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Universitätsklinikum Heidelberg, 10.01.05

Ein ganz besonderer Tag für Melanie

Vor einem Jahr wurde dem 11-jährigen Mädchen aus Pforzheim eine Leber transplantiert / Transplantationszentrum Heidelberg versorgt erwachsene Patienten und Kinder in Süddeutschland

Melanie Lyczek blickt wieder voller Hoffnung in die Zukunft.
Foto: Medienzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg

Am 9. Januar 2005 kann die 11-jährige Melanie einen ganz persönlichen Jahrestag begehen: Vor genau einem Jahr wurde ihr am Transplantationszentrum der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Dr. h.c. Markus W. Büchler) eine Leber transplantiert. Melanie litt an einer erblichen Stoffwechselerkrankung der Leber, der so genannten Wilson-Erkrankung, bei der die Ausscheidung von Kupfer aus dem Körper gestört ist. Ohne Vorwarnung führt sie zum akuten Leberversagen. Heute geht es Melanie gut, sie geht zur Schule und nimmt sogar am Sportunterricht teil.


"Es war ein Schock für uns", berichtet Melanies Mutter. "Melanie war immer ein kerngesundes Mädchen. Und dann plötzlich diese lebensbedrohende Situation. Wir sind froh, dass Melanie in Heidelberg, in der Nähe unserer Heimatstadt Pforzheim, behandelt werden konnte."

Heidelberger Transplantationszentrum wird weiter ausgebaut / Enge Zusammenarbeit mit Experten der Universitäts-Kinderklinik

Das Heidelberger Transplantationszentrum ist das größte im süddeutschen Raum, das Lebertransplantationen für Erwachsene und Kinder anbietet und damit eine Alternative zu den norddeutschen Zentren in Hamburg, Berlin, Hannover und Essen bietet. Auf dem Gebiet der Nierentransplantationen bei Kindern ist Heidelberg sogar deutschlandweit Spitze.

"Wir werden diese Schwerpunkte noch weiter ausbauen und unseren Patienten Ortsnähe, Komfort und Kompetenz bei einem breiten Leistungsspektrum bieten", sagt Professor Dr. Thomas Kraus, Leiter der Sektion Lebertransplantation der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Dabei nutzen die Heidelberger Chirurgen die große Erfahrung ihrer Kollegen in der Universitäts-Kinderklinik unter Leitung des Ärztlichen Direktors Professor Dr. Georg Hoffmann, die als europaweit bedeutendstes Zentrum Kinder mit angeborenen Stoffwechselerkrankungen betreut.

"Wir arbeiten eng zusammen und suchen gemeinsam nach neuen Behandlungswegen für unsere Patienten. Eine wichtige Frage ist dabei: Welches Kind sollte transplantiert werden, wo können wir alternative Therapiewege einschlagen?" Fällt die Entscheidung des Expertenteams für eine Transplantation und eine Spenderleber steht zur Verfügung, ist rasches Handeln kritisch. "Dann muss alles sehr schnell gehen. Auch deshalb ist es wichtig, dass die Patienten in Heimatort-Nähe im süddeutschen Raum behandelt werden können."

Transplantation nach Lebendspende ist am Heidelberger Zentrum möglich

Auch bei Melanie hofften die Ärzte zunächst, die Krankheit mit Medikamenten in den Griff zu bekommen. Nach vier Wochen war klar, dass transplantiert werden musste. "Die Zeit des Hoffens und Wartens auf ein Spenderorgan war am schlimmsten", erinnert sich Melanies Mutter. Das Mädchen hatte Glück. Die Ärzte konnten ihr eine gespendete Kinderleber transplantieren.

"Wenn keine passende Kinderleber zur Verfügung steht, können wir auch einen Teil der Erwachsenenleber eines Verstorbenen transplantieren", erklärt Professor Kraus. Die dritte Möglichkeit ist die Lebendspende eines Leberteils von Vater oder Mutter. Für Erwachsene ist die Operation nach Lebendspende am Heidelberger Zentrum bereits etabliert und wurde dort dreimal erfolgreich durchgeführt. "Wir sind für eine solche Operation bei Kindern bereit. Bisher gab es jedoch immer innerhalb kurzer Zeit eine andere Möglichkeit, so dass nicht auf eine Angehörigen-Lebendspende für die betroffenen Kinder zurückgegriffen werden mußte", sagt Professor Kraus.

Inzwischen muss Melanie nur noch alle drei Monate zur Kontrolle nach Heidelberg. "Die Medikamente erinnern mich jeden Tag daran, dass ich transplantiert worden bin", erzählt das Mädchen. "Ansonsten bin ich nur ab und zu etwas schlapp, es geht mir gut." Auch Dr. Meyburg, Oberarzt der Universitäts-Kinderklinik, ist zufrieden mit seiner kleinen Patientin. "Die Prognosen bei Kindern, die wegen einer angeborenen Stoffwechselerkrankung transplantiert wurden, sind sehr gut. Mit modernen Medikamenten kann das Organ ein ganzes Leben lang funktionieren."

Ansprechpartner:
Professor Dr. Thomas Kraus
Erster Oberarzt
Leiter der Sektion Lebertransplantation
Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
Thomas_Kraus@med.uni-heidelberg.de

Dr. Jochen Meyburg
Oberarzt an der Universitäts-Kinderklinik Heidelberg,
Abteilung Allgemeine Pädiatrie, Stoffwechsel, Gastroenterologie, Nephrologie
Jochen_Meyburg@med.uni-heidelberg.de

Weitere Informationen im Internet unter
http://www.transplantation-center.com/
http://www.chirurgieinfo.com/
http://www.med.uni-heidelberg.de/kinder/

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/

Weitere Informationen:


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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