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Robert Koch-Institut, 10.04.00

Gefahr der Meningokokken-Meningitis nach Rückkehr aus Saudi-Arabien

Gefahr der Meningokokken-Meningitis nach Rückkehr aus Saudi-Arabien

Unter rückkehrenden Pilgern aus Mekka in Saudi-Arabien treten gegenwärtig in England, Frankreich und Deutschland Erkrankungen an Meningokokken-Meningitis auf. In England wurden 11 Erkrankungen, in Frankreich fünf, in Deutschland bisher eine erfasst. Fünf der Patienten sind an der Krankheit gestorben. Die diese Erkrankungsfälle verursachenden Meningokokken gehören fast ausnahmslos der relativ seltenen Serogruppe W 135 an.


Ärzte werden gebeten, die Möglichkeit des Auftretens von Meningokokken- Erkrankungen zu beachten und dem örtlichen Gesundheitsamt mit der Meldung eventuell festgestellte Zusammenhänge mit einer Reise nach Saudi-Arabien anzuzeigen.

Einzelne Meningokokken-Erkrankungen, bei denen die Infektion in der Regel durch symptomlose Bakterienträger in der einheimischen Bevölkerung erfolgt, sind gegenwärtig in Deutschland nicht ungewöhnlich. Infektionen bei Rückkehrern aus Saudi-Arabien oder deren Kontaktpersonen sind eine zusätzliche Möglichkeit, die noch einige Zeit besteht, da die Rückkehr der Pilgerreisenden noch andauert.

Bei der Meningokokken-Meningitis kommt es nach einer kurzen Phase mit uncharakteristischen Beschwerden im Nasen-Rachen-Raum zu plötzlich auftretenden Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, Erbrechen, Nackensteifigkeit und schwerstem Krankheitsgefühl. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome oft weniger charakteristisch. Es können Fieber, Erbrechen, Reizbarkeit oder auch Schläfrigkeit, Krämpfe, Aufschreien sowie eine vorstehende oder harte Fontanelle auftreten. Die Nackensteifigkeit kann fehlen.

Das schnelle und frühzeitige Einleiten der wirksamen antibiotischen Behandlung mindert das Risiko von Komplikationen und eines tödlichen Ausganges. Deshalb rät das Robert Koch Institut Personen, die kürzlich aus Mekka bzw. aus Saudi-Arabien zurückgekehrt sind und mit Symptomen erkranken, die auf eine beginnende Hirnhautentzündung hinweisen, sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Der hinzugezogene Arzt sollte auf die Auslandsreise hingewiesen werden. Personen, die in engem Kontakt mit einem Erkrankten stehen, sollten eine Prophylaxe mit Antibiotika (Rifampicin) erhalten. Enge Kontaktpersonen sind: alle Haushaltsmitglieder, Intimpartner, enge Freunde, evtl. Banknachbarn in der Schule, medizinisches Personal.

Auch geimpfte Personen können erkranken, da nur einer der beiden in Deutschland zur Verfügung stehenden Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem Serotyp W 135 wirksam ist. Weitere Einzelheiten zu der Erkrankung und Therapie können auf der Internetseite des RKIs eingesehen werden (www.rki.de).

+++Ende RKI +++

Weitere Informationen:


Dr. Ulrich Marcus, Robert Koch-Institut
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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