einer vollen Notambulanz einen Behandlungsraum für die Patienten sowie einen Technikraum für Stromgenerator und Lüftung. Daneben liegen - durch eine Schleuse abgetrennt - ein S3-Hochsicherheitslabor und ein Kryolabor", sagt Briesen. Im mobilen Arztzimmer nehmen die Ärzte den Patienten Blut ab. Dieses untersuchen sie im angrenzenden Labor sofort auf HIV und Co-Infektionen wie Tuberkulose oder Syphilis, trennen es in Plasma und Immunzellen und frieren die Proben schonend ein. Von dem Labor profitieren Patienten und Forscher gleichermaßen: Die Betroffenen erhalten die Untersuchungsergebnisse umgehend, so kann eine Behandlung schnell anfangen. Und Forscher aus aller Welt können die Proben weiter untersuchen.

Weitere Informationen:


Dr. Janine Drexler, Fraunhofer-Gesellschaft
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV, engl.: Human immunodeficiency virus) – auch Menschliches Immunschwäche-Virus – ist ein Virus, das zur Familie der Retroviren und zur Gattung der Lentiviren gehört. Eine Ansteckung führt nach einer unterschiedlich langen, meist mehrjährigen Inkubationsphase zu Aids (acquired immunodeficiency syndrome, erworbenes Immundefektsyndrom), einer derzeit noch unheilbaren Immunschwächekrankheit. Wikipedia


 
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Ein Impfstoff oder eine Vakzine (von lateinisch vaccina, „die von Kühen Stammende“; vergleiche Vakzination) ist ein biologisch oder gentechnisch hergestelltes Antigen, meist bestehend aus Protein- oder Erbgutbruchstücken, abgetöteten oder abgeschwächten Erregern. Der Impfstoff dient im Rahmen einer Impfung zur spezifischen Aktivierung des Immunsystems hinsichtlich eines bestimmten Erregers bzw. einer Erregergruppe. Wikipedia


 

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Eine Kryobank (von altgriech. κρυος (kryos) = Frost, Eis) ist der Ort der Lagerung von biologischen Material, wie z.B. Stammzellen, mit Hilfe der Kryokonservierung. Eine Kryobank besteht aus technischer Sicht aus einem Kryobehälter und den darin abgelegten, in Substraten verpackten Bioproben. Die Kühlung auf mindestens –140°C erfolgt durch flüssigem Stickstoff; wobei die Proben selber in der Gasphase gelagert werden. In modernen Kryobehältern sorgt eine geeignete Tieftemperaturversorgung mit ihren Einbringungs- und Ausbringungsvorrichtungen dafür, dass stets eine Lagerungstemperatur von –140 °C gewährleistet ist und, dass durch eingebaute Schleusen eine Vereisung des Kryobehälters vermieden wird. Mit Hilfe der Kryotechnologie wird versucht eine Reihe von Prozessen, wie z.B. den Einfrier- oder Auftauprozess zu automatisieren und somit die Qualität der Lagerung und den Durchsatz an Proben zu erhöhen. Wikipedia


 

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