Hilfe: Sie befinden sich auf...

Novartis Stiftung für therapeutische Forschung, 09.12.03

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Novartis Stiftung für therapeutische Forschung, 09.12.03

Gefahr im Mutterleib

Mit der Magnetresonanz-Tomografie will Dr. Ulrike Wedegärtner Sauerstoffmangel im Ungeborenen rechtzeitig erkennen. Ihre Forschungen werden mit einem Stipendium der Nürnberger Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung ausgezeichnet.

Jeder kennt den Ultraschall - die klassische Untersuchungsmethode, um die Gesundheit des Ungeborenen bei der Schwangerschaft zu überwachen. Doch der Ultraschall hat Grenzen. So kann er beispielsweise nicht erfassen, wie gut der Fetus mit dem Lebensquell Sauerstoff versorgt ist. Dr. Ulrike Wedegärtner aus der Radiologischen Klinik und Professor Hobe Schröder aus dem Institut für experimentelle Gynäkologie der Universität Hamburg haben nun in einer Pilotstudie erstmals gezeigt: Mit der "funktionellen Magnetresonanz-Tomografie" lassen sich Veränderungen in der Sauerstoffversorgung verschiedener Organe des Feten direkt messen. Dafür bekommt die Radiologin ein Graduiertenstipendium der Nürnberger Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung.


Wachstumsstörungen des Fetus sind häufig und kommen, je nach Studie, bei drei bis zehn Prozent aller Schwangerschafen vor. Die betroffenen Kinder sterben entweder im Mutterleib respektive während und nach der Geburt vier bis acht Mal häufiger als gesunde Feten. Die Ursachen sind unterschiedlich. "Sauerstoffmangel aufgrund einer ungenügenden Blutversorgung von Gebärmutter und Mutterkuchen ist einer der Gründe", sagt die Preisträgerin. Doch ist die kindliche Sauerstoff-Versorgung gerade des Gehirns mit allen derzeitigen technischen Möglichkeiten nicht direkt messbar. Deshalb, erklärt die Hamburger Ärztin, "können wir gegenwärtig nicht entscheiden, ob der Fetus wirklich an einem gefährlichen Sauerstoff-Unterversorgung leidet oder ob er einfach nur so kleiner geraten ist." Das ist ein entscheidender Unterschied: Nur bei einem akuten Mangel würde man gegebenenfalls eine Frühgeburt einleiten.

Womöglich aber gibt es schon bald eine neue Diagnose. Die Magnetresonanz-Tomografie ermöglicht nicht nur Einblicke in die Struktur der inneren Organe, sondern auch in ihre Funktionen. Die Magnetresonanz-Tomografie ist so harmlos wie eine Ultraschalluntersuchung: "Keine Röntgenstrahlen, keine Kontrastmittel und absolut schmerzlos für Mutter und Kind", betont Wedegärtner. Ein starkes Magnetfeld in der High-Tech-Röhre wirkt ganz spezifisch auf die Wasserstoffatome des Gewebes, die, je nach Gewebeart, unterschiedlich stark und lang reagieren.

Im Prinzip arbeitet die funktionelle Magnetresonanz-Tomographie (fMRT) wie eine Filmkamera, die inzwischen sogar in Echtzeit Veränderungen im Gewebe festhält - auch den Blutfluss und damit Änderungen des Sauerstofftransportes. Sauerstoff ist in den roten Blutkörperchen an ein Protein gebunden, das Hämoglobin. Je nach dem, ob Hämoglobin mit Sauerstoff beladen ist oder nicht, hat es unterschiedliche magnetische Eigenschaften. Die Radiowellen des Tomografen tasten also das magnetisierte Blut ab und machen sichtbar, ob und wo und wie stark der Sauerstoff verbraucht wird. Ein Rechner setzt die magnetischen Signale in grau abgestufte Schichtbilder des Körpers um.

Dass die Methode prinzipiell auch im Fetus funktioniert, hat die Radiologin bereits bei trächtigen Schafen nachgewiesen. Das Schaf, sagt sie, "eignet sich besonders gut als Studienobjekt, weil das ungeborene Lamm etwa gleich groß ist wie ein menschlicher Fetus." Jetzt laufen erste Studien, um die so wichtige Messgenauigkeit des Verfahrens zu überprüfen. Die ersten Daten, so Wedegärtner, "sehen gut aus." Setzt sich der Trend fort, starten womöglich schon bald erste Tests mit schwangeren Frauen. Das Ziel ist klar. Die Sauerstoffdiagnose per fMRT könnte die Erkennung und Überwachung von gefährdeten Feten verbessern.

Die Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung in Nürnberg gehört zu den ältesten und größten Unternehmensstiftungen in Deutschland. Ihr Stiftungsvolumen umfasst jährlich etwa 650.000 Euro.

Die Novartis AG (NYSE: NVS) ist ein weltweit führendes Unternehmen in den Bereichen Pharma und Consumer Health. Im Jahr 2002 erzielte der Konzern einen Umsatz von USD 20,9 Milliarden und einen Reingewinn von USD 4,7 Milliarden. Der Konzern investierte rund USD 2,8 Milliarden in Forschung und Entwicklung. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz). Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 78.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 140 Ländern. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.novartis.de

Weiteres Material und Pressetext-Download im Internet:
http://www.novartis.de - unter "Presse" / "Journalisten"
(Direktlink: http://www.novartis.de/presse_club/index_j.jsp)
Login: Name = novartis , Passwort: novartis

Weitere Informationen:


Philipp Kressirer, Novartis Stiftung für therapeutische Forschung
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Hautkrebs: Auch Chemotherapie spornt das Immunsystem an 
 Verdrillter Hut